<h4>Chapter 681: Leben vernachl?ssigen (Kap.682)</h4>
"Wie wurde sie bezeic? Was war es?" fragte eine geisterhafte Stimme besorgt.
"Blutmagie ... so nannte sie der dunkle Herrscher. Aber leider, die Kunst ist l?ngst verloren, zusammen mit dem Blut eines Dutzends Drachen, die verwendet wurden, um sie zu erschaffen. Es ist wirklich schade ... sie war ebenso erhaben wie die Nekromantie", gte eine zweite spektrale Stimme.
"Ich w?re mir da nicht so sicher. Blutmagie ist nur eine unter vielen verlorenen dunklen Künsten", behauptete die dritte Stimme.
Und dann, wie es immer wieder geschah, brach das Gezanke aus und würde noch eine ganze Weile andauern.
Xenon runzelte die Stirn, ballte die F?uste und entspannte sie wieder, w?hrend er rastlos durch den Raum ging. Er hatte das schon eine Weile getan, war aber immer noch nicht in der Lage, seine Gedanken zu ordnen.
Es waren Tage vergangen, zu viele Tage, und die Stimmen in seinem Kopf hatten in keiner Weise nachgssen. Sie schienen nuruter und beharrlicher zu werden.
Anfangs konnte Xenon sie problemlos ignorieren, aber jeder hat seine Grenzen der Bstung. Es war schwierig, bei all dem Gerede um ihn herum r zu denken, und es fühlte sichngsam so an, als ob sein Geist nicht mehr nur ihm alleine geh?rte, sondern nun mit drei anderen geteilt wurde.
Kaum machte Xenon einen Schritt au?erhalb seines Zimmers, h?rte er sie, selbst innerhalb der Mauern seines Zimmers waren sie nochut und deutlich zu vernehmen. Und wie sie redeten! Unaufh?rlich, unermüdlich, hatten sie so viel zu besprechen.
Irgendwann wechselte ihr Gepper von ?ngstlich zu dringlich und nun erz?hlten sie Xenon Geschichten, die er nicht wissen sollte und auch nicht wissen wollte, nur weil sie wussten, dass Xenon nicht anders konnte, als zuzuh?ren.
Wie viele Geschichten über das dunkle Imperium hatte er nun schon unfreiwillig vernommen? Von den vielen Grausamkeiten, die innerhalb dieser Hallen begangen wurden? Von der Entstehung unermesslich dunkler Künste?
Die Geschichten wurden so lebendig erz?hlt, dass sich die Bilder und Szenen in Xenons Gedanken festsetzten und so sehr er sich auch bemühte, er konnte sie nicht verhindern noch entfernen, wenn sie sich einmal gebildet hatten.
Es hinterlie? einen bitteren Nachgeschmack auf Xenons Zunge und ein tiefes Abscheu-Gefühl in seinem Herzen, so stark, dass Xenon alles dafür geben würde, in die Vergangenheit zurückzukehren und den dunklen Herrscher mit eigenen H?nden zu vernichten.
Nicht, dass Xenon nicht wusste, was für ein Ort der Schattenturm gewesen war, doch hatte er nie das Pech gehabt, sich in den Tagen seiner Jugend, im Zeitalter des dunklen Reiches, in diesen Hallen wiederzufinden.
Stattdessen war Xenon seinen eigenen Problemen gegenübergestellt worden...
Xenon schüttelte schnell den Kopf und unterband die aufkommenden Erinnerungen an seine Vergangenheit.
Und da war noch Verothrax. Er hatte Xenon im Auge behalten, seit er ihn in den verschlossenen Hallen aufgefunden hatte. Xenon wünschte sich mehr als nur, dass Verothrax auf ihn aufpasste – er wünschte, Verothrax würde einfach gesunden.
Verothrax’ Genesung verlief so qu?lendngsam, dass es frustrierend war. W?hrenddessen wusste Xenon aus irgendeinem Grund, dass seine eigene Heilf?higkeit schneller geworden war, und er kannte diesen Grund.
Verothrax’ Magie war schlimmer, instabil und reagierte bei jeder Anwendung. In diesem Zustand würde er die Dinge nur verschlimmern, wenn Xenon mit ihm zurückkehren sollte.
