<h4>Chapter 718: Mit dir (Kap.719)</h4>
"Ist es wirklich so beunruhigend... dieser... Mykael?" fragte Neveah vorsichtig, w?hrend ihr Blick den Audienzsaal absuchte und von der anhaltenden Stille beunruhigt wurde.
Nicht einer der k?niglichen W?chter hatte ein weiteres Wort verloren, was zunehmend bedenklich wurde.
Der Ausdruck ’Drachent?ter’ hatte offensichtlich eine gro?e Bedeutung für sie, und Neveah konnte verstehen, warum: Ein Drache, der andere Drachen t?tet.
Nach dem Drachenrecht war es ein Sakrileg. Nach allgemeiner Moralvorstellung war es inakzeptabel.
Xenon atmete tief durch und warf Neveah einen Blick zu, der ihre Worte best?tigte.
"Meine Brüder und ich standen dem Herrn der Granatschuppen nicht sehr nahe. Aber Jian... er litt oft unter Mykaels Einfluss, oftmals unterstützt durch Asrig... und manchmal auch nicht..."
"Aber für Jian ist Mykael fast wie eine Verl?ngerung Asrigs. Nach der Hinrichtung Asrigs verschwand Mykael und Jian... er hat das nicht gut verarbeitet." offenbarte Xenon Neveah gegenüber.
"Sollte er davon erfahren, fürchte ich, es k?nnten Erinnerungen an eine dunkle Vergangenheit wach werden. Erinnerungen, die wir Brüder lieber ausgel?scht h?tten... für immer." best?tigte Menarx grimmig.
Neveahs Herz zog sich bei diesen Worten zusammen, sie konnte sich kaum ausmalen, was so gravierend sein k?nnte, dass die k?nigliche Garde es als unaussprechlich ansah, und vor allem, weil es Jian betraf, war zutiefst beunruhigend.
"Das Wichtigste ist doch, dass er zurückkehrt, oder nicht? Wenn dieser Mykael wirklich eine solche Bedrohung ist, muss Jian eine Entscheidung treffen... wir k?nnen das nicht für ihn tun." sagte Neveah schlie?lich.
Xenon nicktengsam, denn er verstand, was Neveah meinte. Wenn es darauf ankam, Mykael gegenüberzutreten, dann am besten unter Jians Führung.
"Verothrax hat seine Befehle erhalten, er wird zu den Wei?en Dünen aufbrechen und Kirgan wird ihn begleiten. Den Dünendrachen wird befohlen, sich entsprechend vorzubereiten." wandte sich Xenon an die Gruppe.
"Kann er wirklich ungeschehen machen, was passiert ist? So einfach?" fragte Neveah unsicher.
Das Grauen, das sie beim Absturz ins Nichts miterlebt hatte, war ihr noch lebhaft in Erinnerung; es war eine unubliche magische Kraft, jenseits von allem, was Neveah für m?glich gehalten hatte.
"Theoretisch ist die Magie des Nichts umkehrbar. Zumindest wird er in der Lage sein, das Miasma endgültig zu verbannen und den Flug und Portalreisen wieder zu erm?glichen. Aber Verothrax wird etwas Zeit ben?tigen..." gab Xenon düster zu.
"Der Absturz ins Nichts geschah aufgrund der Instabilit?t von Verothrax’ Magie. Es war kein Zufall, dass in der Zeit, als Verothrax aus seinem Scf erweckt wurde, jemand mit seiner Magie herumgepfuscht hat." sagte Xenon deutlich.
"Habt ihr eine Vorstellung, wer es war?" fragte Imagor, sein Tonfall war düster.
"Ich ube, Lady Adrienne k?nnte uns die beste Antwort darauf geben." sagte Xenon.
Bei seinen Worten richteten sich alle Blicke auf Adrienne, bis auf Menarx, der instinktiv vor Adrienne trat.
Adrienne wich zurück, ihre Augen weit aufgerissen und verwirrt.
"Ich habe nichts getan..." verteidigte sich Adrienne, blickte hilfesuchend zu Menarx.
"Addie kann die Magie von Verothrax unm?glich beeinflusst haben. Sie wei? nicht einmal, wann Verothrax aus seinem Scf erwachte oder wo er geschlummert hat..." überlegte Menarx und zog die Stirn in Falten.
