<h4>Chapter 490: Durch das Portal (Kap.491)</h4>
’Er ist nah...’, dachte Neveahs Wolf.
Neveah brummte zustimmend; sie spürte es ebenfalls. Die Angst des Mannes hinterlie? eine deutliche Spur.
’Wie konnte er nur so schnell so weit kommen?’, fragte Neveah sich selbst.
Sie waren etwa zwei Stunden von der Dünenstadt entfernt, und sie wusste, dass sie selbst auf die gleiche Entfernung bei ihrer Geschwindigkeit einen halben Tag zu Pferd gebraucht h?tte.
Die Portalsplitter, die Neveah von der Stadtwache gezeigt worden waren, h?tten nach ihrer Einsch?tzung nicht eine so gro?e Wirkung entfalten k?nnen. Sie sahen aus wie gew?hnliche Brocken, doch war Neveah nun r, dass dies keine Portale waren, welche einfach so jeder erschaffen konnte.
Der H?ndler hatte sich zudem absichtlich den Wei?en Dünen ferngehalten, wohlwissend, dass die weite Fl?che ihm keine Deckung bieten und seine Entdeckung erleichtern würde. Anstelle dessen war er in den kleinen Wald am Rande der Dünenstadt geflohen.
’Man kann nicht ausschlie?en, dass er Hilfe hatte...’, bedachte Neveahs W?lfin.
’Der Handel mit Adamantiumwaffen scheint tiefere Wurzeln zu haben als angenommen...’, dachte Neveah.
Der Zwergenk?nig hatte gestanden, bereits seit fast einem Jahrzehnt Adamantiumerz abzubauen, und diese Erze waren bereits genausong aus der verborgenen Stadt herausgeschmuggelt worden.
Doch war der Zwergenk?nig selbst lediglich eine Marite, und sein Berater war der eigentliche Zust?ndige für die Lieferungen, sodass die eigentlichen Bestimmungsorte dieser Lieferungen weiterhin unbekannt blieben.
Dieser Berater war bei der Eroberung der verborgenen Stadt get?tet worden, und den Pfaden des Adamantiums zu folgen, war nun schwierig geworden.
All dies war vor einem Jahr geschehen, und Neveah hatte den Bericht nach der Befragung des Zwergenk?nigs vor dem geeinten Rat erhalten.
Die Drachen hatten ganze Arbeit geleistet und zahlreiche Lieferungen von Adamantium in den verschiedenen Festungen zerst?rt, aber ungeachtet dessen blühte der Schwarzmarkt mit dem Erz weiterhin im Verborgenen.
’Dort vorn’, wies Neveahs Wolf sie an.
Neveahs Blick fiel auf eine Lichtung etwas weiter vor ihnen, sie vernahm das Ger?usch eines rauschenden Bachs.
Leise bewegten sich Neveahs Pfoten, als sie sich der Lichtung n?herte. Ein paar Schritte noch und sie erblickte ihn.
Der bullige H?ndler mittleren Alters hockte am Bachufer, übergoss sich gerade das Gesicht mit Wasser.
Neveahs Wolfsaugen verengten sich, als sie den H?ndler beobachtete, um festzustellen, ob er Begleitung hatte oder ein Transportmittel bei sich führte.
Es war niemand au?er ihm zu sehen, und Neveah konnte keine anderen Lebenszeichen in den umliegenden W?ldern feststellen.
Das Ger?usch eines brechenden Zweiges verriet ihre Anwesenheit, und w?hrend ein kleines Kaninchen an ihr vorbeihuschte, drehte sich der H?ndler just in diesem Moment um und erblickte Neveahs Gestalt.
Der H?ndler mochte wissen, dass es Neveah war oder auch nicht – es hatten nicht viele Menschen Neveah in ihrer Wolfsgestalt in der Dünenstadt gesehen oder wussten von ihr. Neveah konnte nicht einsch?tzen, ob der H?ndler derart gut informiert sein k?nnte.Neveahs m?chtiger K?rperbau machte es jedoch schwierig, sie als einen gew?hnlichen Waldwolf einzuordnen. Sie war drei Mal so gro? wie ein normaler Wolf, vielleicht sogar noch gr??er.
Aber selbst wenn der H?ndler t?richt genug gewesen w?re, Neveah für einen normalen Wolf zu halten, war das, was er tat, in jeder Hinsicht die klügste L?sung.
’Verdammt!’ dachte Neveah, als der H?ndler hastig einen Gegenstand zu Boden schleuderte und sich vor ihm ein Portal aufbrauste.
’Wo hat er das alles nur versteckt?!’ dachte Neveah und stürzte sich auf den H?ndler, um ihn daran zu hindern, in das Portal zu springen.
Gerade noch rechtzeitig packte Neveah den H?ndler und warf ihn zu Boden, aber die Wucht seines Sturzes lie? sie beide durch das Portal purzeln.
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Jian starrte auf den Myriadenwald, und sein Gesichtsausdruck verriet seine Abneigung – ein Zeugnis seines Unmutes und seiner Widerwilligkeit.
Jian h?tte sich nie vorstellen k?nnen, dass jemals der Tag k?me, an dem er einen Seher zu Rate ziehen oder sich sogar in dessen N?he begeben müsste.
Es war die letzte Wahl, die Jian getroffen h?tte, w?re es allein seine Entscheidung gewesen.
Doch ein K?nig kann nicht immer so viele Entscheidungen für sich allein treffen. Stets muss zuerst berücksichtigt werden, was das Beste für sein Volk ist...
Und die Festung brauchte keinen K?nig, dessen Verstand durch Visionen getrübt war, die er nicht verstehen oder deuten konnte.
"Wir sind bereits hier, ein Sinneswandel kommt jetzt nicht mehr infrage." erkl?rte Cassian Jian, wobei er Jian sorgenvoll beobachtete.
"Sinneswandel? Das trifft nur zu, wenn mein Herz mich überhaupt hierher geführt h?tte." erwiderte Jian.
"Jian, alles ist vorbereitet. Es wird nicht mehr als einen Tag dauern und wir werden hier verschwunden sein. Dann kannst du vergessen, dass das jemals passiert ist." versuchte Cassian zu beschwichtigen.
"Und sie werden auch vergessen, dass ich hier war?" fragte Jian, ohne eine Regung zu zeigen.
"Die Nymphen des Myriadenwalds haben Verschwiegenheit und absolute Treue zur Drachendynastie geschworen. Niemand au?er dem Seher und seinen Gehilfen wurde von deinem Besuch in Kenntnis gesetzt. Wir werden uns direkt auf den Weg machen, um den Seher am vereinbarten Ort zu treffen, und wir werden unterwegs niemandem begegnen."
"Kirgan hat bereits alles im Vorfeld organisiert, also kannst du beruhigt sein. Aber wenn du immer noch keine Sicherheit empfindest, kann ich danach jeden einzelnen von ihnen t?ten..." bot Cassian an.
Jian warf Cassian einen trockenen Blick zu, bevor er in die Ferne schaute.
"Und wo genau befindet sich Xenon? Ich dachte, du h?ttest gesagt, er würde hier sein." fragte Jian ausdruckslos.
"Ich ube, wir sind früher als gent angekommen. Xenon wird im Morgengrauen hier sein... Wir k?nnten auf ihn warten, oder vorausgehen und ihm auf dem Rückweg begegnen." schlug Cassian vor.
"Einverstanden. Ich hoffe um euretwillen, dass diese Reise sich als produktiv erweist... oder ihr werdet meine verschwendete Zeit entsch?digen müssen." machte Jian deutlich, w?hrend er