<h4>Chapter 267: Unausgesprochene Worte (Kap.267)</h4>
"Diese ?hnlichkeit ist unheimlich," dachte Neveahs Wolf zu ihr und Neveah nickte zustimmend.
"Sicherlich... das muss Narx` Vater sein, über den er so liebevoll gesprochen hat," erwiderte Neveah an ihren Wolf und richtete den Blick auf das Altar.
"Beschützer des Nordens..."s Neveah die in das Altar eingravierten Worte. Es best?tigte, dass es sich wirklich um den ersten Beschützer des Nordens handelte, den Lord von North’s End und Menarx` Vater.
Alles, was Menarx über seinen Vater erz?hlt hatte, kam Neveah wieder in den Sinn.
Neveah senkte ihren Kopf in einer Verbeugung und verhielt einen Moment in Ehrfurcht, bevor sie ihren Blick wieder hob.
"Ich bin Neveah, wir wurden noch nicht offiziell vorgestellt... Dieses Treffen habe ich mir so nicht vorgestellt," murmelte Neveah mit einem verlegenen Lachen.
Es kam Neveah albern vor, doch w?hrend sie auf das Altar von Menarx` Vater starrte, fühlte sie pl?tzlich den Drang ihre Anwesenheit hier zu erkl?ren.
"Narx hat viel über dich gesprochen... so viel, dass ich neugierig wurde. Wer h?tte gedacht, dass ich in diese Halle stolpern würde, w?hrend ich auf meine Strafe warte? Das ist ziemlich peinlich," fuhr Neveah mit einem Seufzer fort.
"Es gibt so viele Dinge, die schwer auf meinem Herzen liegen... Dinge, die ich niemandem erz?hlen kann, aber in diesem Moment verspüre ich das Bedürfnis, etwas zu sagen... irgendwas."
"In den vergangenen Tagen habe ich das Gefühl, dass ich meine Rolle als Reiterin deines Sohnes nicht gut genug wahrnehme. Narx wurde verletzt und ich ube nicht, dass ich bisher einen guten Eindruck in der Akademie hintessen habe," flüsterte Neveah leise und setzte sich auf den polierten Holzboden.
Neveah hatte gehofft, Menarx` Namen nicht zu besudeln, doch das genaue Gegenteil schien eingetreten zu sein.
Und was noch schlimmer war: Sie empfand nicht einmal Bedauern. Denn sie wusste, wenn sie die Zeit bis vor einer Stunde zurückdrehen k?nnte, würde sie immer noch genau das Gleiche tun.
Sie würde immer noch jedem zeigen, dass sie keine Macht ist, mit der man nach Belieben umgehen konnte... Nicht irgendein Meister und schon gar nicht der Drachenk?nig.
"Das ist einfach wer ich bin... Wer ich entschieden habe zu sein. Mein ganzes Lebenng wurde ich zum Schweigen gebracht... So kann und will ich nicht mehr leben."
"Jeder von mir erwartet, dass ich in ein Bild passe, was sie in ihrem Kopf erschaffen haben...
Aber es war eine Zeit, in der ich das tat. Ich war die zurückhaltende, fügsame Prinzessin des Eclipse Domains," sagte Neveah und lie? ein freudloses Kichern entweichen.
"Unter den Anweisungen meines Vater habe ich ein Pers?nlichkeit gespielt, die nie ich selbst h?tte sein k?nnen, w?hrend ich auf den Tag wartete, an dem er ein zufriedenstellendes Angebot finden würde, um mich zu verkaufen. Und er hat es getan, weil ich hier bin..."
"Nennst du eine Frau meine Mutter, die lieber meinen Tod sehen würde? Sie nutzte jede Gelegenheit um mich zu vergiften, sodass ich weder essen noch trinken konnte, ohne um mein Leben zu fürchten..." Neveah erschauderte sichtbar bei der Erinnerung.
