<h4>Chapter 500: Viele Schritte (Kap.501)</h4>
Neveah hatte eigentlich gar nicht vor, ein Chaos anzurichten. Sie war sich nicht sicher, was genau sie im Sinn hatte, aber es wurde ihr schnell bewusst, wie falsch ihre Entscheidung war, als sie kopfüber in K?nig Jian hineinstürzte und gegen seine Brust prallte.
Neveah zuckte beim Aufprall zusammen und hatte erwartet, ihn umzurei?en, aber K?nig Jian zeigte sich unerschütterlich. Instinktiv umg er Neveahs Taille und wirbelte sie beide zur Seite, gerade noch rechtzeitig, bevor der spitze Stachel der Schattenbestie genau dort in den Boden einschlug, wo sie eben noch gestanden hatten.
Die Wucht des Anscgs riss die Erde auf und entfesselte Schattenwellen, die B?ume zum Umstürzen brachten, w?hrend Schmutz und Trümmer durch die Luft wirbelten.
Neveah wurde gegen einen Baum gedrückt, und K?nig Jians breite Statur schirmte sie komplett vor dem Tumult im Hintergrund ab. Sein linker Arm stützte sich über ihrem Kopf gegen den Baum, um ihr Gesicht zu schützen, w?hrend sein rechter Arm immer noch fest um ihre Taille gelegt war.
Neveah hatte ihre Augen vor Schreck fest verschlossen und als siengsam wieder ?fe, blickte sie direkt in jene unterschiedlich gef?rbten Augen, die auf sie gerichtet waren.
Diengsamen und irgendwie immer noch ruhigen Atemzüge von K?nig Jian streiften Neveahs Gesicht, so nah waren sie sich, ihre Gesichter nur wenige Zentimeter voneinander entfernt.
Neveahs Arme waren gegen seine Brust gepresst, wo sie feststellte, dass sie seine Robe ummmert hielt.
Langsam lockerte Neveah ihren Griff und senkte ihren Blick auf die Falten, die sich durch ihren festen Griff auf seiner Robe gebildet hatten. Sie starrte sie an, als w?ren sie das Interessanteste, das sie je gesehen hatte – einfach, weil sie den intensiven Blick von K?nig Jian nicht ertragen konnte.
Und Neveah wusste nicht, wie sie mit dieser Situation umgehen sollte, in die sie sich selbst gebracht hatte.
Irgendwo hinter ihnen schrie die Schattenbestie wütend und verwüstete den Wald auf verzweifelter Suche nach ihnen, sodass noch mehr Zerst?rung und Trümmer um sie herum aufgeworfen wurden.
"Jeder flieht vor der Gefahr, aber du hast dich entschieden, ihr bei jeder Gelegenheit hinterherzujagen. Soll ich das Mut nennen? Oder Dummheit?", fragte K?nig Jian schlie?lich, sein Tonfall dunkel und missbilligend.
Neveah zuckte zusammen, da sie absolut keine Worte hatte, um K?nig Jians Aussage zu widerlegen.
"Ich... ich dachte...", begann Neveah und brach ab, als K?nig Jians Blick sich verfinsterte.
"Dass ich nicht bemerkt h?tte, dass das Biest mir auf den Fersen war? Wie wahrscheinlich ist denn das?" entgee K?nig Jian trocken.
Neveah zuckte sichtlich zusammen und nicktengsam, als sie endlich darüber nachdachte. Es war unm?glich, dass K?nig Jian nicht von dem Angriff wusste.
Es war für Neveah so pl?tzlich gekommen, dass sie in Panik geriet, aber jetzt, wo sie darüber nachdachte, konnte sie erkennen, dass K?nig Jian die Schattenbestie l?ngst gespürt hatte, vielleicht sogar bevor sie Xenon durch das Portal führte.
"Du wusstest, dass es kommen würde... deshalb hast du gesagt, es w?re besser, alleine rzukommen...", erkannte Neveah schlie?lich.
