<h4>Chapter 769: Traumzauber (Kap.770)</h4>
Magie war schon immer eine geheimnisvolle Angelegenheit, unberechenbar und flüchtig, selbst für jene, die sie beherrschten. Dies war vielleicht die erste und wichtigste Lektion, die Neveah seit ihrer Verbindung mit Demevirld gelernt hatte.
Deshalb war es keine überraschung, dass sich Neveah am Ende des Magierzaubers an einem v?llig fremden und ungewohnten Ort wiederfand, ganz allein.
Es standen zwei M?glichkeiten zur Wahl. Xenon, ein Vollblutdrache, besa? eine sehr hohe Magieresistenz. W?hrend Demevirlds Magie ihn m?glicherweise beeinflussen konnte, hatte die Magie der Magier vielleicht nicht denselben Erfolg gehabt.
Und wenn doch, dann hatte ihr Zauber nicht sicherstellen k?nnen, dass Xenon und Neveah gleichzeitig am selben Ort ankamen. Vielleicht waren sie in zwei v?llig unterschiedliche Teile des von den Magiern gewobenen Traumzaubers transportiert worden.
Wie auch immer, Neveah wusste, dass es nichts brachte, darüber nachzugrübeln. Je schneller sie hier ihre Angelegenheiten erledigte, desto eher konnte sie zu Xenon zurückkehren und seine Sorgen lindern, die mit jedem Moment ihrer Trennung gr??er wurden.
In dieser Situation begann Neveah, ihre Umgebung zu inspizieren.
Ein dichter, schwerer Nebel hüllte den Wald ein. Es war diese Art von Nebel, die es unm?glich machte, mehr als einen Zoll vor sich zu sehen.
Doch Neveah wusste, dass sie sich in einem Wald befand. Der Duft von Moos, feuchter Erde und verrottetem Laub war überw?ltigend.
Durch die Genauigkeit und Empfindlichkeit ihres Geruchssinns erkannte Neveah, dass sie hier im Traumzauber ihre Wolfsseite und all ihre F?higkeiten beibehalten hatte. Von Demevirld war sie sich jedoch nicht sicher; sie konnte ihn nicht spüren.
Neveah setzte ihren Weg durch den Nebel fort, ihre Sinne waren hochgradig rmiert. Auch wenn es ein Traumzauber war, hier waren hunderte rasende W?lfe gefangen. Sie vermutete nicht, dass diese ihr freundlich gesonnen w?ren; einen Raubtier zu fangen war der sicherste Weg, seine wilde Instinkte zu wecken.
Es dauerte nichtnge, bis ihre Sinne sie darauf aufmerksam machten, dass sie verfolgt wurde.
Neveah reagierte nicht darauf. Sie ging unbeirrt weiter und stapfte durch den Wald. Wenn sie den ersten Zug machte, w?re sie im Nachteil, da sie das Gel?nde noch nicht kannte.
Wer immer ihr folgte, würde sich rechtzeitig zu erkennen geben. Letztendlich war sie gekommen, um sie zu treffen, um herauszufinden, welche Wahrheit hinter dem Brief steckte.
Um die Rechnungen der Vergangenheit zu begleichen, wenn n?tig. Das war etwas, das nur sie tun konnte, etwas, das sie selbst tun musste, und zumindest aus diesem Grund war sie erleichtert, allein zu sein.
Es dauerte nichtnge, bis ihr Verfolger sich zeigte. Neveah spürte es in dem Moment, als er sich auf sie stürzte. Sie h?rte, wie seine uen in den Boden gruben und den Schwung aufnahmen, der ihn direkt auf ihre Kehle zutrieb.
Jedoch reichte das Wissen um seine Ankunft nicht aus, um Neveah vorzubereiten. Instinktiv wich sie aus, entging nur knapp dem Zusammensto?, hatte jedoch keine Gelegenheit, zurückzuscgen. Ihr Angreifer war schneller und verschwand ebenso schnell wieder.
