<h4>Chapter 613: Etwas zugedeckt (Kap.614)</h4>
Neveah schwieg für einen Moment und lie? die Worte von Lord Mycroft auf sich wirken. Sie konnte die Wahrheit darin nicht leugnen.
In einem unbedachten Moment hatte sie ihre Wachsamkeit gesenkt, und Demevirld hatte die Gelegenheit genutzt, sich zu offenbaren... um sicherzustellen, dass Neveah keine andere Wahl hatte, als ihn zu beherrschen, oder das Risiko einzugehen, noch viel mehr zu verlieren.
"Lord Mycroft, so sprechen Sie nicht mit Veah! Achten Sie auf Ihren Ton und Ihre Worte!" Everon unterbrach entschieden, bevor Lord Mycroft mehr sagen konnte.
"Nein, Everon... Er... er hat recht." Neveah hielt Everon davon ab, weiterzusprechen.
So hart Lord Mycrofts Worte auch waren, sie waren ehrlich und objektiv, und Neveah erkannte, dass niemand mehr so mit ihr umging... weil man sich zu sehr um ihre Gefühle sorgte.
Sogar wenn sie blind für die Wahrheit war, war sich Neveah nicht sicher, ob jemand bereit w?re, ihr wehzutun, um sie zur Ordnung zu rufen.
Wenn Neveah ehrlich war, gab es nur einen, der das immer getan hatte... der sie immer kalt und deutlich zurechtgewiesen hatte, der ihr die Wahrheit sagen würde, selbst wenn es die bitterste und schmerzhafteste Wahrheit war, und das war K?nig Jian.
Obwohl Neveah das damals als seine Verachtung ansah, wurde ihrngsam r, dass es darüber hinausging.
"Er hat recht... ich war zu unvorsichtig mit Demevirld... für jemanden, der hofft, ihn geheim zu halten. Alle Drachenlords müssen bereits Verdacht sch?pfen..." murmelte Neveah.
"Da ich wei?, wie gerissen er sein kann, h?tte ich nie mit dem Paar vor den Toren der Dünenstadt Kontakt aufnehmen dürfen. Nun wird jeder von mir erwarten, dass ich dasselbe Wunder für ihre Lieben vollbringe, und wenn ich das nicht kann..." Neveah brach mittendrin ab.
"wird Scabbard darunter leiden." beendete Neveah ihre eigene Aussage.
"Veah, du ziehst das doch nicht ernsthaft in Betracht, oder?!" fragte Everon ungl?ubig.
"Mycroft, auf Befehl unseres Oberherrn darf Veah die Magie in sich nicht nutzen, da diese extrahiert werden soll, um den Schaden zu begrenzen, den sie ihr zufügen kann und wird! Du kannst das nicht von ihr vengen, das kommt einer Missachtung der Befehle unseres Oberherrn gleich!" zischte Everon,
Seine Worte richteten sich an Lord Mycroft, da Neveah nicht antwortete.
"Wissen wir das mit Sicherheit? Was wissen wir überhaupt? Demevirld wird sogar vor uns Drachenlords geheim gehalten, seit es existiert! Nur wenige von uns wissen von seiner Existenz und noch weniger wissen genau, was es ist und was es tun k?nnte! Nicht einmal du kannst das mit Sicherheit sagen!"
Lord Mycrofts Gesichtsausdruck war v?llig ruhig, aber ver?rgert über Everons Versuch, ihm einen k?niglichen Befehl aufzuzwingen, der ihm nicht gegeben wurde.
Doch seine n?chsten Worte zerst?rten die friedliche Atmosph?re im Saal v?llig.
"Alles, was ich wei?, ist, dass du Elle und so vielen anderen Leichtblütern Blut abnimmst, um eine L?sung zu finden, wie du behauptest! Aber ohne ihr Wissen besteht deine einzige L?sung darin, einen geeien Ersatz zu finden, auf den du die Magie übertragen kannst, nicht wahr?! Ein geeies Opfer, ja?! Jemand, der besser geei ist, seinen Verstand zu verlieren?!" konterte Lord Mycroft.
Neveahs Augen weiteten sich, ebenso die von Dante und Estelle, als sich alle Blicke auf Everon richteten.
