<h4>Chapter 309: Das wahre B?se (Kap.309)</h4>
"Es reicht! Das ist genug!" schrie Adrienne, und ihre magische Energie schlug aus, um den Dunst der Illusion zu vertreiben, die der Seher erzeugt hatte.
Adriennes Bewusstsein kehrte zurück und sie war sich ihrer Umgebung in der H?hle des Sehers wieder bewusst.
Der Blick des Sehers war immer noch auf Adrienne gerichtet, aber auf seinen Lippeng ein finsteres L?cheln.
Adrienne konnte nicht sagen, ob sie gerade tats?chlich in die Vergangenheit gesehen hatte oder ob es sich nur um eine Szene handelte, die der Seher mit seiner Magie und seinem Wissen über die Vergangenheit heraufbeschworen hatte.
Was auch immer es war, es verursachte Adrienne eine G?nsehaut und ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken.
Adrienne verbarg ihre Reaktion so schnell sie konnte, aber der Seher hatte sie bereits bemerkt.
"Warum? Wagt Ihr es nicht, den Verrat Eurer Vorfahren zu bezeugen oder das gro?e Unrecht, das sie den Drachen angetan haben?"
"Du wagst nicht zuzugeben, dass deinesgleichen sich den Drachen nicht widersetzen konnte, nicht aus Güte oder Mitleid, sondern aus Schuld und Scham über das B?se, das du begangen und verheimlicht hast?" fragte der Seher in einem amüsierten Ton.
"Ich ... ich wei? nicht, wovon du sprichst!" zischte Adrienne abwehrend.
"Vielleicht wisst Ihr es nicht, vielleicht wisst Ihr nicht genau, was passiert ist. Vielleicht war alles, was Eure Vorfahren überlieferten, eine vage Wahrheit, die ihren Verrat verbarg ..." begann der Seher, w?hrend erngsam zu Adrienne hinüberging.
"Es gibt Hunderte von Drachenfürsten, ich wage zu behaupten, dass du noch eine Handvoll M?glichkeiten hast."
"Wenn Ihr wirklich nichts wisst, dann sagt mir, warum Ihr ein Auge auf den Goldschuppen geworfen habt. Soll ich wirklich uben, dass Ihr keine Hintergedanken hegt?" fuhr der Seher fort.
Adriennes Augen weiteten sich, sie konnte nicht verstehen, wie der Seher zu dem Wissen gekommen war, das er hatte.
Die Vergangenheit der Fae-Rasse und ihre Absichten gegenüber dem Drachenk?nig.
"Ich wünsche mir aufrichtig seine Akzeptanz und Liebe, das ist alles." verteidigte sich Adrienne.
"Es w?re rührend ... wenn es wirklich nur das w?re." murmelte der Seher mit einem leisen Kichern, als er vor Adrienne ankam und sich hinunterbeugte, um Adrienne direkt in die Augen zu sehen.
"Du wagst es nicht, Zeuge des Ereignisses zu sein, das kann nur daran liegen, dass du bereits wei?t, wie das Ereignis abgufen ist." behauptete der Seher sachlich.
"Deine Vorfahrin hat ihren Schwur gegenüber demjenigen verraten, der ihr das Leben gerettet hat, die hochverehrte Hochk?nigin der Fae hat sich verschworen und einen Unschuldigen get?tet, wobei sie die Tat als das Werk des dunklen Reiches verschleierte." begann der Seher und blickte mit leeren Augen in Adriennes gro?e Augen.
"Es war bereits eine Zeit des Krieges, also waren die dunklen Zauberer zweifellos die einfachsten Sündenb?cke." Der Seher fuhr fort und nickte verst?ndnisvoll mit dem Kopf.
"Die dunklen Zauberer hatten bereits unz?hliges Unrecht an den Drachen begangen, was gab es da für ein Problem, noch ein weiteres Unrecht hinzuzufügen?"
