<h4>Chapter 433: Songe (Kap.434)</h4>
Neveahs Atem beschleunigte sich, ihr Rhythmus wurde schneller, als sie zu Xenon hochblickte, ihre Augen fixiert auf seine, jenen unendlichen Pool aus pechschwarzen Geheimnissen, der ihr so vertraut war.
In seinen Augen zeigte sich ein Wirbelsturm der Emotionen, und Neveah wünschte, sie k?nnte sie nicht verstehen, doch sie tat es... sie verstand sie alle.
Sein Blick nahm sie gefangen, lie? sie nicht los, unf?hig, wegzuschauen, und die Intensit?t seiner Augen schien sie nicht nur anzustarren, sondern durchsie hindurch zu starren, direkt in ihr zitterndes Herz.
"Lass mich nicht im Stich, Veah... k?mpfe nicht gegen dein Herz." bat Xenon mit einem Ton, der kaum über ein Flüstern hinauskam.
Als er sprach, streifte sein Atem Neveahs Gesicht, und sie musste sich anstrengen, um einen ren Kopf zu bewahren, w?hrend ihr Verstand versuchte, sie auf einen ganz anderen Pfad zu führen.
"Erinnerst du dich?..." sagte Xenon mit gedehnter Stimme, w?hrend seine Hand auf Neveahs Wange ruhte.
Sein intensiver Blick hielt sie weiterhin fest, unf?hig, wegzusehen – als w?re ein Zauber über ihren Geist gewebt worden.
"An jener Nacht auf dem Berg Edar, die W?rme deines Atems, dein bet?render Duft, das Gefühl deiner Lippen auf meinen, ihr Geschmack... deiner Haut auf meiner Zunge... diese kleinen, entzückenden Laute, die du von dir gabst, ich konnte sie nicht aus meinem Kopf bekommen... ich konnte dich nicht vergessen." fuhr Xenon fort, seine Stimme so tief und leise wie ein Flüstern.
Seine Hand legte sich um Neveahs Taille und zog sie n?her an sich heran. Er beugte sich vor – sein brennender Blick heftete sich auf Neveahs Lippen.
Neveah wusste, was folgen würde; sie kannte genau Xenons Wunsch in diesem Augenblick und sie wusste nur zu gut, dass er nicht z?gern würde, sich zu holen, was er begehrte.
Alles an ihm war so verführerisch, gleich einer Droge, die den M?nnern ihren Verstand raubte; Xenon war eine Sucht, die Neveah zugssen hatte... eine Sucht, der zu widerstehen sie nun als unm?glich empfand.
Wie konnte es sein, dass eine einzige Berührung von ihm Neveahs Geist vernebelte und jeden vernünftigen Gedanken vertrieb? Wie konnte es sein, dass die Entschlossenheit, die sie über Monate aufgebaut hatte, nun vor ihren Augen zerfiel?
Sie konnte das Echo in ihrem Kopf h?ren, als jedes Stück ihrer Entschlossenheit in den Abgrund der Tiefen fiel.
Neveahs Herz war berührt, das konnte sie nicht leugnen. Und h?tte ihr Herz nur Xenon gekannt, w?re sie kampflos besiegt worden.
Aber Neveahs Herz kannte noch einen anderen, und der Gedanke an ihn holte sie zurück in die Realit?t: Wenn sie Xenon jetzt nachgab, würde ihre Entschlossenheit sich nie wieder erholen.
"Versuchst du, mich zu verführen?" fragte Neveah leise.
"Kann ich nicht?" entgee Xenon mit einer Frage, bei der das Selbstvertrauen in seinem Tonfall typisch für ihn war.
K?nnte er nicht? Für Neveah war es eine Ironie des Schicksals, dass sie es ihr Lebenng verabscheut hatte, kontrolliert zu werden, und dennoch hatte sie sich in einen solchen herrschsüchtigen Mann verliebt.
Neveah atmete tief ein und sammelte ihre Gedanken.
