<h4>Chapter 675: Wer du sein sollst (Kap.676)</h4>
"Aber ... wie?" fragte Neveah verwirrt.
Sie hatte nichts Ungew?hnliches gefühlt, sie hatte in jenem Moment nicht einmal die Pr?senz von Demevirld wahrgenommen.
Der einzige Unterschied waren die extremen Emotionen, die sie qu?lten, w?hrend sie darum rang, ihr Bewusstsein zurückzugewinnen, so m?chtig durch sie hindurchstr?mend, dass Neveah dachte, sie würde tzen.
Weil sie ihre menschliche Form nicht bewahren konnte, hatte Neveahs Wolf die Kontrolle übernommen und eine Verwandlung erzwungen. Seit jenem Augenblick kehrte Neveah erst jetzt wieder zur Ruhe zurück.
Mit ihrem aufgewühlten Geist hatte Neveah nicht einmal wahrgenommen, was in dieser kurzen Zeitspanne geschehen war ... doch sie hatte ein mentales Signal an alle Drachen gesendet? Wie war das überhaupt m?glich?
Sie war nicht f?hig, mental mit einem anderen Drachen als ihrem Vater und Jian zu kommunizieren, es sei denn, sie berührten sich Haut an Schuppe, und doch hatte sie so etwas bewerkstelligt?
"Ich selbst bin mir nicht sicher. Aber so viel steht fest: Jian ist kein gew?hnlicher Drache und entstammt keiner allt?glichen Abstammung. Keiner von uns kennt das volle Ausma? von Jians F?higkeiten. Daher ist eure Verbindung für uns nicht begreiflich." gestand Kirgan ehrlich.
"Eure Bindung zu Jian wird t?glich st?rker. Ihr habt noch nicht einmal an der Oberfl?che dessen gekratzt, was euch beiden vorbestimmt ist. Es ist unbestreitbar, und keinem Drachenblütigen ist es m?glich, dies zu diesem Zeitpunkt zu leugnen... dass du den Drachenk?nig verk?rperst." sagte Kirgan direkt zu Neveah.
"Wenn er hier w?re... wenn Xenon hier w?re... aber ohne sie, ich..." Neveahs Stimme verng im Schweigen.
In Gedanken vollendete sie: "Ich fühle mich wie eine Hochstaplerin."
’Eine K?nigin ist nur eine K?nigin an der Seite ihres K?nigs. Was bin ich ohne sie?’ fragte sich Neveah.
"Das ist eine Frage, die selbst du nicht anzweifeln kannst, Neveah. Von dem Moment deiner Zeugung an warst du dazu bestimmt, Jians Tochter zu sein ... vielleicht sogar schon vorher. Also wenn du dich zuf?llig fragst, ob du dieser Aufgabe gewachsen bist, musst du dich fragen..."
"Wenn nicht du, wer sonst? Eines steht fest: Ein Drache hat sein Lebenng nur eine wahre Bindung... und für Jian bist du diese eine. Es wird nie eine andere geben." Kirgan kannte Neveahs Unsicherheiten.
Neveah wusste dies nur zu gut, besonders nach dem Einblick in ihr vergangenes Leben.
"Was wir erhalten haben, ist nur die Best?tigung von den umgebenden Akademien und dem Reiterrat, der in unmittelbarer N?he der Drachenfestung ist und euer Signal direkt wahrgenommen hat. Die Nachricht von dem Geschehenen verbreitet sich gerade und weitere Drachenherren werden ihre Anerkennung aussprechen."
"Bis zum Morgengrauen werden alle in der Festung davon wissen. Aber der Reiterrat überl?sst die Entscheidung dir."
"Wir werden den Fae euben, sich zur Drachenfestung zu begeben, und ebenso anderen Vertretern, die folgen m?gen. Eine Konfrontation l?sst sich nicht vermeiden, es entspricht nicht der Art der Drachen." sagte Kirgan entschlossen."Es besteht kein Zweifel, dass ein einheitlicher Rat erforderlich sein k?nnte. Ihr k?nnt Euch entscheiden, den Vorsitz des Rates zu übernehmen. Solltet Ihr Euch dagegen entscheiden, wird die K?nigsgarde mit allen Mitteln die dringenden Angelegenheiten regeln", sagte Kirgan und machte eine kurze Pause.