"Und dann war da noch mein Bruder, der Spa? daran hatte, mich zu qu?len. Er erfreute sich an jeder Peitschenstriemen, die er auf meiner Haut hinterlie?, weil es ihn auf krankhafte Weise das Gefühl gab, Macht über mich zu haben..." Neveah brach ab.
’Er war auch mein Gef?hrte... ist mein Gef?hrte, der Mann, mit dem mich das Schicksal in einem sch?ndlichen Band verbunden hat,’ Neveah beendete in Gedanken, weil sie diese Worte niemalsut aussprechen würde.
"Mein ganzes Rudel, sah in mir eine Schande, weil ihr Alpha-K?nig seine Triebe nicht zurückhalten konnte und ein uneheliches Kind gezeugt hat... mich," schluckte Neveah einen zittrigen Atemzug ein.
Seit ihrer Ankunft in Dragon Keep hatte sie diese Worte noch nie zu jemandem gesagt... andere Worte wie diese hatte sie auch nie gesagt.
"Das war mein Leben. Ein hilflosen, geschmackloses Dasein, aber das war meine Realit?t... siebzehn Jahreng."
"Ich will das nicht mehr für mich. Mein Leben soll von hier an nicht mehr von anderen oder vom Schicksal bestimmt werden. Ich m?chte nicht mehr manipuliert werden oder mich dem Willen eines anderen unterwerfen... Ich will es einfach nicht," sagte Neveah fest.
"Ich habe zu viel durchgemacht, um das Risiko einzugehen, denselben Weg zu gehen, der mich ins Unheil geführt hat."
"Wei?t du was... vielleicht habt ihr alle recht. Vielleicht sollte ich hier aufgeben, bevor es zu dem Punkt kommt, an dem jemand verletzt wird."
"Ich k?nnte einfach gehen...da Menarx und Xenon beide unp?sslich sind, k?nnte mich niemand aufhalten..." dachte Neveahut und schüttelte den Kopf.
Sie sah hoch zum Portrait und hatte pl?tzlich das Gefühl, dass der Blick von Menarx` Vater vorwurfsvoll war und korrigierte schnell ihre Wortwahl.
"Verstehen Sie mich nicht falsch, ich nehme Ihren Sohn nicht als selbstverst?ndlich... das k?nnte ich einfach nicht. Nach meiner Meinung sch?tze ich ihn zu sehr und deswegen habe ich selbst diese Zweifel."
"Ihr Sohn ist kostbar... zu kostbar, als dass ich mich ihm nicht würdig fühle. Menarx hat mir eine Zuneigung und Liebe gezeigt, die mir nie gegeben wurde und ich wünsche mir nur das Beste für ihn... und ich wei? nicht, ob ich das Beste für ihn bin..." Neveah seufzte schwer.
"Aber auch wenn ich das wei?, m?chte ich dieser Sache eine Chance geben. Für mich ist Menarx das Sinnbild von allem, was ich nie hatte... vertrauenswürdig, zuverl?ssig... er kümmert sich wirklich um mich."
"Einen solchen Menschen findet man nicht oft im Leben, oder sogar über mehrere Leben hinweg. Ich kann das sagen..."
"Ich bin in meinem Leben an dem Punkt angekommen, an dem ich ohne Zweifel wei?, dass er der Richtige für mich ist... dass er mich retten kann... und zum Sch?pfer, ich muss gerettet werden... ich muss es..." Neveah brach an dieser Stelle und schaute auf ihre H?nde, w?hrend sie die Tr?nen zurückhielt.
"Narx ubt, dass er mich in seinem Leben braucht, es ist jedoch genau andersrum. Ich bin diejenige, die ihn braucht... dürftest du mich dieses Glück behalten?"
"Ich werde ihn mein ganzes Lebenng sch?tzen, das schw?re ich. Ich bin bereit, das zu tun, was Elina sagt... mein Leben für ihn zu geben, wenn es von mir vengt wird."
"Bitte...ss es mich nur einmal in meinem Leben einfach haben... ich will nur.." Neveah seufzte leise, sagte aber nichts weiter.
Und genau in diesem Augenblick r?usperte sich jemand hinter ihr...