<h4>Chapter 130: Ein Wunsch (Kap.130)</h4>
Einige Stunden sp?ter hatte sich die Nachricht von Neveahs Gefangennahme bereits im ganzen Drachenturm herumgesprochen.
W?chter und Diener aller Ebenen diskutierten leise darüber, doch niemand wagte es,ut darüber zu sprechen, denn was auch immer den Drachenk?nig betraf, die Bewohner des Bergfrieds wussten es besser, als darüber zu reden.
"Addie, hast du geh?rt, was vor ein paar Stunden im Bergfried geschehen ist?" flüsterte Rosalie zu Adrienne hinüber, wobei sie versuchte, nicht zu viel Aufmerksamkeit auf ihre Worte zu lenken.
Im Saal der Heilerin sa?en die Damen auf ihren Pl?tzen und warteten auf die Ankunft des k?niglichen Nachwuchsheilers, der sie den ganzen Tag über betreuen würde.
An einem normalen Tag w?re die k?nigliche Nachwuchsheilerin Iden für die angehenden Heilerinnen zust?ndig gewesen, aber heute war nicht irgendein Tag.
Die begabtesten k?niglichen Heiler waren von Lord Everon in Lord Imagors Quartier im zweiten Stock gerufen worden und hatten sich noch nicht in der Heilerhalle gemeldet, und es war bereits nach Mittag.
"Die arrogante Dienerin hat aus Lord Everons Arbeitszimmer gestohlen und ausgerec die Mauserschuppen Seiner Gnaden mitgenommen!"
"Was noch schlimmer ist, die Lady Kaliana hat vor der Geburt ihre Wehen bekommen! Das Kind ist noch in Drachengestalt in seinem Ei eingeschlossen, wenn es ausbricht, bevor es die menschliche Gestalt annimmt ... wird es ?rger geben."
"Ich habe mich umgeh?rt und Schreckliches geh?rt. F?lle von Frühgeburten bei Reitern sind ein Todesurteil! Es ist wahrscheinlicher, dass das Kind nicht leben wird!"
"Aber wenn das Kind überlebt und noch in der Drachengestalt ist, wird es sich den Weg aus dem Leib seiner Mutter bahnen! Es t?tet die Reiterin auf der Stelle!" flüsterte Rosalie in einem entsetzten Tonfall.
"So schrecklich?" fragte Celia schockiert und erschauderte bei dem blo?en Gedanken an das, was Rosalie gerade beschrieben hatte.
"Ich kann einfach nicht uben, dass ein einfacher Diener es wagen würde, Lady Kaliana so etwas Schreckliches anzutun ... von allen Reitern ist sie die rangh?chste, da sie die einzige Reiterin in der k?niglichen Garde ist."
"Au?erdem ist sie so liebenswert und klug... sie verdient es nicht, dass man ihr solche Grausamkeiten antut. H?tten wir das gewusst, h?tten wir diesen übelt?ter um jeden Preis aufhalten müssen." Rosalie seufzte mit bedauerndem Tonfall.
"Wir konnten nicht wissen, was sie vorhatte. Lord Everon vertraute ihr so sehr, dass er sie in seinem Arbeitszimmer allein lie?, was konnten wir dagegen sagen?"
"Es ist nur so traurig, dass sie Lord Everons Vertrauen ausnutzt und ihn auf so grausame Weise hintergeht. Seine Eminenz muss so viel Schuld auf sich nehmen." murmelte Celia mit einem traurigen Seufzer.
W?hrenddessen sa? Adrienne an ihrem tz unds in einem Kr?uterbuch, v?llig unbeeindruckt von dem, was Rosalie gerade enthüllt hatte.
"Addie, du hast nichts gesagt und du scheinst nicht einmal überrascht zu sein. Wusstest du schon davon?" fragte Rosalie mit einer hochgezogenen Augenbraue.
Rosalie war herbeigeeilt, um die Neuigkeit zu verkünden, und sie hatte mit einer heftigen Reaktion ihrer beiden Freundinnen gerec, aber nur Celia ?u?erte sich zu Rosalies Enthüllung.
