<h4>Chapter 145: Ein Zweig bricht (Kap.145)</h4>
Die Dunkelheit hatte sich bereits über den Himmel gelegt, als Neveah und Menarx nach einemngen Tagesritt endlich ihr Ziel erreichten.
"Hier." rief Menarx Neveah zu, Neveah brachte ihr Pferd zum Stehen, der pl?tzliche Ruck führte zu leichtem Protest ihres Pferdes und lie? Neveah fast abwerfen.
Neveah konnte ihr Reittier nur beruhigen, da sie bereits an das Reiten von Pferden gew?hnt war und genau wusste, wie man sie beruhigt.
"Schhh... ist schon gut, es ist alles in Ordnung..." versicherte Neveah dem Pferd, w?hrend sie ihm beruhigend über die Seite streichelte.
Das Pferd beruhigte sich bald, und Neveah warf Menarx einen Blick zu, der sein Pferd ebenfalls beruhigt hatte und ihr nun ruhig zusah, wie sie ihr Pferd entspannte.
"Dies ist der n?chstgelegene Berg in der menschlichen Siedlung. Aber der Weg dahinter ist bekanntlich steil, wir müssen vorsichtig sein." erkl?rte Menarx sein pl?tzliches Handeln.
"H?ttest du das vielleicht schon viel früher andeuten k?nnen? Wir reiten schon seit fast einem halben Tag mit dieser Geschwindigkeit." fragte Neveah mit leerem Ton und Menarx schüttelte den Kopf.
"Mein Fehler." Menarx akzeptierte, obwohl er nicht den Eindruck machte, dass er seine Tat bereute.
"Der Mond steht hoch am Himmel, es sind mindestens sechs Stunden vergangen, seit wir den Bergfried vessen haben." murmelte Neveah nachdenklich, w?hrend sie ihr Pferd zu einemngsamen Trab anspornte.
Menarx und Neveah ritten seit dem Vessen des Bergfrieds ohne Unterbrechung, und Menarx führte sie durch einen weniger befahrenen Weg der menschlichen Siedlung.
Er war nicht weit von der eigentlichen Siedlung entfernt undg n?her an der Waldgrenze, so dass die Menschen diesen Weg nicht allzu oft einschlugen.
Besonders zu so sp?ter Stunde ritten die beiden mit Leichtigkeit hindurch, trafen nur auf wenige Passanten und sch?pften keinen Verdacht.
"Sieben, um genau zu sein." erg?nzte Menarx, dessen Augen den Wald schon auf dem Weg dorthin vorsichtig abtasteten.
"Wir haben den schnellsten Weg genommen, so haben wir genug Zeit, das Kraut zu finden." fügte Menarx hinzu.
"Wir sind kaum Menschen bege, wenn es einen solchen Weg g?be, w?re es für Xenon in Ordnung gewesen, mich mitzunehmen." sagte Neveah, wobei ihr die Worte unbewusst herausrutschten.
Menarx warf Neveah einen Blick über die Schulter zu, und erst dann erinnerte sie sich daran, was ihre Worte bedeuteten, w?hrend sie sich gleichzeitig im Geiste dafür tadelte, dass sie ihre Gedanken zu Xenon schweifen lie?.
"Ich meine, nicht dass ich deine fesselnde Gesellschaft nicht genie?e ..." begann Neveah zu erkl?ren, doch Menarx schüttelte den Kopf.
"Du bist mit Xenon vertrauter als mit uns anderen, und das aus gutem Grund, denn er ist der Grund, warum du überhaupt hierher gebracht wurdest." Menarx winkte gssen ab.
"Es ist in Ordnung, wenn du seine Anwesenheit der meinen vorziehst ... zumindest im Moment." fügte Menarx hinzu, bevor er seinen Blick abwandte.
’Vorerst?... Was soll das überhaupt bedeuten?’ murmelte Neveah verblüfft vor sich hin.
’Wer wei??’ dachte Neveahs Wolf zurück an sie.
"Kannst du sagen, wo genau die Blume blühen k?nnte?" fragte Menarx und unterbrach Neveahs Gedanken.
Neveah runzelte leicht die Stirn, als sie sich in dem unbekannten Wald umschaute, der sich vor ihnen erstreckte.
"Es würde einen Moment dauern." antwortete Neveah, w?hrend sie von ihrem Pferd abstieg und eine kurze Strecke vorausging, bevor sie sich hinhockte.
Sie zog ihren Handschuh aus, legte ihre Handfl?che ch auf den Boden und schloss die Augen, w?hrend sie ihren Wolf an die Oberfl?che steigen lie?.
Mit der Anwesenheit von Neveahs Wolf an der Oberfl?che sch?rften sich ihre Sinne noch mehr, auch ihr Geruchssinn war pr?ziser.
Neveah sichtete die Gerüche, und wenn sie etwas über die Ubrith-Blume wusste, dann die Tatsache, dass sie an einem feuchten Ort wuchs.
Dieser Wald war Neveah zwar unbekannt, aber ihre scharfen Sinne konnten ihr den Weg weisen, und sie vertraute ihren Sinnen vollkommen.
"Ich kann es nicht genau sagen, aber ich kann uns die allgemeine Richtung zeigen, sobald wir nahe genug sind, sollte ich es wissen." antwortete Neveah, w?hrend sie sich wieder aufrichtete und in die Richtung wies.
Bevor Menarx etwas sagen konnte, ert?nte das Grollen von Neveahs Magen.
Neveahs Hand wanderte zu ihrem Magen, erst da fiel ihr ein, wie hungrig sie war.
"Hungrig?" fragte Menarx mit einer hochgezogenen Braue.