"Es w?re jedoch eine Frage der Ehre, wenn Ihr vor den tributpflichtigen V?lkern den Vorsitz übernehmen würdet. Meine Brüder sind sich darin einig", beendete Kirgan.
Neveah atmete tief ein und starrte nach vorne. Sie sagte kein Wort, auch nicht, als Kirgan sich verabschiedete.
Kirgan blieb an der Tür stehen und drehte sich noch einmal zu Neveah um.
"Als ich dich das erste Mal im Wolfsgebiet sah, wusste ich, dass deine Existenz ein entscheidender Punkt im Leben meiner beiden Brüder sein würde, obwohl ich mir nicht sicher war, wie", sagte er.
"Xenon hat dich so sehr verehrt, selbst in seinem Nebel. Und Jian, der seine Gefühle kaum zeigte, hat dich so offen verachtet... es gab keinen Moment, in dem du nicht etwas Besonderes warst, Neveah Vairheac. Das ist es, was du sein sollst." Kirgan beendete seine Worte und ging.
Neveah blieb dort, bis sie sich gefasst hatte, und ging dann zurück in die erste Etage.
Die Atmosph?re in der Audienzhalle war bedrückend, und doch war es unheimlich still. Der Rat der Reiter hatte sich bereits versammelt und wartete auf die bevorstehende Ankunft der Fae-Vertreter und der Vertreter der Verborgenen Stadt.
"Die Kunde, dass der Bergfried und Menarx’ Bezirk kompromittiert wurden, dürfte sich verbreitet haben und wird Panik ausl?sen. Die Stadtwache ist angewiesen, alles zu tun, um den Frieden in der Zitadelle und ihrer Umgebung zu wahren", wies Imagor an und legte eine Schriftrolle nieder.
"Menarx’ Bezirk wird abgeriegelt, bis die Ursache für die Sicherheitslücke bei den Portalw?chtern gekl?rt ist. Die Gefangenen, der dunkle Zauberer und die dunkle Fee, werden in den zentralen Kerkern festgehalten und im Morgengrauen vor Gericht gestellt... es wird keine Verz?gerung geben", fügte Kirgan hinzu und legte ebenfalls eine Schriftrolle nieder.
"Jetzt, da die internen Angelegenheiten nach dem Vorfall gekl?rt sind, haben die Sp?her berichtet, dass die Fae-Vertreter bald eintreffen werden. Der Rat wird sie anh?ren und entsprechend entscheiden", verkündete Imagor dem Rat.
"Ich sehe keinen Grund, warum wir ihnen eine Audienz gew?hren sollten. Die Fae haben mehrere Gesetze gebrochen, und der Konflikt zwischen unseren beiden V?lkern ist unüberbrückbar... der einzige Grund, warum wir keinen Krieg erkl?rt haben, ist...", Conrad begann wütend, brach dann aber ab.
"In Abwesenheit Seiner Gnade k?nnte eine Kriegserkl?rung gegen eine ganze Spezies mehr Schaden als Nutzen bringen", vervollst?ndigte Everon die Aussage.
"Das ist uns allen sehr wohl bewusst. Auch die Fae wissen, dass wir nicht bereit sind, sofort in eine ht zu ziehen, da wir direkt an unserer Barriere schwach sind. Deshalb haben sie immer wieder Unruhen provoziert, um uns zu einem ersten Angriff zu dr?ngen", fügte Lord Andron hinzu.
"Sie werden es auch dieses Mal wieder tun. Die Zeit für hten wird kommen, aber diese Zeit ist nicht jetzt. Der Rat sollte dies zur Kenntnis nehmen und entsprechend handeln, wenn sie eintreffen", befahl Imagor nachdrücklich.