<h4>Chapter 693: Warten (Kap.694)</h4>
Neveah schreckte hoch, ihre Augen rissen weit auf, und sie setzte sich ruckartig auf ihrem Bett auf, mit entsetzt aufgerissenen Augen.
Ein eiskalter Schreck durchfuhr sie, und ihr Herz begann in ihrer Brust zu rasen, die rhythmischen Schl?ge beschleunigten sich, wurden unregelm??ig.
Ihre Instinkte waren gesch?rft, rmbereit, und ihr innerer Wolf war ebenfalls angespannt. So aufmerksam war Neveah, dass ihr Geh?r fein genug war, um das Rauschen ihres Blutes in ihren Adern und dessen Weg zu vernehmen.
Es war so lebendig, dass Neveah es sich beinahe bildlich vorstellen konnte. Doch bei solch überreizten Sinnen mischten sich alle Ger?usche um sie herum zu einem verwirrenden Durcheinander.
Noch nie waren Neveahs Sinne so empfindlich gewesen. üblicherweise konnte sie die Empfindlichkeit ein wenig eind?mmen, doch diesmal ersehnte Neveah eine mentale Barriere, die alle ?u?eren Ger?usche ausblendete, um ihren Geist zu beruhigen.
’’Ruhig... ruhig... mein Schatz.’’ Neveah versuchte, ihren Wolfsgeist zu beruhigen, wissend, dass viele dieser Gefühle von ihrer anderen Seite übertragen wurden.
’’Ich bemühe mich.’’ gab ihr Wolf zurück, der Ton angespannt.
Neveah konnte weder sagen warum noch was genau diese Reaktion hervorgerufen hatte, aber sie wusste, dass sie nicht auf die leichte Schulter genommen werden konnte.
Sie hob eine Hand an ihre Brust, zu ihrem rasend schnellen Herzen, ihre Augen immer noch aufgerissen in einer Mischung aus Entsetzen und nun Verwirrung ob des grundlosen Unbehagens.
’Was ist das für ein seltsames Gefühl?’ Neveah grübelte über das unerkl?rliche Ereignis. Es verunsicherte sie zutiefst.
Als sie eine sich n?hernde Pr?senz spürte, gingen Neveahs H?nde instinktiv in Angriffsstellung, ihre Krallen schossen hervor und funkelten scharf im d?mmrigen Licht.
"Veah, beruhige dich. Ich bins, Everon." Everons bes?nftigende Stimme erreichte Neveah gerade, als die Vorh?nge zurückgezogen wurden und Tageslicht den Raum durchflutete, die Dunkelheit vertreibend.
Neveah lie? einen Atemzug frei, von dem sie gar nicht bemerkt hatte, dass sie ihn angehalten hatte. Das helle Licht war zuerst grell für ihre Augen, aber es milderte ihre überempfindlichkeit etwas ab und ihr Geh?r normalisierte sich.
Everon stand noch am Fenster, sein forschender Blick auf Neveah geheftet. Seine Augen waren neugierig und durchdringend, zweifelsohne war ihm bewusst, was gerade geschehen war.
Doch Everon schwieg einen Moment, gab Neveah Zeit, und sie war ihm dafür dankbar.
"Ist es sicher, n?her zu kommen?" fragte Everon, w?hrend Neveah noch an Ort und Stelle verharrte.
"Komm her." gestattete Neveah und deutete auf den tz neben ihrem Bett.
Everon ging rüber und setzte sich, streckte seine Hand Richtung Neveahs Stirn aus, und sie zuckte instinktiv zurück.
Everon runzelte die Stirn, aber er wartete geduldig ab; er kannte Neveahs Vorsicht aus früheren Begegnungen, seine Hand verharrte und gab Neveah die M?glichkeit, ihren Kopf zu bewegen und den Kontakt herzustellen, als sie sich einen Moment sp?ter beruhigt hatte.
"Es istnge her, seit du mir gegenüber so vorsichtig warst." stellte Everon fest, w?hrend er Neveahs Zustand mit seiner eigenwilligen medizinischen Gabe überprüfte.
"Mir muss unwohl sein. Alles fühlt sich... fremd an." murmelte Neveah, w?hrend sie die Augen schloss, als Everon seine Beobachtung beendete.
