<h4>Chapter 785: Run Out (Ch.786)</h4>
Das Allerheiligste der H?llenfestung war einst ein Studiensaal gewesen, so hatte sie geh?rt. Für Magier, die hierhin kamen, um die Kunst mit dem Manapool zu üben.
Die einst prachtvollen Bücherregale waren jetzt leer und zur Seite ger?umt, um tz für Scfrollen, Strohmatratzen und Kisten mit Vorr?ten zu schaffen – für die Flüchtlinge, die durch die Lava aus ihren H?usern vertrieben worden waren.
Flüchtlinge ... das Wort schmeckte bitter auf ihrer Zunge.
Die Buntsfenster waren von au?en mit Brettern vernagelt, um die gef?hrlichen D?mpfe zu filtern, so gut es eben ging.
Kaum ein Sonnenstrahl drang hierher durch; nicht, dass die Rauchwolken, die den Himmel verhangen, überhaupt viel Licht durchlie?en. Künstliches Licht zierte die W?nde, wobei der schwache Leuchten der Edelsteine den Kampf gegen das D?mmerlicht kaum gewann.
Es war w?rmer hier. überfüllt. Trostlos.
Der Duft in der Luft war eine Mischung aus gekochter Gerste, Heilsalben, Schwei? und Asche.
Immer Asche.
Diese Szene erinnerte sie an das gespenstische Istionsviertel zurück in Fort Scabbard nach dem Ausbruch der Seuche.
Zumindest war es hier nicht so schlimm. Doch ob ihr diese Erkenntnis gefiel, war sich Neveah nicht sicher.
Ob Pest oder Vulkan, dunkle Magie oder Arkane, Zauberer oder Fae – das Ergebnis war immer dasselbe. Die unschuldigen Bürger trugen die Haupst.
Wegen einer Fehde, deren Ursprung sie nicht kannten und an der sie keinen Anteil hatten. Es war eine beunruhigende Wahrheit.
Sie schritt durch den Eingang, ihre Stiefel d?mpften das Ger?usch auf dem Steinboden. Zun?chst bemerkte sie niemand. Es war Zeit für das Morgenmahl und die Bediensteten der Festung verteilten dampfende Schüsseln an die Flüchtlinge.
Eine Gruppe von Kindern kauerte nahe dem Herd in der Mitte des Raumes, einige mmerten sich an zerfetzte Decken, andere atmeten den Ru? mit zu kleinen und ssen Fingern ein.
R?nder um ihre Augen waren rot – und nicht nur vom Weinen.
Neveahs Blick verengte sich beim Anblick der Decken und sie machte sich mental eine Notiz, mehr Vorr?te bereitzustellen. Diese Menschen hatten kaum die M?glichkeit, mehr als ein paar Wertsachen mitzunehmen; nung die Verantwortung für ihre Bedürfnisse bei der Festung.
Die Ressourcen würden knapp, das wusste Neveah. Sie hatte es bei Fort Scabbard miterlebt. Doch wenn es etwas gab, das die Festung am Leben erhielt und gedeihen lie?, dann war es die Gemeinschaft unter den Drachenkindern.
St?ndig kamen Briefe von verschiedenen Festungen an, die nach den ben?tigten Ressourcen des Inferno fragten, sogar bevor sie darum gebeten hatten.
Jian hatte einen eng verbundenen n aufgebaut und darauf war sie stolz.
Sie kniete neben einem kleinen M?dchen mit wilden Haaren und verschmierten Wangen, das in seine H?nde hustete.
Das Kind konnte nicht ?lter als sieben Sommer in Menschenjahren sein.
"Du bist früh wach", sagte Neveah sanft und strich die Asche von den ?rmeln des M?dchens.Das Kind blinzelte zu ihr hoch, die Lippen rissig. "Wir scfen nicht viel", sagte es. "Die Luft kratzt in unserem Inneren."
Neveah nickte. Das konnte sie nachempfinden. Sie griff in die Tasche an ihrer Hüfte und zog eine kleine Dose mit Honigsalbe heraus, etwas, das die Heiler bei Engegefühl in der Brust verwendeten.
