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Chapter 752: Was gebraucht wird (Kap.753)

    <h4>Chapter 752: Was gebraucht wird (Kap.753)</h4>


    Das Wasser im Waschbecken lief rot.


    Neveahs H?nde zitterten, als sie sie verzweifelt unter dem flie?enden Wasser schrubbte, doch das Blut wollte einfach nicht weichen. Es haftete an den Linien ihrer Handfl?che, unter ihren N?geln und war in den Furchen ihrer Finger eingegraben, als w?re es ein Teil ihres Wesens geworden.


    Sie hatte sich die H?nde bereits wund gewaschen, konnte es jedoch immer noch fühlen ... das Blut, klebrig ... warm ... frisch.


    Und ihre H?nde waren nicht das Einzige, was davon bedeckt war. Ihren Kopf hebend, starrte Neveah auf ihr Spiegelbild. Das Bild, das sie anblickte, war ihr v?llig fremd... ein Geist der Person, die sie von sich kannte. Ihre Augen, sonst so grimmig, wirkten leer, als sei sie immer noch in jenem Moment gefangen.


    Ihre Haut war noch sser als üblich, ihre Wimpern feucht von dem, was sie nicht wahrhaben wollte. Ein roter Fleck befleckte die Seite ihres Kiefers ... mehr Blut, Adriennes Blut.


    Neveah schluckte schwer, ihre Kehle fühlte sich eng an. Die Szene spielte sich immer noch in ihrem Kopf ab, und sie konnte sie deutlich h?ren ... ohrenbet?ubend.


    Menarx’ Brüllen.


    Selbst jetzt... eine Stunde sp?ter... war dieses Ger?usch in ihrem Ged?chtnis eingebrannt.


    Das Ger?usch hatte den Himmel durchdrungen und die Nacht zerrissen. Ein Ger?usch so roh, so voller Qual, dass die Luft damit zitterte. Es war weder der Schrei eines Kriegers noch das Gebrüll eines htenherrn... nein, es war ein Flehen gewesen. Ein ursprünglicher Schrei eines gebrochenen Herzens... ein Hilferuf,


    um Hilfe, die Neveah nicht geben konnte.


    Ihr Griff um den Rand des Porzenbeckens verst?rkte sich, als die Erinnerung sie zum hundertsten Mal in kaum einer Stunde heimsuchte.


    In jenem Moment hatte sie Menarx’ Blick getroffen. Er hatte kein Wort gesagt, es war auch nicht n?tig. Seine Augen vermittelten alles... Verzweiflung, Angst, st?rker als alle Worte es je k?nnten, und die Hoffnung, an die er sich mmerte. Und er hatte in Neveahs Augen gesehen, was er brauchte.


    Neveah hatte bereits alles getan, was sie konnte. Sie hatte ihnen Zeit verschafft, das war alles. Und er hatte es gewusst.


    Menarx hatte im Blut seiner Reiterin gekniet, den geprügelten und gebrochenen K?rper Adriennes an sich gedrückt, als k?nnte er sie vor dem Unvermeidlichen schützen. Doch selbst er, stolz, stark und unverwüstlich, hatte gewusst, dass es hoffnungslos war ... Adrienne konnte nicht gerettet werden, und die Trennung stand bevor.


    Er wusste... dass in dem Moment, als sie ihren letzten Atemzug tat, seine Seele zu zersplittern beginnen würde.


    Er wusste das und dennoch hatte er sie angesehen, mit Augen voller Kummer.


    Und Neveah wünschte sich in diesem Moment, dass sie etwas tun k?nnte, irgendetwas... sie h?tte alles gegeben, um ihm diesen Schmerz zu ersparen,


    Aber sie hatte ihm nichts zu bieten ... keine Worte, keinen Trost und keine Macht, das Schicksal zu ?ndern.


    Und sie konnte nichts weiter tun, als zuzusehen, wie Menarx’ Verwandlung ihn auf eine Weise durchdrang, die Neveah noch nie zuvor gesehen hatte... brutal und pl?tzlich. Seine Flügel hatten sich in einerngsamen, traurigen Bewegung entfaltet, als sicherte er Adrienne vorsichtig in seiner ue, die Bewegung war bedachtsam und ehrfürchtig... als würde er seine ganze Welt ummmern.


    Mit einem letzten Blick auf Neveah verschwand er in der Nacht und verschwand aus dem Blickfeld... und Neveah hatte ihn gehenssen, wohl wissend, dass sie ihn h?tte aufhalten müssen.


    Seitdem war genau eine Stunde vergangen, und niemand hatte etwas von Menarx gesehen oder geh?rt. Das bedeutete, dass die Trennung jeden Moment eintreten k?nnte, sie k?nnte bereits begonnen haben und Menarx... er war ganz allein.


    Wenn sie doch nur etwas gesagt h?tte... irgendetwas, h?tte sie ihn davon abhalten k?nnen zu gehen?


    Neveah kniff die Augen zusammen und stemmte sich gegen das Waschbecken, als ein heftiger Schluchzer ihren K?rper durchzuckte. Das Ger?usch des flie?enden Wassers d?mpfte ihr gebrochenes Schluchzen.


    Nur einen Herzscg sp?ter durchbrach ein Klopfen an der Tür den Dunst.


    Neveah bewegte sich nicht... sie wollte sich nicht bewegen.


    ?Neveah", rief Xenon gleichm??ig, doch mit einer gewissen H?rte. ?Lass mich rein."


    Sie tat es nicht.