In dieser ganzen Zeit hatte Neveah ihn nicht einmal gesehen. Sie spürte ihn, doch sie konnte ihn nicht erblicken. Aus welchem Grund auch immer, er verschmolz so perfekt mit dem Nebel, dass es au?er seiner Anwesenheit kein weiteres Anzeichen für seine Existenz gab.Neveahs Wolf kam an die Oberfl?che und verst?rkte ihre Sinne, sie überlie? ihm die volle Kontrolle und verzichtete darauf, ihren Gegner kommen zu sehen.
Der Nebel schien immer dichter zu werden. Wie ihr Angreifer so r hindurchsehen konnte, war Neveah ein R?tsel, doch sie blieb standhaft. Sie ging weiter, als w?re sie nicht gerade angegriffen worden.
Unter der Oberfl?che tasteten Neveahs Sinne die Umgebung ab, um herauszufinden, von wo der n?chste Angriff kommen würde oder wie viele Angreifer es waren. In diesem Traumzauber wimmelte es nur so von W?lfen.
’Es ist nur einer...’, dachte Neveah zu ihrem Wolf.
’Seine Aura... er muss mindestens ein Alphak?nig sein.’, erwiderte Neveahs Wolf.
Sowohl Lothaire als auch Alessio waren von Geburt an und von Rechts wegen Alphak?nige. Beide hatten ?hnliche Auren... es k?nnte der eine oder der andere sein, aber keiner von beiden war eine gute Option für Neveah.
Ihr Herz sank in die Magengrube, aber sie beruhigte sich schnell wieder.
Der n?chste Angriff kam pl?tzlich und entging beinahe Neveahs Aufmerksamkeit. Im letzten Moment drehte sie sich um, ihre Krallen schossen hervor, doch sie verfehlte ihn.
Er war schnell... schneller als jeder andere Werwolf, den Neveah kannte. Und w?hrend der Nebel Neveahs Sinne d?mpfte, schienen seine nur sch?rfer zu werden.
Beim dritten Mal entschied Neveah sich anders. Sie bereitete sich auf einen Aufprall vor und blieb stehen, erwartete einen Angriff, der nicht kam.
Nach ein paar Herzschl?gen fühlte sich die Pr?senz ihres Angreifers pl?tzlich überw?ltigend an und seine Aura traf sie wie ein physischer Scg. Neveah erstarrte und drehte sichngsam um, kam einem aufgerissenen Maul und einem tierischen Blick gegenüber.
Der Werwolf, der sie anstarrte, war riesig, sogar gr??er als Neveahs eigene Wolfsgestalt, was bedeutete, dass er sie v?llig überragte.
Doch was Neveah sprachlos machte, war nicht seine gewaltige Gr??e oder überlegene H?he oder sogar die Eckz?hne, die ihr jederzeit den Kopf h?tten abbei?en k?nnen.
Nein. Es war sein Fell. Ein weiches, schneewei?es Fell, das durch keine andere Farbe verunreinigt war. Nun wurde Neveah r, warum sie ihren Angreifer die ganze Zeit nicht sehen konnte.
Mit seinem reinwei?en Fell war der Nebel die perfekte Tarnung. Neveah blinzelte erstaunt, als der Wolf sie einen Momentng anblickte, und dann stand an seiner Stelle ein Mann mit kurz geschnittenem, schneewei?em Haar.
Er verschr?nkte die Arme und musterte sie mit einem verwirrten Gesichtsausdruck von Kopf bis Fu?.
"Ich hatte erwartet, Kaideon zu sehen... und eine Erkl?rung für diesen ganzen Wahnsinn zu vengen.", erkl?rte er. "Du siehst ihm nicht ?hnlich. Das ist auch gut, das Haar k?nnte sser sein...aber du wirst dich sicher gut an das Winterreich gew?hnen."