<h4>Chapter 307: Der Seher 2 (Kap.307)</h4>
"Prinzessin Adrienne von den Fae... Seid gegrü?t..." rief der Junge Adrienne zu und lie? seinen Blick auf ihr ruhen.
Die Worte des Jungen schallten Adrienne immer wieder durch den Kopf.
Adriennes Herz pochte in ihrer Brust, ihre Augen weiteten sich leicht.
Sie hatte ihr Bestes getan, um ihre Identit?t nicht preiszugeben, niemand hatte bis jetzt etwas bemerkt, woher also hatte dieser Junge es gewusst?
Adrienne drehte sichngsam um, einen Fu? nach dem anderen, bis sie dem Jungen direkt gegenüberstand.
Ihre Augen trafen auf seine leeren wei?en Augen, und einen Momentng war Adrienne auf seinen Blick fixiert, unf?hig, ihn abzuwenden.
Und zwar nicht auf eine liebenswerte oder bezaubernde Art und Weise, sondern mit dem kalten, abschreckenden Gefühl, in einem unheimlichen Pool des Nichts gefangen zu sein.
Es dauerte einen Moment, bis Adrienne merkte, dass ihr Blick viel zunge verharrt hatte. Adrienne schüttelte leicht den Kopf und lenkte ihren Blick von den Augen ab, die auf sie gerichtet waren.
"Wenn du genug gesehen hast, dann komm." rief der junge Mann Adrienne zu.
Sein Ton war tief und heiser, ganz anders als sein Aussehen. Stattdessen ng er wie ein alter Mann, der schon viele Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte gesehen hatte.
Adrienne tastete mit ihrer Magie nach Spuren von Zeichen, die ihr verraten k?nnten, welcher Ethnie dieser Junge angeh?rte, aber da war nichts.
"Verschwende deine Mühe nicht, deine Magie wird dir hier nicht helfen." sagte der Junge, irgendwie wusste er genau, was Adrienne vorhatte.
Adrienne trat vorsichtig einen Schritt zurück, mit einem misstrauischen Blick in ihren Augen. Sie war hierher gekommen, um einen Seher zu befragen, aber dieser seltsame Junge schien keiner zu sein ... er schien etwas Schlimmeres zu sein.
"Vorsicht ist gut... aber dafür ist es jetzt ein wenig zu sp?t, meint ihr nicht auch? Ihr seid bereits hier... Solltet Ihr herausfinden, was ich bin, würdet Ihr dann mit leeren H?nden gehen?" Der junge Mann stellte eine Frage.
Adrienne war verblüfft über die Frage, es stimmte, dass sie bereits hierher gekommen war und wusste, dass sie die dunkle Seite w?hlen würde, um ihre Ziele zu erreichen.
Und es stimmte auch, dass sie sich gesagt hatte, dass sie das unbedingt tun musste und es kein Zurück mehr gab.
Was spielte es also für eine Rolle, woher die junge Seherin kam? Die junge Seherin wusste genau, was Adrienne auf dem Herzeng, und das verunsicherte sie nur noch mehr.
"Woher kennst du mich?" fragte Adrienne misstrauisch, w?hrend sie einen vorsichtigen Schritt vorw?rts machte und wieder ins Licht trat.
"Ich kenne nicht... Ich bin einmal einem Eurer Verwandten bege. Nur jemand, der etwas zu verbergen hat, tritt auf diese Weise vor mich, und als Eure Tante mich vor Jahrzehnten konsultierte, trug sie auch ein ?hnliches Gewand... Ich nehme an, du hast ihre Führung erhalten." Sagte der Junge.
"Du bist also die Seherin." erkannte Adrienne.
"Es ist leicht zu erkennen, dass du eng mit dem Oberhaupt des dritten Fae-ns verwandt bist. Und von den beiden Prinzessinnen würde Ke sicher keinen Fu? an einen Ort wie diesen setzen." erwiderte die junge Seherin.
Adrienne blickte an sich herunter, sie hatte sich genau so gekleidet, wie ihre Tante es erw?hnt hatte, als sie Adrienne von ihrem Besuch in der Gebrochenen Klinge erz?hlte.
Vielleicht h?tte Adrienne ein wenig mehr darüber nachdenken sollen, aber es war kaum abzusehen, dass ihre Kleidung sie verraten würde.
"Dann war es mein Versehen." murmelte Adrienne erleichtert.
Es war leichter zu akzeptieren, dass sie sich nicht gut genug verkleidet hatte, als zu akzeptieren, dass dieser Seher von ganz allein herausgefunden hatte, wer sie war.
"Wenn das die Antwort ist, die dich beruhigt ... dann ist es so." erwiderte der Seher.
Seine Worte lie?en Adrienne v?llig verblüfft zurück, hatte er nur gesagt, was er wusste, dass Adrienne es h?ren wollte?
Wenn ja, dann hatte er Adriennes Identit?t wirklich ganz allein herausgefunden und sie sogar mit ihrem Geburtstitel Prinzessin angesprochen und nicht als Lady Adrienne, wie sie in den letzten Jahrzehnten seit ihrer Ankunft in der Drachenburg h?ufiger genannt worden war.
"Ihr seid gekommen, um Antworten zu suchen, nicht wahr? Warum steht Ihr so weit weg?" fragte der Seher, den Blick immer noch auf Adrienne gerichtet.
Die Intensit?t des Blicks des Sehers war zermürbend, und Adrienne brauchte einen Moment, um ihren Geist zu beruhigen, bevor sie n?her kam.
"Kannst du mir dann die Antworten geben, die ich suche?" fragte Adriennengsam, als sie vor dem Seher stehen blieb.
"Das h?ngt davon ab, welche Fragen du stellen willst, Adrienne." erwiderte der Seher und deutete Adrienne, sich zu setzen.
