<h4>Chapter 300: Gasthaus in der Innenstadt 2 (Ch.300)</h4>
"Wenn du hier wegen ihnen bist, nehme ich an, du kennst die Regeln ... bist du alleine gekommen?" fragte der junge Gastwirt mit ernstem Unterton.
"Ja, das bin ich." best?tigte Adrienne.
Die Antwort, die Adrienne erhielt, war ein leises Sp?tten, w?hrend der junge Gastwirt sich über die Theke beugte und seine Augen leicht verengte.
"Und die Kutsche, die im Schatten der Gasse verborgen ist?" fragte der junge Gastwirt und hob dabei eine Augenbraue.
Es überraschte Adrienne kurz, dass die Gebrochene Klinge bereits von der Kutsche wusste, obwohl sie sichergestellt hatte, dass sie verborgen geblieben war.
Und sie hatten es gewusst, bevor sie hereinkam. Das bedeutete, sie hatten Beobachter au?erhalb des Gasthauses und m?glicherweise in ganz Downtown und darüber hinaus.
Adrienne erholte sich schnell wieder. Immerhin handelte es sich dabei um eine Gilde, die es geschafft hatte, ihre geheimen Aktivit?ten vor den Drachenfürsten zu verbergen. Sie mussten schon effizient sein, um das zu erreichen.
"Ich kenne die Regeln, es besteht kein Grund zur Sorge. Ich bin die Einzige, der ihr Eiss gew?hren werdet." versicherte Adrienne.
"Ist auch dein Kutscher derselben Meinung? Er scheint unruhig zu sein. " fragte der junge Gastwirt und hob eine Augenbraue.
Seine Augen verrieten ein schwaches Leuchten, das kaum wahrnehmbar war, aber Adrienne bemerkte den Unterschied und erkannte es sofort.
"Du bist ein Animage." murmelte Adrienne, sichtlich überrascht.
"Oh, was hat mich verraten?" fragte der Gastwirt auf spottende Weise, als ob er es amüsant f?nde, dass Adrienne erst jetzt realisierte, was offensichtlich sein sollte.
Animages sind eine Rasse, die mit der F?higkeit geboren wird, geistige Verbindungen mit Tieren zu teilen. Obwohl sie mit fast jedem existierenden Tier kommunizieren und sogar durch sie hindurch sehen k?nnen, haben sie auch ein eigenes Geisttier.
Adrienne wusste nicht viel über Animage, sie waren eine der kleineren Rassen mit einer extrem kleinen, fast unbedeutenden Bev?lkerung.
Sie wurden selten gesehen und hatten keinen nennenswerten Einfluss auf die Geschichte hintessen, daher hatte sich Adrienne nie intensiv mit ihnen befasst.
Sie waren nicht eine bedeutende Rasse wie die Fae, Menschen oder Asvariern. Sie wurden einfach übersehen.
Adrienne kannte nur einen Animage in der Zitadelle und sie war ihm nie pers?nlich bege.
Er hie? Meister Maloway und war Mitglied der Reiterakademie. Sein Geisttier war ein Rabe.
Adrienne nahm an, dass auch dieser junge Gastwirt ein Geisttier hatte, und dass er gerade ihre Kutsche durch die Augen seines Geisttiers beobachtete.
"Er hat Befehl erhalten, dort zu bleiben, und er wird es auch tun, snge ihr euch rechtzeitig um mich kümmert, damit ich weiterreisen kann."
"Eure Anfrage stellt lediglich eine Verz?gerung dar, die Bedenken ausl?st." erwiderte Adrienne ausdruckslos.
Adrienne fühlte sich nicht wohl dabei, zunge in der Gastst?tte Downtown zu bleiben. Sie w?re peinlich berührt, sollte jemand sie erkennen.
"Hmmm ... nun gut. Ihr habt das passende Gold, um von mir Zugang zu bekommen. Ich kann nicht sagen, ob euch eine Beratung gew?hrt wird, aber ichsse euch eintreten." sagte der junge Gastwirt schlie?lich.
Der junge Gastwirt trat von der Theke zurück und rief einen anderen jungen Mann herbei, um seinen tz einzunehmen.
"Folgen Sie mir." sagte er und führte den Weg durch eine ruhige Halle tiefer in das Gasthaus hinein.
Adrienne folgte dem Gastwirt stillschweigend. Er ging in einem flotten Tempo.
"Das Gasthaus Downtown ... wie wusstet ihr, dass ihr hierher kommen solltet?" fragte er nach einer Weile der Stille.
"Ich habe von den richtigen Leuten geh?rt." erwiderte Adrienne.
"Wie habt ihr dann erkannt, dass ich derjenige bin, den ihr sucht? Ihr wisst offensichtlich nichts über mich." fragte er erneut.
"Die richtigen Leute haben mir erz?hlt, dass der Wegbereiter zur Gilde der Gebrochenen Klinge eine Narbe über der rechten Augenbraue hat... mehr muss ich nicht wissen." entgee Adrienne.
Der Gastwirt stellte keine weiteren Fragen. Er führte sie durch weitere G?nge, bis sie schlie?lich an einer Seitentür ankamen.
Dort stand ein grimmig aussehender Zwerg mit vollem Bart und wulstigen Augen Wache.
"Sie sucht die Beratung der Gilde." teilte der junge Gastwirt dem Zwerg mit, der grunzte und Adrienne einen Blick zuwarf.
Dann drehte sich der junge Gastwirt um und entfernte sich, ohne ein weiteres Wort zu sagen.