"Xenon... was in jener Nacht zwischen uns geschehen ist, h?tte nicht geschehen dürfen," sagte Neveah, ihre Stimme war wieder leer und kalt.
Die Wortegen bitter auf ihrer Zunge, aber sie zwang sich dennoch, sie auszusprechen.
"Blicke mich an... und sage das noch einmal. Sag, dass es ein Fehler war..." forderte Xenon heraus.Neveah wandte den Blick ab, bevor sie sprach. Sie wusste genau, dass ihr Blick sie verraten würde, und selbst wenn nicht, konnte sie es einfach nicht ertragen, den Schmerz in seinen Augen zu sehen.
"Ich werde es mir überlegen... und so tun, als w?re es nie passiert." murmelte Neveah und ignorierte Xenons Forderung.
"Was soll ich dann deiner Meinung nach tun... mich dafür entschuldigen?" fragte Xenon.
"Vergiss es..." erwiderte Neveah stattdessen.
"Und warum sollte ich das tun?" entgee Xenon und hob eine Augenbraue, als habe Neveah das Unm?gliche vorgescgen.
Xenon war unerbittlich, das konnte Neveah in seinen Augen sehen. Es gab nichts, was sie sagen oder tun konnte, um ihn von seinem gew?hlten Weg abzubringen... au?er vielleicht eines.
"Weil ich nicht deine Misha bin, Xenon. Und ich habe nicht vor, ein Ersatz für deine verstorbene Geliebte zu sein. Du kannst deiner Vergangenheit nachtrauern, songe du willst... aber ich verdiene Besseres und das werde ich auch bekommen!" stellte Neveah r.
Diesmal sah sie Xenon direkt in die Augen und machte deutlich, dass sie jedes Wort ernst meinte.
Der Schmerz in seinen Augen war wie ein Dolchsto? in ihrem eigenen Herzen, doch Neveah hielt ihr Gesicht unbewegt und ihre Gefühle unter Kontrolle.
Sie schob Xenon zur Seite und ging schnell davon, bevor er sich fangen konnte.
"Hast du das vergessen? Ich kann deinen Herzscg h?ren, Veah... Ich wei?, wann du lügst! Du kannst nicht ewig davoufen, kleine W?lfin..." rief Xenon Neveah nach.
Neveah beschleunigte ihre Schritte, doch sie wusste genau, dass dies nicht ihre letzte Begegnung mit dem Schwarzen Unhold sein würde.
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Celia trat aus der gro?en Halle und blickte seufzend durch die G?nge.
Sie hatte nicht gedacht, dass sie die Gelegenheit bekommen würde, unbemerkt zu verschwinden, bis die Zeremonie vorbei war. Doch mit der Ankunft von Lord Xenon hatte sich alles in eine unerwartete Richtung entwickelt.
"Wohin k?nnte sie um diese Zeit verschwunden sein?" fragte sich Celiaut und eilte den Flur enng.
Sie suchte nach Rosalie, die ausgew?hlt worden war, im Namen der Heilerakademie ein Geschenk an die neu verbundene K?nigswache zu übergeben. Doch seit Beginn der Zeremonie hatte Celia keinen Blick auf Rosalie werfen k?nnen.
"Das ist so untypisch für sie, wo doch ihr Vater und ihr Onkel hier sind." Celia wunderte sich, denn sie wusste, wie streng Rosalies Familie mit ihr umging, wenn sie auch nur ann?hernd etwas tat, was den Namen ihres ns in Verruf bringen k?nnte.
Es g?be nichts Sch?ndlicheres für Rosalies Vater und ihren n, als wenn Rosalie ihre von der Akademie auferlegte Pflicht nicht erfüllte.
Celia wusste das, und sie war sich sicher, dass Rosalie es noch besser wusste. Was genau konnte so wichtig sein, dass es sie von der Zeremonie fernhielt?
Celia war sich nicht sicher, aber sie wusste, dass sie Rosalie schnell finden musste.