"Was hat das zu bedeuten?" fragte Adrienne.
Sie hatte einenngen Weg hinter sich, nur mit diesen Antworten konnte sie ihren n bei ihrer Rückkehr ausführen und alles wieder an seinen tz zurückbringen.
"Ich kann dir die Antworten geben, die du suchst, Adrienne. Ich werde dir auch die Antworten geben, von denen du nicht wei?t, dass du sie suchst." versicherte der Seher, und seine Lippen verzogen sich zu einem L?cheln.
Adrienne setzte sich hin und nahm dabei ihre Kapuze und Maske ab.
Der Seher wusste bereits, wer sie war, eine Verkleidung war hier unten nicht mehr n?tig.
"Was wisst Ihr über die Antworten, die ich suche?" fragte Adrienne misstrauisch.
"Bevor ich dir die Antworten gebe, die du suchst, musst du mir eine Frage beantworten." Sagte der Seher, sein L?cheln noch immer auf den Lippen.
"Ich habe bereits eine Abmachung getroffen, bevor mir eine Beratung gew?hrt wurde. Welche Bedingungen muss ich noch erfüllen?" fragte Adrienne mit einem Stirnrunzeln.
"Ein Versprechen mit Blut? Das ist zwar ein ehrenwertes Gesch?ft, aber es nützt mir nichts, wenn Eure Antwort nicht stimmt."
"Ihr wollt Dinge erforschen, die den Menschen nicht bekannt sind, und mit verbotenen Methoden nach Antworten suchen, dafür ist kein Preis zu hoch." stellte der Seher r.
Adriennes Stirnrunzeln vertiefte sich, aber sie war schon so weit gekommen und so nickte sie zustimmend.
"Hier ist meine Frage, sie ist nicht so kompliziert, sie erfordert nur eine einfache Antwort." versicherte der Seher, w?hrend er sich aufrichtete, seine erste Bewegung au?er der Bewegung seines Blickes.
"Es gab eine Zeit, in der die Fae an der Spitze des übernatürlichen Reiches standen, vor dem Aufstand. Selbst das dunkle Imperium wagte es nicht, eure Art zu beleidigen und suchte stattdessen ein Bündnis."
"W?hrend die Bestien von Asvar Sven in Ketten waren, war die am meisten entehrte Ethnie jener Zeit... Die Fae-ns hatten die gr??te Chance, die Dynastie der dunklen Zauberei zu stürzen..."
"All der Ruhm und die Vorherrschaft der Drachen h?tte den Fae geh?rt, wenn sie sich nur mutig erhoben h?tten, bevor die Drachen sich erhoben, um ihre Freiheit zurückzufordern." Sagte der Seher.
W?hrend der Seher sprach, ging erngsam, die Hand an der Seite ausgestreckt und die Finger an den W?nden nachziehend.
"Die Fae nahmen sogar die gr??te Kraft an, die ihnen zur Verfügung stand, und brachten die ns der dunklen Feen hervor... Fae-ns, die sich in dunkler Zauberei übten. Mit ihrer natürlichen Affinit?t für Magie und die dunklen Künste,"
"Die Fae h?tten das dunkle Reich mit Leichtigkeit erobert und aus seinen Ruinen ein noch gr??eres Reich errichtet... selbst die Bestien von Asvar w?ren dann den Fae unterworfen worden."
"Es h?tte nie eine gr??ere oder m?chtigere Dynastie gegeben, und eure Art wusste das. Sag mir also, warum hat deinesgleichen eine so gro?e Chance nicht wahrgenommen und sie stattdessen den Drachen übessen?" Fragte der Seher.
Adrienne war v?llig verblüfft, der Seher wusste so gut über die Geschichte der Fae Bescheid, über die sie nicht einmal untereinander sprachen.
"Die ... Drachen waren zu stark ... wir konnten sie uns nicht zum Feind machen." stotterte Adrienne unsicher hervor.
"Damals waren die Drachen noch in Knechtschaft. Beherrscht von dunkler Magie, h?tten sie niemals eine Chance gegen eure Art gehabt." Der Seher antwortete mit einem leisen Kichern.
"Ich... die Drachen haben ihre Freiheit verdient. Der Fae-n hatte keinen Grund, sie zu verhindern oder sich auf die Seite der Zauberer zu stellen." verteidigte sich Adrienne.
"Eine gerechte Tat? ...Das ist wahrlich unpassend für eure Art. Eure Art hat sich schon seit Jahrhunderten auf die Seite der dunklen Zauberer gestellt und die Versvung der Drachen von der Seitenlinie aus beobachtet."
"Ich ube nicht, dass eure Art jemals wollte, dass die Drachen frei sind ... denn nur wenn die Drachen versvt waren, konnte eure Art die st?rkste Ethnie sein."
"In dem Moment, in dem die Drachen ihre Freiheit wiederengten, wurden sieben Fae-ns zusammen mit den dunklen Zauberern wegen ihrer Verbindung zur dunklen Magie vollst?ndig ausgel?scht."
"Diese Freiheit, von der ihr behauptet, dass sie ihnen zusteht, war für euren n überhaupt nicht von Vorteil." konterte der Seher.
"Diese ns haben verdient, was sie bekommen haben, die Fae, die auf der Seite der Drachen standen, wurden für ihre Loyalit?t belohnt und leben noch immer in Privilegien." erwiderte Adrienne entschieden.
"Eure Art h?tte alles haben k?nnen, dann h?ttet ihr keine Verwendung für ein Privileg."
"Der wahre Grund, Adrienne, ist dir sicher bekannt. Es ist ein Wissen, das unter den K?nigen der Fae weitergegeben wird, so viel wei? ich." Sagte der Seher erneut.