    Ein kurzes Schweigen und dann ein Zischen. Der Türknauf pperte zu Boden, brannte sich durch. Die Tür quietschte auf und Schritte n?herten sich, bis eine warme Pr?senz hinter ihr schwebte und wartete.


    Neveah drehte sich nicht um, sie konnte es einfach nicht.


    ?Veah...", Xenons Ton war nun weicher, aber immer noch fest. ?Du bist schon eine Stunde hier drin. Du musst aufh?ren."Neveah’s Blick kehrte zum Spiegel zurück – kaum konnte sie sich selbst erkennen.


    Eine kr?ftige, doch sanfte Hand ergriff ihr Handgelenk und zog sie vom Waschbecken fort. Neveah lie? es zu, sie war zu bet?ubt, um Widerstand zu leisten.


    "Sieh mich an", forderte Xenon mit Nachdruck, als Neveahs Augen weiter auf den Boden gerichtet blieben.


    Gelehrig erhob sie ihren Blick, um den seinen zu treffen. Xenons Stirn runzelte sich beim Anblick der Tr?nen in ihren Augen, er zuckte merklich zusammen – als würde der Anblick ihm physisch Schmerzen bereiten.


    "Ich schaffe es nicht...", brach Neveahs Stimme weg. "Ich bekomm es nicht ab..." Ihre Worte endeten kaum h?rbar.


    Schmerz war in Xenons Blick, als er Neveahs Blick zu ihren H?nden folgte. Wortlos griff er nach einem feuchten Tuch und wischte damit sanft über ihre Handfl?chen, über die Blutflecken, die l?ngst weggescheuert worden waren.


    "Da ist nichts mehr", flüsterte er. "Es ist verschwunden, Veah."


    Aber es war nicht verschwunden.


    Und es würde nie verschwinden.


    "Menarx... Ich konnte ihn nicht aufhalten... Ich habe es nicht geschafft...", murmelte Neveah leise, ihre Stimme rau.


    "Wir sind ihm schon auf der Spur. Auch Kirgan ist angekommen, er wird die Führung übernehmen... er wird nicht ruhen, bis er ihn gefunden hat." Xenon versicherte mit düsterer Stimme.


    Neveah entging das nicht. Sie schluckte, ihre H?nde ballten sich zu F?usten.


    "In dem Augenblick, in dem Adrienne stirbt... falls sie nicht bereits tot ist...", setzte Neveah an, ihr Atem war unregelm??ig. "Ich wei? nicht, wienge... meine Magie sie noch halten kann..."


    "Er wird die Trennung erleiden", vollendete Xenon die Worte, die Neveah nicht auszusprechen vermochte. "Und wenn er allein ist, wenn es geschieht, wird er... es nicht überstehen." Xenons Kiefer verkrampfte sich, seine Stimme war schwer von der Last ihrer gegenw?rtigen Realit?t.


    "Also müssen wir ihn finden... bevor das geschieht", sagte Xenon bestimmt.


    Das Herz h?mmerte gegen Neveahs Rippen. Sie wusste es bereits, aber esut ausgesprochen zu h?ren, machte es nur zu real... es war unertr?glich.


    Xenon atmete scharf aus und trat dichter heran, sein Blick fest auf Neveah gerichtet. "Aber wir k?nnen nicht selbst auf die Jagd gehen."


    Neveahs Kopf fuhr hoch. "Was?"


    "Fort Inferno wird angegriffen", verkündete Xenon düster. "Die Fae haben gerade einen Angriff gestartet. Und schlimmer... die Werw?lfe sind ebenfalls vorgerückt, sie sind ins untere Viertel gestürmt und haben es als Geisel genommen."


    "Sie benutzen die Einwohner als menschliche Schutzschilde; die H?llendrachen k?nnen nicht zurückscgen, ohne das untere Viertel in Brand zu setzen und ihre Eigenen zu t?ten. Und dann ist da noch der Vulkan..."


    Neveah blickte zu Xenon auf, ihre Augen verraten die Ohnmacht, die sie empfand.


    "Als deine Geliebte würde ich dich am liebsten mitnehmen... weit weg von alledem. Aber ich wei?, du würdest das nicht wollen, und es bricht mir das Herz. Ich musste mit ansehen, wie mein Bruder seinen Reiter verlor, und alles, an das ich denken kann... alles, was mir mein Verstand sagt, ist der dringende Wunsch, dich zu verstecken... vor dieser ganzen Gefahr."


    "Als Lord von Onyx Scales ist es meine Pflicht zu sagen... die gesamte Festung h?ngt von dir ab..." Xenons Stimme sank zu einem Flüstern, traf ihn jedoch h?rter als jede ernste Erinnerung an die Realit?t. "Wenn du zerbrichst... zerbrechen wir alle."


    "Also w?hle, Veah. Entscheide, wer ich für dich sein soll... Ich werde tun, was du vengst", gelobte Xenon, wobei seine Augen Neveahs suchten.


    Neveah wollte etwas erwidern, widersprechen... ihre Frustration herausschreien.


    Doch sie konnte nicht.


    Denn er hatte recht.


    Was die Festung jetzt brauchte, waren nicht zwei Liebende, die das herannahende Schicksal einer geliebten Weggef?hrtin betrauerten; was sie brauchte, waren der Lord von Onyxschuppen und die Drachenk?nigin.


    "Schuppen! Was sollen wir nur wegen Narx tun?" flüsterte Neveah und schloss die Augen.
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