"Ich sehe nun nicht mehr so alleine aus, findest du nicht?", fragte K?nig Jian spitz.
Neveah zuckte erneut zusammen, denn sie konnte selbst sehen, wie sie alles vermasselt hatte. Das Portal war zusammengebrochen, und nun war sie eine überflüssige Anwesenheit in der bevorstehenden ht, eine Ablenkung, die K?nig Jian nicht in seiner N?he brauchte."Ich..." begann Neveah, doch bevor sie ihren Satz beenden konnte, spritzte eine warme Flüssigkeit in ihr Gesicht. Neveahs Augen weiteten sich, und als sie hochblickte, sah sie, wie die Spitze eines Schattenstachels sich durch K?nig Jians Schulter gebohrt hatte; die warme Flüssigkeit war in der Tat sein Blut. "Euer Gnaden!" rief Neveah entsetzt aus.
"Still jetzt, schrei nicht. Es hat immer noch keine Ahnung, wo wir sind", sagte K?nig Jian, seine Stimme angespannt, w?hrend der Stachel wieder herausgezogen wurde und er stark aus seiner Schulter blutete.
"Das... warum..." stotterte Neveah.
Sie h?tte fragen wollen, warum K?nig Jian dem Angriff nicht ausgewichen war, doch als sie sich umsah, verstand sie es sofort. überallgen umgestürzte B?ume, und es gab keine M?glichkeit, sich schnell genug zu bewegen, um dem Angriff zu entkommen. K?nig Jian h?tte es vielleicht allein geschafft, aber mit Neveah war das komplizierter. W?re K?nig Jian ausgewichen, h?tte sie von dem Stachel getroffen werden k?nnen, also blieb er stehen.
Schuldgefühle drückten auf Neveahs Herz. "Du h?ttest mich ignorieren und dich bewegen sollen. Ich kann auf mich selbst aufpassen...", begann Neveah, doch K?nig Jian unterbrach sie.
"Es geht dich nichts an, dich um mein Wohlergehen zu sorgen. Was bedeutet es dir, wenn ich von der Anwesenheit des Biests hinter mir nichts wusste? Was bedeutet es dir, wenn ich im Lichthof h?tte vergiftet werden sollen? Wer bist du, um dich um meine Sicherheit zu kümmern?"
"Und hier bist du... tust das Letzte, was von dir erwartet wird... wie immer", erinnerte K?nig Jian Neveah.
Mit K?nig Jians Erwiderung konnte Neveah seine Entscheidung, sie zu schützen und sein Leben zu riskieren, kaum in Frage stellen. "In Kürze wird es in seiner Wut nacssen, und seine Sinne werden sch?rfer werden."
"Ich werde dich zur H?hle bringen, bevor es uns bemerkt. Diesmal... bleib stehen. Wenn ich dich mit deinem Gerechtigkeitssinn oder was auch immer im Schlepptau hinter mir herstürmen sehe... werde ich dich dem Biest zum Fra? vorwerfen", stellte K?nig Jian r.
Ein Schauer überlief Neveah bei dieser Drohung, und sie wusste, dass er durchaus in der Lage war, genau dies zu tun.
"Ich will, dass du mir sagst, dass du mich verstehst, Neveah. Andernfalls werde ich dir nicht uben", bestand K?nig Jian.
"Ich werde mich keinen Millimeter bewegen", versprach Neveah.
K?nig Jian brummte zufrieden, und schlie?lich lehnte er sich zurück. Mit seinem Arm noch immer um Neveahs Taille geschlungen, bewegte er sich mit atemberaubender Geschwindigkeit, steuerte durch die vom Biest verursachte Verwüstung und zwar so schnell, dass Neveah selbst das Biest nicht erblickte – und sie war sich sicher, dass es dem Biest genauso erging.
Es war eine Erkenntnis, die Neveah schon l?ngst h?tte haben müssen, aber es d?mmerte ihr erneut: Selbst hier drau?en in unbekanntem Terrain war der Drachenk?nig immer einen Schritt voraus – vor allen anderen.