<h4>Chapter 437: Nichts ist richtig (Kap.438)</h4>
"Die Verbindung sei gese und fruchtbar, Lady Neveah", erng eine weitere Begrü?ung.
Neveah h?tte schw?ren k?nnen, dass sie dies schon zum tausendsten Mal geh?rt hatte. So überw?ltigend auch die Anerkennung war, die sie erhielt, so sehr sehnte sie sich nach dem Ende der Zeremonie.
Sie hatte jeden Tropfen gesellschaftlicher Anmut, den sie besa?, aufgebraucht und ihre Wangen schmerzten vom andauernden L?cheln. Dennoch sah sie kein Ende der G?steschar.
Sie waren noch nicht einmal bei der H?lfte angekommen. Der Rat der Vereinigten hatte sein Geschenk immer noch nicht überreicht, und nachdem der Reiterrat nacheinander seine Glückwünsche ausgesprochen hatte, waren nun die Adligen, Gilden und Akademien an der Reihe.
Mit so vielen herausragenden Pers?nlichkeiten in jeder dieser Organisationen – wann würde sie jemals damit fertig werden?
Das Stück, das von den Spielleuten gespielt wurde, war das Einzige, das Neveah noch als beruhigend empfand. Sie war sich nicht sicher, welche Melodie es war, aber sie strahlte eine beruhigende Aura aus, jeder Ton war perfekt abgestimmt.
Und der faszinierende Schattentanz, der hinter einer gro?en Leinwand im Saal aufgeführt wurde, unterhielt die G?ste.
"Das ist eine Ixora-Blüte, ein seltener Schatz aus dem K?nigswald der Fae", sagte der junge Adlige, der auf Neveah zukam, und pr?sentierte eine atemberaubend sch?ne Blume in einer svitrine.
Die Blume war sch?n, auffallend sch?n, und Neveah zweifelte nicht an ihrer Seltenheit. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits Hunderte von seltenen Geschenken erhalten, so dass sie nur genug Energie hatte, um zu l?cheln, ihren Dank auszudrücken und das Geschenk den Dienern hinter sich zu übergeben, die dafür sorgen würden, dass es sicher verstaut wurde.
"Ich sch?tze Ihre freundliche Geste sehr und werde sie gewiss in Ehren halten", erwiderte Neveah mit einem kleinen L?cheln, als sie das Geschenk entgegennahm.
Sie hielt die Vitrine vorsichtig fest und wollte sie gerade an den Diener weitergeben, als der Mann, der ihr das Geschenk überreicht hatte, Neveah aufhielt.
"W?re es Ihnen zu viel Mühe, Mdy, die Blüte n?her zu betrachten? Sie ist noch im frühen Stadium und wurde gerade rechtzeitig geerntet, um voll gewürdigt zu werden", schlug der Mann mit einem warmen L?cheln vor.
Neveah hob fragend die Braue und blickte auf die svitrine herab. Sie konnte die Blume durch das s bereits recht gut erkennen und stimmte ihrer erstaunlichen Sch?nheit zu. Was gab es noch zu sehen?
"Ein kurzer Blick wird genügen, der Duft tr?gt noch Spuren des Morgentaus", fügte der Mann hinzu, als Neveah nur eine Braue hob.
Neveah stie? einen unh?rbaren Seufzer aus. Sie wollte nur noch, dass all dies vorüber war. Menarx war irgendwo im Saal, besch?ftigte sich mit anderen G?sten und sie musste allein mit alldem fertigwerden.
Am liebsten h?tte Neveah die Vitrine einfach weitergereicht, aber sie wollte nicht den Eindruck erwecken, dass sie das Geschenk nicht sch?tzte.
"Sehr wohl", stimmte Neveah zu.
Sie griff nach dem Deckel der Vitrine und hob ihn an, w?hrend ihr Blick neugierig auf die Blüte fiel.
"Was meinen Sie?", fragte der Mann.
Neveah zog leicht die Stirn kraus, denn der Duft, den die Blume verstr?mte, war zweifellos frisch und belebend,
anders als alle Düfte, die Neveah je zu sch?tzen gelernt hatte. Unbewusst beugte sie sich n?her, um einen deutlicheren Eindruck zu gewinnen, bevor sie eine Antwort gab.
Gerade als Neveah sich vorbeugte, erschallte von irgendwo im Saal ein Ausruf.
"Eindringling!", rief eine Stimme.
Noch bevor Neveah reagieren konnte, wurde ihr die svitrine mit der Blüte aus der Hand gescgen und fiel zu Boden, wo sie in Dutzende Stücke zersprang.
Neveah wurde weggezerrt von den umherfliegenden sscherben, und ihr Kopfndete an einer warmen Brust und einem vertrauten Duft.
Ein t?dliches Knurren drang aus ihm heraus, und Neveah konnte praktisch spüren, wie seine Wut die Atmosph?re in der gro?en Halle auflud.