"Ich war einen ganzen Tagng in einer Zelle und habe einen weiteren Tag im Hof gekniet... Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal etwas gegessen habe."
" Nur weil ihr Drachen kaum Nahrung braucht, hei?t das nicht, dass jeder so viel Glück hat." murmelte Neveah, als sie sich auf den Weg zurück zu ihrem Pferd machte.
"Ich war zu nachl?ssig... Ich werde euch sofort etwas besorgen." sagte Menarx in schuldbewusstem Ton, w?hrend er von seinem Pferd abstieg.
Neveah runzelte die Stirn angesichts der merkwürdigen Reaktion von Menarx, hielt ihn aber schnell auf.
"Es geht mir gut. Lass uns einfach schnell die Blume holen, damit wir zurückkehren k?nnen, denn Lord Everon erwartet uns." sagte Neveah abweisend.
"Bist du dir sicher?" fragte Menarx zweifelnd und Neveah nickte.
"Ich bin okay, Menarx." versicherte Neveah und schüttelte den Kopf.
"Ich aber nicht..." murmelte Menarx, als er von seinem Pferd stieg.
"Wir sind viel früher angekommen als erwartet. Du brauchst deine Kraft, um die Blume zu finden. Die Aufgabe ist wichtig... und du auch."
"Warte einfach hier, ich bin gleich zurück." versprach Menarx Neveah.
"Aber..." Neveah begann zu protestieren, doch als Menarx zu ihr herüberkam und ihr die Zügel seines Pferdes gab, konnte sie ihre Worte nicht aussprechen.
"Warte auf mich, ich bin bald zurück." sagte Menarx noch einmal, bevor er einen Pfad in den Wald einschlug, der links von dem Wegg, den sie eigentlich gehen sollten.
"Aber ich sagte schon, es geht mir gut..." murmelte Neveah, als sie ebenfalls von ihrem Pferd stieg.
Sie wollte wirklich nicht Schuld daran sein, dass sich ihre Aufgabe verz?gerte. Aber Menarx’ Worte lie?en sie nachdenken und sie seufzte schwer.
"Du wei?t, dass ich den Wald nicht kenne... Man k?nnte meinen, du hast einen Tunnelblick." murmelte Neveah und in ihrer Stimmeg ein Hauch von Amüsement.
Neveah kannte Menarx nicht besonders gut, aber sie wusste, dass er sich nicht leicht von einer wichtigen Aufgabe oder Pflicht ablenken lie?.
Anfangs war Menarx sogar nicht bereit gewesen, ein Auge auf Neveah zu haben, als sie in Asvarian Beacon waren. Er hatte es sogar als Zeitverschwendung betrachtet.
"Es ist so wenig Zeit vergangen, und er verh?lt sich schon so anders..." murmelte Neveah.
’Ich denke, das war schon immer die ursprüngliche Pers?nlichkeit des roten Drachens. Nur hat er uns damals als Au?enstehende... angesehen. Doch jetzt...’ begann Neveahs Wolf zu sagen, brach aber ab.
"Aber jetzt... wei?t du auch nicht, was er uns jetzt von uns h?lt." erg?nzte Neveah für ihren Wolf.
’Ich kann die Gedanken dieser Drachen nicht erahnen, Veah. Ich wei? nicht, was bei ihnen Wahrheit ist und was nicht... Das beunruhigt mich.’ dachte Neveahs Wolf.
Neveah brummte als Antwort, w?hrend sie sich auf einen Baumstumpf setzte, nachdem sie die Zügel der Pferde an einem Baum befestigt hatte.
"Im Moment müssen wir einfach nur einen Weg finden, um zu überleben... Snge wir leben, werden wir schon eine L?sung finden." murmelte Neveah zu ihrer W?lfin.
"Stimmt genau." antwortete Neveahs W?lfin, woraufhin sich ein kleines L?cheln auf Neveahs Lippen legte.
’Bist du sicher, dass das Kraut die Reiterin retten kann?’ fragte Neveahs W?lfin.
"Es wird mehr brauchen als nur das Kraut. Aber das Kraut spielt auch eine Rolle, snge wir das sichergestellt haben." antwortete Neveah ihrer W?lfin.
W?hrend Neveah dort sa?, wurde ihre Ruhe unterbrochen, als sie ein Knacken h?rte.
"Das ging aber schnell..." begann Neveah, brach aber ab, als sie einen seltsamen, unbekannten und unublich schrecklichen Geruch bemerkte.
Ein Geruch, der definitiv nichts mit Menarx zu tun hatte, dessen angenehmen Geruch Neveah schon gut kannte.
Neveah schluckte jede ?u?erung hinunter, die sie sagen wollte, und standngsam auf, wobei sie sich v?llig ger?uschlos bewegte.
Der Gestank war noch nicht nahe, aber Neveah wusste sicher, dass er auf sie zukam, zusammen mit dem, was auch immer diesen Gestank verursachte.
Au?erdem war der Gestank weder von einem Drachen, Menschen oder einer Fee, was Neveah bekannt war.
Es war etwas ganz anderes. Etwas, das Neveah nicht sicher war, ob sie es herausfinden wollte.
Tats?chlich ubte Neveah nicht, dass etwas so schrecklich riechen konnte.
Es roch nach einem verrottenden Kadaver, oder schlimmer, wenn es etwas Schlimmeres gab. So sehr Neveah auch uben wollte, der Wind trug einfach nur den Gestank zu ihr,
Das ferne Knacken eines Zweigs machte ihr r, dass da wirklich etwas drau?en war.
Menarx w?re niemals so ungeschickt, ?ste knacken zussen, wenn er sich bewegte. Er war ein ausgezeicer Krieger mit jahrhundertnger Erfahrung... wer oder was also kam auf sie zu?