"Mach den Mund auf, Kleine."
Das M?dchen gehorchte und streckte die Zunge heraus wie ein wachsames K?tzchen. Neveah sch?pfte ein wenig davon und lie? es auf der Zunge zergehen. Das Kind seufzte genüsslich, als w?re es ein seltener Genuss.
"Es hilft, aber nur für eine Weile", jammerte sie.
"Ich wei?", sagte Neveah. "Und ich werde mehr bringen. Ich werde die Heiler bitten, an der Formel zu arbeiten... um sie wirkungsvoller zu machen."
Am anderen Ende des Raumes w?lzte sich ein Junge hin und her, murmelte im Scf von Drachen. ?ltere M?nner und Frauen sa?en in einer Reihe an der gegenüberliegenden Wand, einige hielten geschwollene Kn?chel, andere betupften ihre von den sauren Nebeln ger?tete Haut, die mit jedem Ascheregen kamen.
Wie immer, nach der Evakuierung, gab es noch immer eine betr?chtliche Anzahl von Bürgern, die in den Gefahrenzonen feststeckten oder zu stur waren, ihre H?user zu vessen, und die H?llendrachen hatten einen weiteren Tag gebraucht, um sie zusammenzutreiben.
Es gab viele Verletzte, aber bisher gab es keine Todesf?lle zu begen. Neveah hoffte, dass es dabei bleiben würde.
Neveah ging zur n?chstgelegenen ?lteren und kniete nieder, nahm ihr das Tuch aus der zitternden Hand und tauchte es in frisches Wasser. Die Frau sagte nichts, sondern sah Neveah nur mit dankbaren, aber leeren Augen an.
"Ihr solltet nicht ohne Wache hier sein, Eure Gnaden", sagte eine sanfte Stimme hinter ihr.
Neveah drehte sich um und sah Heiler Yural, einen breitschultrigen Mann mit einem halben Dutzend Phiolen in seinem Gürtel. Er sah müde aus, war aber nicht überrascht, sie zu sehen.
Er war ein bekanntes Gesicht, Neveah kannte ihn seit ihren ersten Monaten im Drachenturm, als sie Xenon als Dienerin zugeor worden war.
Er kam nur selten in den Heilungssaal und war schon vornger Zeit von Everon ausgebildet worden.
Er geh?rte nicht zu denen, die unfreundlich zu ihr gewesen waren, aber er war auch nicht besonderst. Er war einer von denen, für die Neveah damals am dankbarsten gewesen war, die sich gar nicht um ihre Existenz gekümmert hatten.
"Ihr seid eine K?nigin, auch wenn nicht alle es wissen", sagte er. "Ihr solltet bei den Lord Drachen sein. Das hier ist nicht eure Aufgabe."
"Ist es nicht?" fragte Neveah leise und wrang das Tuch wieder aus. "Ich wei?, dass der Heilersaal alles unter Kontrolle hat. Deshalb habe ich dich gerufen, und ich bin froh, dass ich es getan habe. Ich kann sie nicht mit Magie heilen, so wie ihr... aber ich kann sie wenigstens mit meinen H?nden beruhigen."
Yural musterte sie, dann nickte erngsam. "Dann nehmt das hier. Verteilt sie." Er reichte ihr einen zweiten Beutel, gefüllt mit Fieberkraut und Aschenbalsam. "Sie vertrauen euch."
Neveah verbrachte die n?chste Stunde damit, von Lager zu Lager zu gehen, zu beruhigen, zu reden, manchmal einfach nur zuzuh?ren.
Sie verteilte Trockenfrüchte an die Kinder, flüsterte Witze, die ihre rissigen Lippen zu einem L?cheln bewegten. Sie rieb schmerzende Rücken und bot Zusicherungen an, bei denen sie sich nicht sicher war, ob sie selbst daran ubte.
Und für eine Weile verga? sie Demevirld. Die Magie. Das Arkane, das in ihren Knochen wie ein wartender Sturm schmerzte.
Es erinnerte sie an die Gnade, die sie gezeigt hatte... und wie schnell sie zu Ende gehen würde.