"Sie hatten Tausende get?tet, Drachen und jede andere Ethnie gleicherma?en in ihrer Tyrannei, sicherlich konnten sie die Last von nur einem weiteren Leben ertragen?"
"Es war doch nicht zu viel zu tragen, oder? Die dunklen Zauberer waren schlie?lich schon das gro?e übel. Sie waren bereits befleckt ... es war besser, sie zu Fall zu bringen, als einen Fleck der Finsternis auf die unbefleckte Feenart zussen."
"So muss deine Vorfahrin gedacht haben, so muss sie ihr Handeln vor sich selbst gerechtfertigt haben." Sagte die Seherin in einem Ton, der kaum über ein Flüstern hinausging.
Adrienne wünschte sich in diesem Moment mehr als alles andere, dass sie die Worte des Sehers nicht h?ren k?nnte, aber sie h?rte sie, jedes einzelne Wort setzte sich schwer in ihrem Herzen fest.
"Das ist genug..." flüsterte Adrienne mit zittrigem Tonfall.
"Die Taten der Hochk?nigin erzürnten die Bestien von Asvar und der Aufstand gegen die reuelosen dunklen Zauberer wurde immer heftiger." Der Seher setzte seine Erz?hlung in einem viel ruhigeren Ton fort und erhob sich wieder auf seine Fü?e.
"Ein Aufstand, der sich zehn Jahreng hingezogen hatte, endete bald darauf mit der vollst?ndigen Vernichtung der dunklen Zauberer."
"Die Drachen haben alles niedergerissen und kein Leben verschont. Kein Mann, keine Frau, kein Kind ... nicht einmal ein Tier wurde verschont, und das gro?e Reich und seine gr??te Festung wurden zu dem Sumpf der Verwüstung, der sie jetzt sind." Der Seher fuhr mit einem Kopfschütteln fort.
"Es war dieser eine Tod, der zum entscheidenden Faktor wurde. Dieser eine Tod war es, der die Drachen wahrhaftig in einen Blutrausch versetzte und das Ende von Tausenden von Zauberern in Feuer und Blut herbeiführte."
"Doch das war der eine Tod, der nichts mit den dunklen Zauberern zu tun hatte..." Der Seher fuhr fort und sein Grinsen wurde noch breiter, als Adriennes H?nde sichtlich zu zittern begannen.
"Der wahre übelt?ter war ein Agardan, den der Bezwinger nie erwartet h?tte. Wie h?tte er wissen k?nnen, dass sein geliebter Reiter durch die Hand der Fae-K?nigin sterben würde, deren Leben er gerettet hat?" überlegte der Seher und schnalzte mit der Zunge.
"Die Fae waren bereit, alle ihre ns, die dunkle Magie praktizierten, zu vessen, nur um das B?se, das sie getan hatten, zu verbergen ... und was für eine hervorragende Arbeit sie dabei leisteten."
"Noch Jahrhunderte sp?ter liegt diese Wahrheit unter dem Blut und den Qualen tausender dunkler Zauberer begraben, die von Agardans wütenden mmen bei lebendigem Leib verbrannt wurden..." Der Seher hielt einen Moment inne und warf einen Blick auf eine zitternde Adrienne.
"Gibt es einen gr??eren Verrat als diesen? Wer war das wahre B?se in jenen Zeiten? Der Seher fragte nach.
"Sag mir Adrienne, gibt es irgendeinen Teil meiner Worte, der unwahr ist?" fragte der Seher.
Adrienne antwortete nicht, ihre Kehle war pl?tzlich wie zugeschnürt. Ihr Schrecken überw?ltigte sie vor Schreck über das tiefe Wissen des Sehers.
"Wenn du das nicht beantworten kannst, dann sag es mir wenigstens. Was ubst du, wienge diese Wahrheit noch verborgen bleiben kann, bevor sie endlich zur Kenntnis der Goldschuppen gngt?"
"Dass hinter dem Tod seiner Mutter viel mehr steckte, als er wusste?" Der Seher stellte eine weitere Frage.