<h4>Chapter 764: Keine Dornen (Kap.765)</h4>
~Aloria: Der k?nigliche Fae-Wald~
Die k?nigliche Halle der Fae hatte ihre Tore erneut für den Rat ge?f. Es war ein Ereignis, das seit Jahrhunderten nicht mehr stattgefunden hatte und eigentlich ein Grund zum Feiern sein sollte, doch das war nicht der Fall.
Eine gespannte Atmosph?re herrschte über dem Rat, und einige Ratsmitglieder tauschten Blicke und Wispern aus. Die Stimmung schlug schnell in eine drückende Stille um, als Ke in der Tür erschien.
Sie warf einen kurzen Blick zwischen den Reihen der Ratsmitglieder und nvertreter, bevor sie die Mitte der Halle enng zum erh?hten Podest schritt.
Wieder einmal war das Podest v?llig leer. Kein Thron war zu sehen, wie es seit Jahrhunderten der Fall war, und für einen Moment blieb Ke stehen, ihr Blick auf die leere ttform gerichtet.
Das letzte Mal, als sie hier war, hatte der k?nigliche Thron der Fae seinen Auftritt gehabt. Wenn sie darüber nachdachte, fragte sich Ke, wie viel Magie es ihre Tante Diandre gekostet hatte, den Thron zum Auftauchen zu zwingen, nur um dann von den Dornen gestochen zu werden, als er sich ihrem Anspruch widersetzte.
Dennoch wagte sie es, sich zu setzen. Sogar als das Blut um ihre Fü?e herum sammelte, und was noch schlimmer war, in jener Nacht wagte sie es, noch abscheulichere Dinge zu sagen.
?H?tten sie sich nur richtig verhalten... warum konnten sie sich nicht einfach richtig verhalten?", dachte Ke. Ihre H?nde ballten sich zu F?usten an ihren Seiten.
Sie trat auf das Podest und es zitterte unter ihr. Als sie das Arkane spürte, erhoben sichngsam Ranken von allen Seiten und formten vor aller Augen den k?niglichen Thron der Fae. Es gab leise Atemzüge im Rat, obwohl sie von der Rückkehr des Arkanen wussten. Den Thron nach Jahrhunderten des Scfes wieder erscheinen zu sehen, war etwas ganz anderes, als es beschrieben worden war.
Ke wandte sich dem Rat zu und setzte sich. Die Ratsmitglieder hielten den Atem an und beobachteten, doch auch nach einigen Augenblicken gab es keine Ver?nderungen und keine Anzeichen von Unbehagen.
?Keine Dornen", dachte Ke. ?Es hat ihr jetzt gehorcht... sie alle haben."
Es war ein bittersü?es Gefühl. Sowohl für Ke selbst als auch für den Rat der Fae. Es war schwer zu sagen, ob der Rat ein anderes Ergebnis erhofft hatte, und was Ke betraf, so war ihr Blick hohl und distanziert, zu entrückt, um die Bedeutung des Moments zu erkennen.
Doch der Moment wurde bald unterbrochen. ?Ich bin sicher, dass wir uns alle der aktuellen Situation bewusst sind, aber das Fae-Bataillon, das nach Fort Inferno geschickt wurde, wurde vernichtet", erkl?rte Lord Fintans Worte stellten die gespannte Atmosph?re wieder her. ?Diese Nachricht hat sich bereits in allen Fae-W?ldern verbreitet. Die ?ffentliche Stimmung wird sich verschlechtern, wenn nichts unternommen wird."
Ke war darauf vorbereitet. Das war genau der Grund, warum sich der Rat versammelt hatte, um sie für die erlittene Niedege zu kritisieren.
Der Fae-Rat hatte sich noch nicht mit dem Verlust der geteilten Autorit?t abgefunden. Sie wusste, dass sie auf Widerstand sto?en würde, als sie den Thron der Hochk?nigin übernahm, und das Ergebnis dieser ersten ht hatte genau die Gelegenheit geschaffen, die sie brauchten."Das ist... bedauerlich", murmelte Ke und ihre F?uste ummmerten noch fester die Armlehnen ihres Thrones. "Ich hatte mehr erwartet... von den verehrten Soldaten der Fae." Ihr Blick fiel auf den Anführer der k?niglichen Fae-Garde.