"Du bist k?rperlich ersch?pft, weil du deine Magie songe weitergegeben hast, w?hrend sich dein K?rper noch anpassen muss, und deine Konstitution k?mpft immer noch damit, F?higkeiten zu akzeptieren, die ihr nicht natürlich sind."
"Die Konfrontation mit der dunklen Fee hat dich bereits an deine Grenzen gebracht und der Zauber, der auf dich gewirkt wurde, fordert nach wie vor seinen Tribut von deiner Seele – auch wenn erfolglos."
"Du bist geistig ersch?pft durch die pl?tzlich auf dich zukommenden Verantwortungen und was das für dich bedeutet, für die Wei?en Dünen und für die Festung insgesamt.""Du fühlst dich emotional leer, da deine geliebten M?nner nicht bei dir sind, und das einzige Mittel gegen deinen Herzschmerz ist unerreichbar. Alte Wunden müssen erst noch heilen, und neue kommen hinzu, bevor du dich erholst... du bist wirklich nicht in bester Verfassung", stimmte Everon zu.
"Sag mir etwas, das ich nicht bereits wei?", murmelte Neveah leise.
"Ich kenne meinen Zustand, du musst nicht so tun, als w?re ich dem Tode nah. Ich habe Schlimmeres erlebt als eine Trennung, bedeutende Pflichten und einige Mordanschl?ge." entgee Neveah zu Everon.
"Du hast mich nicht ausredenssen", bemerkte Everon.
Neveah brummte leise und nickte dann, damit Everon fortfahren konnte.
"Ungeachtet dessen hat dein magisches Potenzial durch die Situationen auf Leben und Tod zugenommen. Du bist um einiges st?rker geworden als die meisten Magier, die ich kenne, und deine Wolfsseite wird ebenfalls st?rker, w?hrend du heilst."
"Geistig hast du deinen neuen Titel vollst?ndig angenommen und die Tatsache akzeptiert, dass er schon immer ein Teil von dir war."
"Ich kann dir versichern, dass du gesund und unbesiegbar bist, meine K?nigin", ermutigte Everon.
"Sei nicht so, Ron", erwiderte Neveah und zog die Stirn kraus wegen des Titels.
Everon l?chelte leicht, stand auf, holte ein s Wasser und reichte es Neveah.
Neveah nahm einen Schluck des kalten Wassers und leerte dann den Rest, bevor sie ihm das s zurückgab.
Everon stellte es beiseite und setzte sich wieder neben Neveahs Bett.
"Was war eben los? Du bist aufgewacht und ich habe eine m?rderische Aura gespürt, als wolltest du jemanden t?ten", fragte Everon schlie?lich.
"Und als ich hereintrat, habe ich für einen Moment deine Absicht gespürt... mir zu schaden", fügte Everon mit vorsichtigem Ton hinzu.
Neveah zuckte sichtlich zusammen, sie hatte Everon überhaupt nicht wiedererkannt und sie h?tte sich tats?chlich auf ihn gestürzt, wenn er nicht genau in dem Moment das Wort ergriffen h?tte.
"Ich... ich kann es nicht erkl?ren. Mit meinem Wolf stimmt etwas nicht, gib mir etwas Zeit, um es herauszufinden", gestand Neveah ein.
"Gut, ich bin hier, um dir zu helfen, wenn du etwas brauchst", erinnerte Everon ernst.
Neveah nickte verst?ndnisvoll und dann wechselte Everon das Thema.
"Demevirld? Ist er zu dir zurückgekehrt?" erkundigte sich Everon besorgt.
"Noch nicht", seufzte Neveah schwer.
"Hei?t das, du bist immer noch nicht in der Lage gewesen, deine Tr?ume zu verschmelzen?" murmelte Everon.
Neveah schüttelte leicht den Kopf und ihre Stirng in Sorgenfalten.
"Ich kann Jian nicht erreichen und ich wage es nicht, Demevirld zu suchen, sie k?nnten immer noch miteinander verbunden sein, und ich würde Jian Schaden zufügen, wenn ich mich einmische. Alles, was wir jetzt tun k?nnen, ist zu warten... darauf, dass Jian zu mir kommt", sagte Neveah zu Everon.