Adrienne wusste, dass der junge Gastwirt nur ein Bote war. Dies war das Ende des Weges, den er ihr zeigen konnte."Was ist mit deiner Kleidung?" Der Zwerg brummte missmutig und starrte auf Adriennes Mantel und die gro?e Kapuze, die ihr Gesicht vollst?ndig bedeckte.
Der Zwerg sprach mit einem überraschend ren Akzent, was für Adrienne darauf hindeutete, dass er schonnge über der Oberfl?che der verborgenen Stadt gelebt hatte.
Die Zwerge der verborgenen Stadt sprachen eine andere Sprache und konnten die Gemeinsprache nur mit einem dicken und sehr auff?lligen Akzent sprechen.
Vielleicht war dieser Zwerg überhaupt nicht in der verborgenen Stadt geboren und hatte den Gro?teil seines Lebens unter den anderen V?lkern verbracht.
"Auch du hast etwas zu verbergen, genau wie ich. Das Gold wird sprechen, nicht mein Aussehen." entgee Adrienne fest.
"Zieh das an... Ich werde dich den Rest des Weges führen." Der Zwerg grunzte zur Antwort.
Adrienne schaute auf den schwarzen Stoffstreifen hinunter, sie wusste, dass er als Augenbinde gedacht war.
"Ist das wirklich n?tig?" fragte Adrienne angewidert.
"Unser Territorium... unsere Regeln. Wenn dir das nicht passt, kannst du dich jetzt zurückziehen." stellte der Zwerg r.
Adriennes H?nde ballten sich zu F?usten an ihren Seiten. Zwerge... sie waren immer so frech und anma?end, sie konnte sie einfach nicht ausstehen.
’Lodenworth wird eure verborgene Stadt bald in mmen aufgehenssen... abscheulicher Bastard.’ dachte Adrienne bei sich.
Adrienne nahm die Augenbinde, sie war aus einem wichtigen Grund gekommen und konnte nicht mit leeren H?nden zurückkehren.
"Was jetzt?" fragte Adrienne, als die Augenbinde um ihre Augen gewickelt war.
Adrienne spürte einen Stock in ihrer Hand und nahm ihn, sie runzelte leicht die Stirn, als sie gezogen wurde, um zu folgen.
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Neveah atmete tief durch, als sie sah, dass ihre Fü?e bereits im Treibsand verschwunden waren.
Von dem Moment an, als Neveah die H?hle betreten hatte, stand sie schon in einem Tümpel aus nassem Scmm und ihre Fü?e waren innerhalb weniger Atemzüge bis zu den Kn?cheln eingesunken.
Der Scmm war dick und die Grube war gro?, sie nahm die ganze H?hle ein. Neveah wusste, dass sie, selbst wenn sie mit aller Kraft einige Schritte vorw?rts machen k?nnte, keine M?glichkeit h?tte, das Ende der H?hle zu erreichen.
Neveah atmete noch einmal tief ein und aus, um ihren Geist und ihren K?rper zu beruhigen und den Adrenalinschub von vorhin nacssen zussen.
Mit gssener Miene sah sie sich in der H?hle um und malte sich bereits verschiedene Szenarien aus, wie sie aus dem stetig steigenden Scmm herauskommen k?nnte.
Zwei Statuen von gro?en Drachen standen auf beiden Seiten der Tür, durch die Neveah gehen musste.
Sie waren das Einzige in der ganzen H?hle, abgesehen von der Scmmgrube.
’Wir sinken schneller,ss mich hoch.’ dachte Neveahs Wolf in ihr.
"Zu viel Gewicht, es k?nnte alles nur noch schlimmer machen." murmelte Neveah als Antwort, w?hrend sie sah, wie der Scmm über ihre Kn?chel stieg und immer weiter nach oben kletterte.
"Vergiss nicht, Reiterin, du kannst jederzeit aufgeben und wirst herausgssen." hallte Lord Skirens Stimme in der H?hle wider.
Neveah machte keine Anstalten, sich umzusehen, sie wusste, dass der Jade-Drache auf die eine oder andere Weise immer ein Auge auf sie haben würde.
"Es ist nur Treibsand... Ich habe es überlebt, als ich elf Sommer alt war, warum sollte das genug sein, um mich zu bezwingen?" murmelte Neveah und rollte mit den Augen.
Neveah wusste, dass sie ihr Gewicht verringern k?nnte, indem sie sich sanft zurücklehnte und ihre Muskeln entspannte, aber die Grube war zu gro?, sie hatte nichts, woran sie sich festhalten und herausziehen k?nnte, es sei denn, sie entschied sich, in den Gang zurückzukehren, aus dem sie gekommen war.
Neveah griff nach ihrem Gürtel und zog ihn samt dem kleinen Dolch, der an ihrer Hüfte befestigt war, ab.
Sie zog auch ihren ?u?eren Mantel aus, riss den vom Scmm durchn?ssten Teil ab und warf ihn zur Seite.
Der Gürtel bestand aus Dutzenden von Silberringen, die mit Scufen und h?ngenden Ringen verbunden waren.
Neveah schnallte den Gürtel schnell um und schloss die Scufen so zusammen, dass sie einenge Kette bildeten. Dann riss sie ihren ?u?eren Mantel auseinander, band die Enden zusammen und befestigte ein Ende fest um ihre Taille.
Das andere Ende befestigte Neveah an ihrem Kettengürtel und den letzten Ring des Gürtels befestigte sie an dem gezogenen Dolch.
Neveah hielt die Kette in der Mitte und drehte sie, um Schwung zu holen, bevor sie sie mit aller Kraft ausstie? und beobachtete, wie sich der Dolch in die Statue bohrte.
Sie zog leicht an der Kette, um sicherzustellen, dass sie ihr Gewicht tragen konnte.