Sogar jetzt konnte Ke die Trauer in seinen Augen erkennen. Seine Loyalit?t zu ihrer Tante machte ihn zu einer Unbekannten... einer Variable, die sie gegebenenfalls rechtzeitig würde ausschalten müssen. Doch jetzt noch nicht... der rangh?chste Soldat der Fae konnte nicht aus dem Weg ger?umt werden, w?hrend ein Krieg drohte.
Dieser Krieg war für Ke vonn?ten. Aus vielen Gründen, vor allem jedoch, um ihre Stellung und ihren Titel in der Festung zu zementieren. Sie durfte sich eine Niedege nicht leisten, zu viel stand auf dem Spiel – nicht zuletzt das Schicksal des Kindes, das sie erwartete.
"Wir h?tten nicht erwartet, dass die Drachen Magier in ihre Dienste nehmen würden, oder mit Magie kontern", erwiderte der Hauptmann der Garde, seine H?nde ruhten wie immer auf dem Heft seines Schwertes. "Die Kampfmoral der Bataillone hat stark gelitten. Ich befürchte, Eure Gnaden und der Rat sollten dies wohl überdenken, bevor sie zum Gegenangriff befehlen." Sein Tonfall war ch und entfernt.
Wie üblich stand der Hauptmann weder vollends hinter der k?niglichen Autorit?t noch hinter dem Rat. Er vollzog einfach seine Pflichten und erstattete Bericht, wenn dies von ihm vengt wurde. Vielleicht war es nur beim Beistand für ihre Tante, dass er je parteiisch wirkte...
Zustimmendes Gemurmel kam vom Rat, doch ein sanftes Beben der Erde brachte die Halle zum Schweigen.
"Das... ist alles ihre Schuld", sagte Ke mit zusammengebissenen Z?hnen. Sie war sich sicher gewesen, auf die Vergeltung der Drachen vorbereitet zu sein, doch sie hatte die Beteiligung einer unwahrscheinlichen Kommandeurin an der ht... Neveah... nicht bedacht.
Ke wurde ein tiefes Gefühl des Bedauerns und der Wut bewusst. Adrienne hatte Recht gehabt mit dem M?dchen, und h?tte sie damals nur zugeh?rt und gehandelt, statt Adriennes Warnungen zu überh?ren, bef?nde sie sich jetzt nicht in dieser Lage.
"Du wagst es vorzuscgen, wir sollten dies so endenssen? Ihre K?nigin ist verantwortlich für den Tod meiner Tante und meiner Schwester!" zischte Ke.
"Der Fall eines Bataillons ist l?ngst nicht genug, um die Fae in ihre Verstecke zurückschrecken zussen. W?ren wir so leicht zurückzuweichen, h?tte ich dies alles gar nicht erst begonnen." Ke stellte ihre Position r. "Wir müssen nur Vorkehrungen gegen die Magier treffen."
"Wir haben das Arkane auf unserer Seite. Die Mutter aller Magie... die wahre Macht... wir werden nicht unterliegen. Das Drachengeschlecht wird in die Knie gezwungen werden." Kes Stimme war dunkel und entschlossen. "Geht zurück in eure W?lder und versammelt eure Kr?fte, anstatt hier unt?tig zu bleiben!"
Die Versammlung endete abrupt mit ihrer Enssung, und Ke blieb sitzen, ihren starrer Blickg auf dem einzigen n-Vertreter, der keine Anstalten machte, die Halle zu vessen.
Lord Fintan sa? unbekümmert da, so wie seit der Er?ffnung des Themas, das zu all der Spannung geführt hatte.
"Eure Gnaden..." begann er. "Ich mochte Eure Tante nicht sonderlich, aber ich wei?, dass sie eine Macht war, mit der man rechnen musste. Dass sie auf solch r?tselhafte Weise ums Leben kam... das ist etwas, das ich kaum nachvollziehen kann."