"Menarx", murmelte Neveah, aber sie hatte keine Zeit, über seine Ankunft nachzudenken.
Im n?chsten Moment stürzten sich eine Gruppe von Drachenw?chtern auf die Frau, die auf Neveah zugerannt war.
"Es ist Gift! Es ist Gift! Verhaftet ihn!", rief sie.
Erst dann erkannte Neveah die Stimme, lie? sich aus Menarx’ Umarmung gleiten und starrte Adrienne v?llig überrascht an.
"Ihr müsst mir uben! Es ist Gift!" insistierte Adrienne.
"Ich habe keine Ahnung, wovon sie redet! Ist das nicht die verbannte Fee?! Ihr dürft kein Wort uben, was sie sagt!" Der Mann, der die Blume überreicht hatte, verteidigte sich hastig.
Neveahs Blick runzelte sich leicht. Sie konnte in Adriennes weiten und verzweifelten Augen keinen Anflug von Unaufrichtigkeit erkennen.
Doch die Augen des Mannes huschten hin und her, und Neveah erkannte, dass er nach einem Fluchtweg Ausschau hielt.
"Tut, was sie sagt", befahl Neveah den Drachenw?chtern.
In diesem Moment machte der Mann einen schnellen Vorsto? zum Ausgang, doch sein Weg wurde von einem sehr unzufriedenen Xenon abgeschnitten.
Neveah wandte sich wieder Adrienne zu, hockte sich hinunter, um auf Augenh?he mit der knienden Fee zu sein.
"Lassen Sie sie los", wies Neveah die Drachenw?chter an.
Die Drachenw?chter gehorchten, zogen sich jedoch nicht zurück.
"Wie bist du hierher gekommen, Adrienne? Und wir beide wissen, dass du mich nicht magst. Also selbst wenn das, was du behauptest, wahr ist - warum würdest du mich retten wollen?", fragte Neveah mit hochgezogener Augenbraue.
Doch Adriennes Aufmerksamkeit richtete sich gar nicht auf Neveah. Neveahs Blick folgte dem ihren und stellte fest, dass dieser auf eine besonders gro?e Scherbe der svitrine gerichtet war.
Es war nicht das erste Mal, dass Adrienne einen solchen Ausweg w?hlte, um einer Erkl?rung auszuweichen – doch dieses Mal ging es nicht darum, Davinas Leben zu beenden.
Adrienne stürzte sich auf den ssplitter, doch Neveah war schneller. Ihre Hand schoss hervor, packte Adriennes Handgelenk und zog sie zu sich herüber, sodass sie ihr direkt in die Augen sah.
"Denk nicht einmal daran...", begann Neveah zu sagen, wurde aber von etwas v?llig Unerwartetem unterbrochen.
Im Kampf, sich zu befreien, tastete Adriennes freie Hand nach Neveah, streifte über ihre Brust, und in diesem Moment durchzuckte ein elektrisierender Scg Neveahs Adern, ausgehend von der Stelle, die Adriennes Haut berührt hatte.
Es war kein warmes, beruhigendes Pochen, weit gefehlt... Es war ein bitterer und qualvoll schmerzhafter Scg, der Neveah erschütterte, ihr den Atem raubte und ihr System durcheinanderbrachte.
Neveah keuchte, ihre Hand schnellte an ihre Brust, w?hrend sie zusammenppte und Blut spuckte.
Die gro?e Halle versank in einem Durcheinander aus Panik und Verwirrung... Alle ubten nun an das Gift, von dem Adrienne gesprochen hatte.
Alle, au?er jenen, die nahe genug an Neveah waren, um das grimmige, wütende Leuchten unter ihrem Kleid zu erkennen, als Menarx’ Schuppe in Erkenntnis erwachte... die Erkenntnis eines anderen.
Neveahs entsetzter Blick wanderte von Adrienne zu einem ebenso bestürzten Menarx, w?hrend sie nach Luft schnappte.
An seinen weit aufgerissenen Augen konnte Neveah ablesen, dass auch er gespürt hatte, was sie gespürt hatte...
Nach Jahrhunderten des Wartens hatte Menarx nie seine Seelenverwandtschaft gefunden... aber Neveah hatte sie soeben für ihn entdeckt, und unter Millionen von Menschen auf der Welt war es diese Frau, die ihr gegenübersa?.
An einem Tag, der ausgerec Neveahs neunzehnten Sommer markierte...
Es war der Tag, den sie Zeit ihres Lebens verabscheut hatte, an dem sie sich ?fter als einmal wünschte, nie geboren worden zu sein.
Neveah h?rte Menarx’ ferne, panische Rufe, w?hrend Blut aus Nase und Augen floss, und sie hatte wieder diesen Gedanken...
’Warum war sie überhaupt geboren worden?’
An diesem Tag lief nie etwas richtig, warum hatte Neveah jemals geubt, heute w?re es anders?