<h4>Chapter 612: Lord Mycroft 2 (Kap.613)</h4>
Lord Mycroft hob bei Neveahs Worten eine Augenbraue, bevor er einmal nickte, ohne es zu verneinen.
"Da überall das Gerücht kursiert, dass du mit unserem Lehnsherrn verbunden bist, haben viele Lords der gro?en Festungen vorgehabt, dich aufzusuchen, doch du warst offensichtlich nicht gewillt, dabei mitzuwirken... natürlich habe ich Ma?nahmen ergriffen." Auch Lord Mycroft kam direkt zur Sache.
"Lassen wir so tun, als wüsstest du nicht, was die Wahrheit ist und was Gerüchte sind, mein Lord." erwiderte Neveah direkt.
"Werde nicht abwehrend, Lady Neveah. Deine Versuche, deine Bindung zu unserem Lehnsherrn bis zu seiner Rückkehr geheim zu halten, sind edel, werden aber nichtnge Bestand haben."
"Es gab keine offizielle Erkl?rung oder k?nigliches Dekret, das deine Bindung zu unserem Lehnsherrn vor dem Bruch festlegte. Aber wir Drachenssen uns nicht so leicht t?uschen, nicht nur ich alleine... Die Wahrheit ist uns allen r. Vor allem, wenn du ein Stück von ihm mit dir tr?gst... Ich spüre es, sogar jetzt..." Lord Mycroft brach ab und nahm ebenfalls eine direkte Haltung ein.
Neveah wusste, dass Lord Mycroft sich auf Jians Schuppe bezog. Sie wusste, dass diejenigen, die genügend Einfühlungsverm?gen besa?en, die Ver?nderung spüren konnten.
Auch wenn Neveah sich selbst nicht allzu anders fühlte, abgesehen von der st?ndigen Sehnsucht, die sie nach Kr?ften zu verbergen und zu unterdrücken suchte.
Die Verschmelzung der Schuppe war pl?tzlich und in der falschen Reihenfolge erfolgt, und sie hatten sich bald wieder getrennt. Die Bindung wurde zwar jeden Tag st?rker, aber nurngsam... zumindest für Neveah, aber aus der Sicht der anderen schien es anders zu sein.
"Der Duft unseres Lehnsherrn liegt auf dir. Seine Aura ruht über dir, sie ist schwach... aber sie ist da. Haben dir deine Dünendrachen nichts davon gesagt? Dass du wie er riechst? Dass jeder von uns, der dich ansieht, sofort wei?, wem du geh?rst?"
"Dass du dich nicht mehrnge in Dune City verstecken kannst, bevor die Lords anfangen, von dir zu vengen, dass du deine Pflicht erfüllst?" fragte Lord Mycroft.
Neveahs Augenbrauen zuckten leicht, denn ihr entging nicht, dass Lord Mycroft einen Tadel in seinen Worten versteckt hatte.
Neveah konnte verstehen, dass Lord Mycroft als Herr einer Festung ihre Entscheidung, ihre Bindung an Jian geheim zu halten, nicht nachvollziehen konnte, insbesondere jetzt, wo die Festung eine Führungsperson brauchte, die die Zügel in die Hand nahm, es jedoch niemanden gab, der berechtigt war, das Drachenvolk anzuführen, au?er der K?nigsgarde.
Das Erbschaftssystem der Festung war sehr lückenhaft. Jian hatte keinen Erben oder Blutsverwandten...
’Aber das spielte doch nur im schlimmsten Fall eine Rolle, nicht wahr?’ fragte sich Neveah.
Das schlimmste Szenario würde nie Wirklichkeit werden, darauf vertraute Neveah mit allem, was sie hatte. Neveah war sich sicher, dass auch die Lord Drachen absolut auf Jian vertrauten, es gab keinen Grund zur Sorge."Niemand wird es ansprechen... zumindest noch nicht. Sie warten darauf, dass du selbst einen Schritt machst... doch du hast nicht die Absicht dazu, oder?" fragte Lord Mycroft Neveah mit nachdenklichem Unterton.