Adrienne hatte kein einziges Wort gesagt und Rosalie nicht einmal einen Blick zugeworfen, als ob das, was Rosalie zu sagen hatte, keine Rolle spielen würde.
"überrascht? Warum sollte ich das sein? Eine Au?enseiterin treibt sich in der Heilerhalle und im Drachenturm herum und tut, was ihr gef?llt."
"Es gibt weder Gesetz noch Ordnung, die sie binden, was kommt dann als n?chstes? Sie wird dreist und begeht eine abscheuliche Tat." erwiderte Adrienne ausdruckslos, ohne von ihrem Buch aufzublicken.
"Das ist wahr, so viel Vertrauen wurde einem Fremden geschenkt. Was k?nnte man mehr erwarten?" sagte Celia mit einem Kopfschütteln.
"Was kann man jetzt für Lady Kaliana tun, wenn das Kind geboren werden muss, zwischen Mutter und Kind, die eine müsste leben, w?hrend die andere ..." Rosalie brach ab und wagte es nicht, ihren Satz zu beenden.
"Seine Eminenz wird einen Weg finden, Lady Kalianas Schwangerschaft war von Anfang an ein Risiko... wir k?nnen diesmal nur auf Seine Eminenz hoffen." erwiderte Celia, bevor sie ihr Tagebuch in die Hand nahm und es weiter studierte.
"Oh... richtig, damit ich es nicht vergesse. Es hei?t, dass Seine Eminenz ein Dekret essen hat, das besagt, dass jeder, der eine L?sung für Lady Kalianas Probleme vorscgen kann, einen einzigen Wunsch von Seiner Gnaden, K?nig Jian, erh?lt."
"Daher sind alle k?niglichen Heiler und sogar einige Auszubildende herbeigeeilt, um sich daran zu versuchen... wer Lady Kaliana und das Kind retten kann, wird sich die Dankbarkeit Seiner Gnaden und der k?niglichen Wache verdienen." Rosalie verkündete die letzte Nachricht, die sie geh?rt hatte.
Erst jetzt hob Adrienne ihren Blick von dem Tagebuch, auf das sie die ganze Zeit über so konzentriert war.
"Die Dankbarkeit Seiner Gnaden ... und ein Wunsch?" Adrienne fragte noch einmal nach, um sicher zu sein, dass sie Rosalie richtig verstanden hatte.
"In der Tat! Ist das nicht eine gro?artige Gelegenheit? Kein Wunder, dass die jungen k?niglichen Heiler und sogar Duncan nirgends zu finden sind, jeder sucht eine Gelegenheit, die Gunst Seiner Gnaden zu engen!" sagte Rosalie und freute sich, endlich etwas gesagt zu haben, das Adrienne interessierte.
"Hmm..." Adrienne brummte als Antwort und ihr Blick kehrte zu dem Tagebuch zurück.
"Addie, willst du es nicht einmal versuchen? Selbst Duncan ergreift gerne eine solche Gelegenheit. Vielleicht f?llst du ja einem Drachenlord oder sogar einem aus der k?niglichen Garde ins Auge!" sagte Rosalie aufgeregt.
"Es gibt schon so viele Heiler, die sich der Aufgabe annehmen, und selbst Seine Eminenz wird in seinen Bemühungen nicht nacssen; wenn es einen Ausweg gibt, wird Seine Eminenz ihn zuerst finden."
"Und wenn Seine Eminenz ihn nicht finden kann, wie soll es dann jemand anderes k?nnen?" Adrienne antwortete in einem leeren und uninteressierten Ton.
"Ich habe geh?rt, dass Heilerteams den Bergfried und die Akademie in Scharen vessen, um sich auf die Suche nach H?utungsschuppen zu begeben ... Diejenigen, die keine Methode finden k?nnen, hoffen, eine bereits etablierte L?sung zu finden." fügte Rosalie hinzu und schüttelte leicht den Kopf.