Doch warum war Xenon gerade jetzt so unruhig, obwohl er das schon eine Weile ertragen musste? Weil er endlich genug geheilt war, um die Drachengestalt anzunehmen.Xenon konnte spüren, dass seine Kraft nahezu vollst?ndig zurückgekehrt war. Er konnte über die Wolken gleiten, wenn auch nur kurz, und das Gel?nde um den Schattenturm erkunden, vielleicht sogar weiterfliegen, weit genug, um zu verstehen, was genau in der Dünenstadt passiert war. Doch es gab ein kleines Problem.
"Ida hat gesagt, dass dies h?ufig vorkommt. Oft geht die Sonne tagng nicht auf, das haben wir selbst schon erlebt", machte Verothrax Xenon aufmerksam, der ihn von der Tür aus beobachtete.
Verothrax war vor kurzem angekommen, und obwohl Xenon seine Anwesenheit gefühlt hatte, beachtete er ihn nicht, bis Verothrax ihn ansprach.
"Die Nacht hat dieses Mal viel l?nger angehalten als zuvor. Mindestens fünf Tage, h?chstens... ich m?chte gar nicht darüber nachdenken. Findest du es nicht auch ?rgerlich? Snge die Sonne sich verbirgt, kann ich nicht fliehen, wenn die Schattenbestien herumstreifen", antwortete Xenon geistesabwesend.
"Dann warten wir eben," sagte Verothrax schlicht.
Xenon warf Verothrax einen ver?chtlichen Blick zu, unf?hig zu verstehen, wie sein Verwandter sich in einem so fremdartigen und beunruhigenden Ort mit einer noch beunruhigenderen Geschichte so wohl und gssen fühlen konnte.
’Er h?rt die Stimmen nicht...’, erinnerte sich Xenon und zuckte zusammen, als er versuchte, das Gemurmel im Hintergrund zu ignorieren und sich auf seine Wirklichkeit zu konzentrieren.
Die drei gespenstischen Stimmen erz?hlten schon eine Weile eine Geschichte, die Xenon lieber ignorierte.
"Warten... das ist alles, was wir tun. Warten und warten, wienge noch? Wie viel l?nger? Dieses Schweigen ist unertr?glich!" zischte Xenon, obwohl seine derzeitige Lage alles andere als still bezeic werden konnte.
"Was würdest du sonst tun? Dich einer Armee von Schattenbestien entgegenstellen? Und zu wessen Wohl? Sie, zu der du zurückkehren willst, h?tte dich lieber lebend und heil zurück...", erinnerte Verothrax, ungew?hnlicherweise die Stimme der Vernunft, wo er doch sonst alles andere als das war.
Xenon wollte gerade antworten, wurde jedoch durch dasute Scheppern von Metall auf dem Boden unterbrochen.
Er warf einen Blick zur Tür und war nicht überrascht, Ida dort stehen zu sehen; sie hielt ein Tablett. Der Krug Wasser, den sie gehalten hatte,g nun auf dem Boden, sein Inhalt verschüttet.
"Ich habe sie gebeten, dir das Essen zu bringen... das Mittag-, das Abendessen, was auch immer es sein soll. Aber wie es scheint, hat dein Anblick das arme M?dchen erschreckt", kommentierte Verothrax.
Xenon fauchte leise, beunruhigt von der Anwesenheit der fremden Frau, doch aus welchem Grund auch immer, schien Verothrax sie ins Herz geschlossen zu haben.
"Ich brauche kein Essen!" knurrte Xenon barsch und wandte sich ab, w?hrend er weiter in seinem Zimmer auf und ab lief.
"Beachte ihn nicht... er ist besorgt um seine teure Frau. Eine Frau, die für Xenon die Sonne und Sterne und alles Sch?ne bedeutet. So kostbar ist sie ihm, dass er sein eigenes Leben vernachl?ssigen würde", sagte Verothrax zu Ida und schüttelte den Kopf.
"Veah ist mein Leben! Verwechsle das nicht." stellte Xenon r.
Mit diesen Worten stürmte er aus seinen Gem?chern und lie? einen mitleidigen Verothrax und eine Ida zurück, deren Augen nun ein komplizierter Ausdruck zierte... ein Ausdruck, der verd?chtig nach Zorn