"Was macht es für einen Unterschied, ob ich in Erscheinung trete oder nicht? Die K?nigsgarde hat Regierungserfahrung, sie genie?t den Respekt der gesamten Festung, sie sind exzellente K?mpfer und Strategen... und sie haben in dieser Zeit Hervorragendes geleistet, um die Festung zusammenzuhalten." entgee Neveah unbeeindruckt.
"Jian und Xenon werden nichtnge fort sein. Die K?nigsgarde wird die Welt in Schach halten, bis sie zurückkehren." sagte Neveah mit Zuversicht.
"An der F?higkeit der K?nigsgarde zweifelt keiner, ebensowenig wie an der Rückkehr unseres Lehnsherren oder Lord Xenons. ubst du, die Drachenlords setzen mehr Vertrauen in dich als in die K?nigsgarde?" fragte Lord Mycroft und zog fragend eine Augenbraue hoch.
"Genau darauf will ich hinaus. Ich bin keine bessere Wahl und eigentlich überhaupt keine Option, abgesehen davon, dass ich Jians Verbündete bin. Was spielt es also für eine Rolle, ob ich allein gssen werden m?chte oder nicht? Warum sprichst du es überhaupt an?" wandte sich Neveah an Lord Mycroft.
Lord Mycroft schloss für einen Augenblick die Augen und neigte nachdenklich den Kopf.
"Weil nur der Goldschuppende den ’Ruf zum Kampf’ ausgeben kann, ein Dekret aus Feuer und Blut an alle Bestien Asvars in allen Winkeln der Festung... und das wissen die Fae."
"Wenn es zu einer ht kommt, Lady Neveah. Dann wird diese Schuppe in dir etwas vollbringen, wozu die gesamte K?nigsgarde nicht imstande w?re... und ich fürchte, wie viele andere auch, dass du nicht nur die Bedeutung dessen nicht erkennst, sondern auch nicht bereit bist, die Verantwortung zu übernehmen, die jetzt an dich geknüpft ist."
"Aber du bist nicht l?nger einfach irgendwer, Lady Neveah. Du bist sicher nicht der Herr der Wei?en Dünen... du bist die einzige Verbindung zu den Goldenen Schuppen, die es auf dieser Seite der Welt noch gibt." sagte Lord Mycroft.
Neveah war sprachlos und starrte Lord Mycroft nur verblüfft an. Seine Worte fielen ihr schwer zu verstehen.
"Mycroft... du hast mehr als genug gesagt. Bste das Kind nicht weiter", sagte Lord Everon, der die ganze Zeit über schweigend zugeh?rt hatte, schlie?lich.
"Ich gebe nur die Worte weiter, die du und die Dünen-Drachen, ja selbst mein eigener Sohn zu sagen vermieden haben. Jetzt, da ich das getan habe, werde ich nicht weiter darüber sprechen, sondern mich den aktuellen Angelegenheiten widmen." Lord Mycroft beendete das Thema abrupt.
"Mit deiner heutigen Ankunft in Scabbard wird die Wahrheit, die du zu verbergen versuchst, nur mehr offenkundig. Trotzdem habe ich nach dir vengt, denn die Sicherheit meines Volkes und das Wohl meiner L?ndereien sind meine Priorit?t." fuhr Lord Mycroft fort.
"Das verstehe ich voll und ganz." sagte Neveah aufrichtig.
"Ich ube nicht, dass du das tust. Wenn du hoffst, die Kraft in dir noch l?nger verborgen halten zu k?nnen, h?ttest du nie den Fehler machen dürfen, den Bürgern davon Kenntnis zu geben... nun steht Recht und Ordnung in Scabbard auf dem Spiel, und es ist meine Pflicht, dich dafür verantwortlich zu machen." sagte Lord Mycroft mit ernstem Ton.