"Wienge ist es her, dass die letzten H?utungsschuppen geblüht haben? Sechs Jahrzehnte? Für ein Kraut, das nur einmal in einem Jahrhundert w?chst, sind es noch vier Jahrzehnte... wie kann man die Mauserschuppen finden?" Celia konterte mit einem Spott.
"Wenn nur eine einzige Blüte der H?utungsschuppen vom Himmel fallen würde, direkt in meinen Scho?... oder wenn ich die H?utungsschuppen finden würde, die mir dieser übelt?ter entrissen hat... w?re das nicht einfach perfekt?" Rosalie seufzte wehmütig.
"Und was würdest du dir in so einem Fall wünschen? Dass der arrogante Diener hingerichtet wird?" fragte Celia undchte leise über Rosalies vertr?umten Blick.
"Warum sollte ich mir die Mühe machen? Sie soll im Morgengrauen von Seiner Gnaden verh?rt werden. Wenn sie ihr Verbrechen gesteht und die H?utungssk vorlegt, wird sie hingerichtet, weil sie Hand an k?nigliches Eigentum gelegt hat."
"Aber wenn sie die Waage nicht liefert und etwas schief geht, wird sie trotzdem hingerichtet. Das hei?t, wenn der wütende Lord Imagor sie nicht vorher erwischt."
"So oder so, sie wird bekommen, was sie verdient. Sie ist bereits dem Untergang geweiht, warum sollte ich meinen Wunsch an sie verschwenden?" erwiderte Rosalie mit einem Spott.
"H?rt, h?rt." Celia stimmte ihr zu.
"Ein Wunsch vom Obersten K?nig selbst? Man k?nnte sich sogar die ganze Welt wünschen... was würde man mit so einem Wunsch anfangen? Ich wüsste gar nicht, was ich mir wünschen sollte." fuhr Rosalie mit einem vertr?umten Seufzer fort.
Celiachte und warf Rosalie einen Stift zu, die daraufhin blinzelte.
"M?dels, es scheint, dass die Führung für heute nicht halten wird. Aber ich bin sicher, dass wir unsere Tagebücher abgeben werden, sobald Heilerin Iden zurück ist."
"Nun, die Zeit, die ich letzte Nacht mit meinem verbracht habe, hat dafür gesorgt, dass es auf dem neuesten Stand ist und in perfektem Zustand eingereicht werden kann. Ich nehme nicht an, dass ihr beide dasselbe von euch behaupten k?nnt?" erinnerte Adrienne mit einem L?cheln.
"Urggh! Im Bergfried herrscht Hochbetrieb wegen der erwarteten Ankunft der Dünendrachen und des Aufruhrs, den dieser übelt?ter verursacht hat, und wir müssen immer noch hier sitzen und Tagebücher ausfüllen?!" begte sich Rosalie in einem Ton der Verzweiflung.
"Was hat mich eigentlich dazu gebracht, von einer Karriere als Heilerin zu tr?umen?" Celia seufzte zustimmend zu Rosalies Wehgen.
"Wir wissen doch beide, dass es mit der ... anmutigen Erscheinung Seiner Eminenz zu tun hatte ..." stichelte Rosalie und erntete dafür einen finsteren Blick von einer rotgesichtigen Celia.
"Nun denn, ich werde euch M?dchen alleinssen. Ich werde mich zuerst in mein Quartier zurückziehen." sagte Adrienne, w?hrend sie ihren Mantel nahm und aus dem Saal der Heilerin ging.
Doch kaum war sie drau?en, führte der Weg, den sie einschlug, nicht zurück in den vierten Stock, sondern direkt aus dem Bergfried hinaus, wo eine Kutsche auf sie wartete.
Ohne viel zu sagen, stieg Adrienne in die Kutsche, die sich in Bewegung setzte und sich immer weiter vom Bergfried entfernte, bis sie nicht mehr zu sehen war.
Wohin Adrienne fuhr ... nun, das konnte man vorerst nicht wissen.