<h4>Chapter 450: Wunschdenken (Kap.451)</h4> "Herr Menarx... Ihr solltet nicht hier sein..." Adriennes Stimme zitterte, w?hrend sich ihre Fü?e unruhig bewegten und ein paar Steine die Klippe hinunterstürzten.
Ihr Ton trug Schmerz und Selbstverachtung, so mitleiderregend, dass man leicht ihre Untaten und das von ihr verursachte Leid vergessen konnte.
"Wollt Ihr springen? ubt Ihr wirklich, das würde mich umstimmen?"
"Ich liebe Neveah! Ihr habt nie mich gesehen, nur Jian! Ihr habt Eure Entscheidung getroffen, und jetzt? Was genau erwartet Ihr von mir?!" Menarx schnaubte ver?rgert.
Menarx war ein Mann der wenigen Worte und eines bewahrenswerten Gemüts.
Doch hier, seiner wahren Verbundenen gegenüber, am Rand jener Klippe, von der Neveah gestürzt war, war es unvermeidlich, dass selbst er die Beherrschung verlor.
Neveah wusste dies, aber das Wissen allein machte es nicht leichter.
"Ich wage nicht zu hoffen, Euer Herz zu ?ndern. Ich werde so oder so sterben. Ich habe mich mit meinem Schicksal abgefunden... alle versuchen es hinauszuz?gern... versuchen mich zu retten..." Adrienne flüsterte.
"Ich bin müde und will nur, dass es ein Ende nimmt. Alle machen Euch das Leben schwer wegen mir... ich fühle mich schuldig und will Euch nicht zur Last fallen. Ich wei?, dass Ihr wollt, dass ich gehe, und wenn das alles ist, was ich für Euch tun kann, dann bin ich bereit." Adrienne flehte in Verzweiflung.
"Ihr wollt, dass ich gehe? Vielleicht... vielleicht ist es das, was ich will. Wenn Ihr Menarx kennen würdet, wüsstet Ihr, dass Ihr tot w?ret, wenn ich Euren Tod wünschte, Adrienne!"
"Wenn ich wirklich Euren Tod gewollt h?tte, h?tte Everon Euer Leben nicht bewahrt. Tretet von der Klippe zurück, Adrienne... Das k?nnt Ihr für mich tun..." sagte Menarx, seine Stimme war ersch?pft und schmerzerfüllt.
Er hatte Neveah gebeten, ihm zu vertrauen, hatte sie gebeten, seine Hand nicht loszssen und auf seine Liebe zu vertrauen – und sie hatte es getan. Zu welchem Zweck?
’Wie konnte ich wirklich uben, er würde seine wahre Verbundene sterbenssen, alles für seine Liebe zu mir?’ dachte Neveah bei sich.
’Ich h?tte den Rat nicht vessen dürfen, ich h?tte ihm nicht folgen dürfen... Ich h?tte dies nicht mit ansehen dürfen...’ In Neveahs Herz keimten viele Reuegefühle, w?hrend sie die Szene beobachtete.
Ein scharfer, intensiver Schmerz durchbohrte Neveahs Unterleib und breitete sich von dort durch ihren K?rper, und sie krümmte sich leicht und hielt sich den Bauch, w?hrend sie nach Luft schnappte.
Menarx’ Schuppe hatte erneut reagiert und mahnte Neveah, dass sie sich an etwas mmerte, das nicht l?nger ihr geh?rte.
Neveah stützte sich mit der rechten Hand an einen Baum, um sich zu halten, ihre Augen waren weit aufgerissen und voller Tr?nen und ihre Unterlippe war fest zwischen ihre Z?hne gepresst, so fest, dass Blut an der Seite ihrer Lippe hinab rann.
Der Schmerz war zu erwarten gewesen, dennoch kostete es Neveah alle Willenskraft, keinen Schrei auszusto?en, auch wenn es kaum einen Unterschied machte.
Sie wusste, was sie tun musste, um den Schmerz zu beenden, sie war es, die festhielt... ihre Entscheidungen waren der Grund für ihren Schmerz.
Da stand Neveah, verborgen im Schutz der B?ume, und beobachtete, wie der Mann, den sie für sich beanspruchte, die Fassung über einer anderen Frau verlor. Doch so sehr sie ihn auch verabscheuen wollte, seine Schw?che verabscheuen wollte, konnte sie sich einfach nicht dazu durchringen. Stattdessen musste sie daran denken, wie schwierig es für Menarx sein musste, sich in einer solchen Lage wiederzufinden, unf?hig sich um seine wahre Gef?hrtin zu kümmern und doch au?erstande sich zu kontrollieren oder das zu verhindern. Wie konnte sie ihm Vorwürfe machen, wo sie doch besser als jeder andere wusste, wie tief eine wahre Bindung reichen konnte? Sie selbst war unf?hig gewesen, eine Bindung zu einem Gef?hrten zu überwinden, der sie bereits einmal get?tet hatte.
Neveah hatte gedacht, der Tag k?nnte nicht schlimmer werden. Nach den Ereignissen des Morgens hatte sie nur auf einen erfolgreichen Rat gehofft und vielleicht auf eine friedliche Ruhe danach, doch natürlich lief nichts, wie Neveah es sich gewünscht hatte. Wie war es dazu gekommen? Wie hatte Neveah, die in k?niglichen Gew?ndern den Rat repr?sentierte, in den hinteren Bergen enden k?nnen, gequ?lt und schmerzerfüllt?
Es hatte erst eine Stunde zuvor begonnen, gerade als der Rat endlich in eine Richtung lief, wie Neveah es sich erhofft hatte. Dann kam die Nachricht: "Lady Adrienne... sie ist verschwunden!" Es war der Moment, in dem Neveah die Antworten h?tte finden sollen, die sie suchte, der Moment, in dem Menarx sichtlich angespannt zu ihr aufsah, als würde er um Eubnis bitten, doch er wartete nicht darauf, sie zu erhalten. Der Moment, in dem er sich entschloss, den Rat zu vessen, einen Rat, von dem er wusste, dass Neveah mit der Verachtung und den Blicken aller konfrontiert werden würde.
Es war ein Gefühl von Déjà-vu; Neveah hatte genau dasselbe in der Nacht der Zeremonie getan, als Xenon auftauchte. Neveahs Lippen verzogen sich zu einem sp?ttischen L?cheln. Das Karma war schnell und brutal zu ihr zurückgekehrt. Als w?re es damals nicht schon r genug gewesen, war sie Menarx gefolgt und hatte den Rat im Stich gssen.
Und hier stand sie nun, mit all ihren ?ngsten, die so r wie der Tag vor ihrgen. Neveah hatte damals verstanden, dass es sinnlos war, sich um den Verlust von Menarx zu sorgen. Menarx... sie hatte ihn bereits in jener Nacht verloren, als seine umgekehrte Schuppe ihre Bindung und sie selbst zurückwies. Sie hatte Menarx nicht an Adrienne verloren, sie hatte ihn an das Schicksal verloren. An ihr eigenes grausames Schicksal, das sie schon ihr ganzes Lebenng verfolgt hatte. Menarx war nur ein weiterer Beweis dafür, dass der Sch?pfer Neveah keine Gnade zeigte. Menarx hatte ihr von Anfang an nicht wirklich geh?rt.
"Es war alles nur Wunschdenken... Ich h?tte es besser wissen müssen...", dachte Neveah bei sich. Es w?re tr?stlicher gewesen, wenn Neveah sich zum Weinen h?tte bringen k?nnen. Ihr Herz war zerbrochen, doch alles, was sie fühlte, war einfach... nichts.