<h4>Chapter 716: Ein Teilrecht (Kap.717)</h4>
Es war schwer zu sagen, wie viel Zeit vergangen war, aber Neveah spürte in dem Moment eine Ver?nderung in der Atmosph?re.
Sieuschte genau... Stille. Sonnenstrahlen vertrieben bald die Dunkelheit der H?hle, und das Summen der Magie war in die Ferne gerückt.
"Es dürfte jetzt sicher sein. Das Tageslicht ist zurückgekehrt." Ida markierte den Wandel.
Neveah schaute hinunter auf Zephyroth, der fest scfend auf ihrem Scho?g. Sie wartete noch einen Augenblick, bevor sie das Kind in ihre Arme hob und aufstand.
Sie führte den Weg hinaus aus der H?hle, durch den Tunnel, und je n?her sie dem Haupteingang kam, desto st?rker wurde sie vom scharfen Blutgeruch und dem unverwechselbaren Gestank der Kobolde überw?ltigt.
Verothrax stand am Haupteingang der H?hle, genau dort, wo sie ihn zurückgssen hatten. Er lehnte an der Wand und schien auf sie zu warten.
Es war eine Weile her, seit Neveah das Knurren und Fauchen der Kobolde nicht mehr vernommen hatte. Sie wusste, wann es zu Ende gegangen war: Als Verothrax sie endgültig ausgel?scht hatte und sich entschieden hatte, hier zu warten.
"Du hast den Eingang bewacht." sagte Neveah, eher feststellend als fragend.
"Der Junge brauchte Scf und du magst mich nicht." antwortete Verothrax schlicht.
In Verothrax’ Worteng keine Ange, sie stellten einfach eine Tatsache dar.
"Ich danke dir." trotzt allem drückte Neveah ihre Dankbarkeit aus, auch wenn sie Verothrax’ Worte nicht verleugnen konnte.
Verothrax zuckte gleichgültig mit den Schultern und verlie? die H?hle. Die Szenerie drau?en war so blutig, dass sogar die Mutigen zusammenzucken würden: Beinahe ein Dutzend aufgerissene Kobolde, jeder grausamer als der letzte.
Andere Drachenfürsten hinterlie?en Aschenhaufen, doch Verothrax hatte einen Leichenberg zurückgssen und schien nicht vorzuhaben, dies zu ?ndern.
Neveah war sich nicht sicher, ob es Verothrax an mmen mangelte aufgrund seiner anderen F?higkeiten, oder ob er sie einfach nicht mochte und eine Abneigung dagegen hatte, seine Spuren zu verwischen.
Verothrax’ Werk trug tats?chlich die Züge eines ’Schattendrachen’, und Neveah unterdrückte ein Fr?steln, das ihr über den Rücken lief.
Neveah folgte ihm, als er sich durch den Leichenberg bewegte, dabei hielt sie Zephyroth vorsichtig, damit er von diesem Anblick nicht aufgeweckt wurde, und auch Ida war nicht weit entfernt.
Zephyroth rührte sich unruhig, seine Nase zuckte, seine Augen ?fen sich und Neveah schaute zu ihm hinunter.
"Wir gehen jetzt zu deinem Vater. Du wirst gleich wieder in seinen Armen sein, halte deine Augen geschlossen." instruierte Neveah.
Bald darauf kam Imagor in Sicht, gestützt von Kirgan, der seine blutende Seite hielt und einer Gruppe von W?chterdrachen Befehle zurief.
Die Barriere, die den Berg versiegelt hatte, war gefallen, und es gab fast ein Dutzend W?chterdrachen in menschlicher Gestalt und viele weitere, die darüber kreisten.
Abgesehen von Kirgan suchten Neveahs Augen das Gesicht, auf das sie sehnsüchtig wartete, doch es war nirgends zu sehen.
Imagor und Kirgan hatten ihre Ankunft noch nicht bemerkt, also verringerte Neveah die Distanz und machte auf ihre Anwesenheit aufmerksam.
In dem Moment, als Imagors Blick auf Neveah traf, blitzte Erleichterung in seinen Augen, und diese wanderten sofort zu dem kleinen Bündel, das sie festhielt.
"Ist das...?" Kirgan konnte sein Erstaunen nicht fassen undchte ungl?ubig.
"Seht euch das an! Zephyroth hat seine Gestalt gefunden!" verkündete Kirgan den W?chterdrachen um sie herum und alle teilten ein vergnügtes Lachen.