"Ich habe nie behauptet, dass sie es wusste." stellte Xenon r.
"Adrienne, wo ist deine Schwester?" fragte Xenon mit kühler Stimme.
Diese Frage versetzte alle im Saal in Schock, einschlie?lich Everon, der bis dahin geschwiegen hatte.’"Ich ... Ke? Ke hat damit nichts zu tun!" rief Adrienne aus.
"Xenon... Das ist..." Kirgan wollte sich einmischen, doch Xenon stoppte ihn mit einem scharfen Blick.
"Ke war die Einzige, die Zugang zu Verothrax’ H?hle hatte." murmelte Everon vorsichtig.
"Das macht sie nochnge nicht zur T?terin! Ke ist loyal!" Adrienne wurde zunehmend unruhig, was die Situation nicht verbesserte.
"Wo ist deine Schwester?!" zischte Xenon diesmal.
"Achte auf deinen Ton!" warnte Menarx knurrend.
Xenon brummte leise, machte einen Schritt vorw?rts, doch Neveah zog schnell an seinem Arm.
Xenon sah hinunter zu Neveah, die leicht den Kopf schüttelte, um ihn abzuschrecken. Ihre Augenbrauen zogen sich unwillig zusammen.
"Xenon... Menarx, haltet ein. Beide." schaltete sich Neveah ein.
"Menarx, niemand wird sie angreifen. Deine Verteidigungshaltung wird Xenon provozieren, also beruhige dich." fuhr Neveah fort, ihr Ton war bestimmt und lie? keinen Raum für Widerspruch.
Neveah wartete, bis sich beide Parteien beruhigt hatten, bevor sie wieder sprach.
"Adrienne, setz dich. Du scheinst aufgewühlt." schlug Neveah der Fee vor.
Adrienne gehorchte und setzte sich ein Stück entfernt von Imagor, w?hrend Menarx sich neben sie setzte und sich die Schl?fen rieb.
"Xenon ... was wissen wir über diese Situation?" fragte Neveah.
"Verothrax wurde mit magischen F?higkeiten versorgt, als er verwundbar war. Nur jemand mit Magie kann einem anderen Magie aufzwingen, doch alle seine Angelegenheiten wurden pers?nlich von Ke geregelt. Wenn nicht sie, ist sie zumindest am ehesten in der Lage, eine Erkl?rung abzugeben." erkl?rte Xenon, sein Tonfall war immer noch eisig.
"Kirgan, schicke nach Verothrax. Es ist besser, dies von ihm zu h?ren." murmelte Neveah, w?hrend sie sich mit der freien Hand durch die Haare fuhr.
"Everon, kontaktiere Lord Lodenworth, er und seine Dame sollen sofort zum Bergfried zurückkehren. Und ich denke, wir wissen alle, aber diese Nachricht verl?sst diesen Saal nicht... Lord Lodenworth ist eine geachtete Pers?nlichkeit und wird in jeder Situation mit h?chstem Respekt behandelt." erkl?rte Neveah entschlossen.
Neveah blickte zu Xenon hinüber und deutete mit ihren Augen, dass er mit ihr zur Seite gehen sollte, woraufhin Xenon Neveah in eine Ecke des Audienzsaals folgte.
"Geht es dir gut? Ich spüre, wie angespannt du bist, und das schon seit deiner Ankunft. Brauchst du erstmal eine Pause? Das ist viel zu bew?ltigen, wenn man gerade erst zurückkommt." erkundigte sich Neveah besorgt.
"Im Schattenturm ist viel passiert. Ich bin etwas au?er Fassung." sagte Xenon leise,
"Und falls die Wochen, die ich fern von dir an diesem schrecklichen Ort verbracht habe, und das, was mit Jian passiert ist, durch Ke beeinflusst wurde, werde ich sie zerrei?en. Menarx und seine Dame hin oder her." sagte Xenon entschieden, die F?uste an den Seiten geballt.
Neveah nicktengsam und hob Xenons Faust an ihre Lippen.
"Wenn sie wirklich dahintersteht, was dir und Jian passiert ist... Wir werden sie nicht davonkommenssen. Ich stehe auf deiner Seite... immer auf deiner Seite. Und Menarx ebenfalls... das wei?t du."
"Wenn das vorbei ist, heute Abend, erz?hlst du mir alles. Bis ins kleinste Detail." überredete Neveah sanft.