Everons Gesichtsausdruck war finster, und sein Blick verengte sich zu einem stechenden Licht, das auf Lord Mycroft gerichtet war.
"Mycroft... kannst du die Verantwortung für diese Respektlosigkeit übernehmen? Ich bin vielleicht nicht die Wache des K?nigs oder der Lord einer Festung, aber aufgrund von Blutlinie und Titeln solltest du wissen, wer h?her steht." fragte Everon.
"Spricht Seine Eminenz nun von Verantwortung? Dieselbe Verantwortung, über die ich eben sprach? Wenn wir von Verantwortung sprechen... dann kann sich ihr niemand entziehen, meinen Sie nicht auch?" fragte Lord Mycroft ruhig, seinen Blick auf Neveah gerichtet.
"Ich verstehe, dass Ihr nicht genug über Demevirld wisst, wir haben es nicht zugssen, dass sich die Nachricht von ihm schonnge vorher verbreitet, und das ist nicht Neveahs Schuld."
"Unser Oberherr hat entschieden, dass Demevirld kein Risiko darstellt, das es wert ist, eingegangen zu werden, wenn es Neveahs Leben gef?hrdet, wenn du nicht verstehst, warum, musst du auf das Urteil unseres Oberherrn vertrauen, dass dies das Richtige ist... und ich werde auch tun, was ich tun muss." erwiderte Everon fest.Neveah konnte ihren Ohren nicht trauen, sie hatte darauf gewartet, dass Everon Lord Mycrofts Vorwürfen entgegentreten würde, dass er etwas zu seiner Verteidigung sagen würde, doch stattdessen war es ein offenes Gest?ndnis.
"Ist das... wahr?" fragte Neveahngsam und blickte zwischen Everon und Lord Mycroft hin und her.
In diesem Moment herrschte Totenstille im Saal.
Everons Blick wanderte zu Neveah und ihr entging nicht die Schuld, die in seinen Augen aufblitzte.
"Veah, ich..." begann Everon, doch Neveah unterbrach ihn.
"Nein, antworte mir nicht. Elle, du antwortest... Hat Everon dir Blut abgenommen?!" fragte Neveah stattdessen Estelle.
Estelles Augen weiteten sich, als alle Blicke sich auf sie richteten.
"Verschweige es nicht, Estelle. Es ist jetzt unm?glich, das zu tun." erkl?rte Lord Mycroft.
"Dante!" zischte Neveah, als Estelle sprachlos wirkte und nicht wagte, Lord Everon vor so vielen Augen direkt zu beschuldigen.
Auch Dante zuckte sichtlich zusammen und warf einen misstrauischen Blick auf den immer noch ruhig wirkenden Everon, der, wie von Neveah gewünscht, vollkommen still war.
"Blick ihn nicht an, blick mich an! Dante!" zischte Neveah.
Dante zupfte frustriert an seinen Brauen und nickte dannngsam.
"Ich kann dich nicht anlügen, Veah. Es stimmt tats?chlich." gestand Dante.
Neveah sog bei dieser Best?tigung scharf die Luft ein.
"Seit wann?" fragte Neveah leise.
"Seit... dem Bruch." Diesmal ergriff Estelle das Wort.
"Und es sind nicht nur du, sondern viele andere... Lichtblüter... Einen ganzen Monatng..." murmelte Neveah, ihre F?uste in ihrem Scho? geballt.
Diesmal antwortete niemand, Neveahs Worte waren keine Frage, sondern eine Feststellung.
"Warum wurde mir das vorenthalten?" fragte Neveahngsam.
"Ich..." begann Estelle zu sagen, aber Neveah unterbrach sie.
"Ihr und Dante habt es offensichtlich getan, weil er euch darum gebeten hat! Du kannst mir diese Frage nicht beantworten!" knurrte Neveah, Wut durchzog ihre Adern.
"Veah... Bleib ruhig, du musst ruhig bleiben." mahnte Everon Neveah mit strenger Stimme.
Doch angesichts der aktuellen Situation war Everons Stimme nicht so effektiv, Neveah zu beruhigen, wie es normalerweise der Fall w?re... stattdessen bewirkte sie genau das Gegenteil.
Und wenn Neveah nicht ruhig war... dann w?re es Demevirld auch nicht.