Auch Imagor war auf angenehme Weise überrascht und sein Blick auf seinen Sohn war voller Unuben.
"Zephyr, du kannst jetzt deine Augen ?ffnen... geh zu deinem Vater." sagte Neveah leise und hockte sich hinunter, damit der Junge sich auf seine Fü?e stellen konnte.Zephyroth widersprach diesmal nicht, sondern tapste unsicher zu seinem Vater hinüber, noch ungewohnt auf seinen menschlichen Fü?en.
Imagor ging in die Knie, breitete seine Arme aus und zog den Jungen in eine feste Umarmung, sobald er in Reichweite kam.
"Schuppen! Du hast mir einen solchen Schrecken eingejagt!" schimpfte Imagor mit heiserer Stimme.
"Ich... ich... entschuldige mich, Papa..." stammelte Zephyroth mit tr?nenbelegter Stimme.
Neveah blinzelte erstaunt. Es stellte sich heraus, dass Zephyroth tats?chlich sprechen konnte und sich lediglich entschieden hatte, zu schweigen.
Die Drachenfürsten um sie herum, einschlie?lich Verothrax, wandten sich einstimmig ab. Neveah war verwirrt, aber dann begriff sie, als ein ersticktes Schluchzen von Imagor zu h?ren war.
Zephyroths Worte hatten Imagors Fassung v?llig zerst?rt.
’Sie gestatten ihrem Vorgesetzten diesen Moment der Schw?che... es wird keine Aufzeichnungen darüber geben, kein Urteil.’, dachte Neveah.
Für eine Spezies, deren Hierarchie auf St?rke beruhte, wagten es die Drachenfürsten nie, ihre Schw?che ?ffentlich zu zeigen. Deshalb war dieser Moment umso bedeutungsvoller. Neveahs Respekt vor den Drachen wuchs weiter an.
Kirgan hockte sich hin und legte eine Hand auf Imagors Schulter. Er war der Einzige, der sich nicht von Imagors Schluchzen abwandte, und Neveah vermutete, dass dies darang, dass sie gleichrangig waren.
Imagor fasste sich in einem Moment wieder, erhob sich mit seinem Sohn im Arm und ging auf Neveah zu.
Neveahs Augen weiteten sich, als Imagor sie mit dem freien Arm in eine Umarmung zog. Ein nerv?ses Kichern entwich ihrer Kehle, und sie blickte hilfesuchend zu Kirgan.
Kirgan nickte leicht, ein kleines L?cheln auf seinen Lippen, und Neveah erwiderte die Umarmung zaghaft.
"Danke... Neveah. Worte k?nnen nicht ausdrücken... meine Dankbarkeit. Ich bin dir... schon wieder... zu gro?em Dank verpflichtet." flüsterte Imagor mit rauer Stimme.
"Es gibt keine Schulden... in der Familie." erwiderte Neveah, ebenfalls flüsternd.
"Familie... du solltest das Wort ?fter benutzen.", bemerkte Imagor.
Neveahchte leise und nickte.
"Drehe dich jetzt nicht zu schnell um, aber derjenige, den du suchst, steht direkt hinter dir.", informierte Imagor Neveah, bevor er sich zurückzog.
Doch Neveah tat genau das Gegenteil und wirbelte so schnell herum, dass sie beinahe ein Schleudertrauma erlitt, und da stand er, mit leuchtenden Augen und strahlendem L?cheln.
"Schon wieder hallo, meine Dame." begrü?te Xenon sie und verbeugte respektvoll seinen Kopf.
"Du... du grausamer Bastard!", zischte Neveah ungl?ubig, Wut stieg in ihr auf und sie drehte sich um, fest entschlossen davonzustürmen.
Xenon war im Nu bei ihr, seine H?nde umschlossen ihre Taille und liebkosten sanft ihren Hals.
"Du bist zurecht wütend auf mich. Ich habe geschworen, sofort zurück zu sein und habe versagt; es gibt keine Entschuldigung. Ich habe dich vessen, es tut mir leid... Es tut mir so leid, meine Liebe.", entschuldigte sich Xenon aufrichtig.
Neveahs Kehle schnürte sich zu, ihr Zorn verflog, und sie drehte sich um und g die Arme um ihn.
Ihre ganze Welt war immer noch im Aufruhr, aber zumindest ein Teil... ein Teil davon war jetzt wieder richtig.