<h4>Chapter 744: Hilfe senden (Kap.745)</h4>
Es war der geisterhafte Ruf, der Xenons Ohr erreichte: "Es gibt einen Weg." Xenon verzieh seine Lippen leicht trotzig. "Aber die Entscheidung liegt bei dir", fügte die zweite Spektralstimme hinzu.
W?hrenddessen herrschte auf den Stadtmauern ein Chaos. Obwohl sie nicht wirklich in dieser Realit?t anwesend waren, konnten sie jedes Wort mitanh?ren.
"Bringt unseren Lehnsherrn hierher!", brüllte Lord Kaideon. "Sofort!"
"Der Kampfkreis ist durch dunkle Magie verschlossen, mmen k?nnen ihn nicht durchdringen, ebenso wenig wie Eis. Es ist unm?glich ihn zu durchbrechen", erkl?rte Lord Starron nüchtern.
"Wenn jemand überhaupt eine Chance hat, diesen Kreis zu durchbrechen, dann ist es unser Lehnsherr", stellte Lord Kaideon r. "Wir haben keine Zeit, darüber nachzudenken! Bringt ihn her!"
Die Stimmen hallten in Jians Kopf wider, und er lie? sich von diesem Ruck zurück in die Realit?t führen, aber gerade in dem Moment h?rte er Xenons Stimme sagen:
"Der Kampfkreis... ich k?nnte vielleicht einen Weg finden, ihn zu durchbrechen. Ich werde dir Hilfe schicken." Als Jians Bewusstsein schwand, blieb Xenon zurück, der den beunruhigenden Kampf verfolgte.
"Es ist Zeit für deine Entscheidung...", flüsterte die dritte Spektralstimme. "Willst du zusehen, wie dein Bruder stirbt? Willst du ihm bei seinem Untergang zusehen? Im Wissen, dass er den Kreis nicht durchbrechen kann?"
Aber die Entscheidung war bereits getroffen, als Xenon Jian seine Hilfe zugesichert hatte, und so gab es kein Z?gern mehr. "Tut... was immer n?tig ist. Aber bringt ihn durch diesen Kreis."
Eine überirdische K?lte durchstr?mte ihn, als er einen kalten Griff um sein Bewusstsein spürte. Er zwang eine Ver?nderung herbei und Xenon sprang von der Stadtmauer, das tumultartige Schwarze Meer raste mit gro?er Geschwindigkeit auf ihn zu, bis sich seine Sicht verschob und seine gro?en Drachenaugen sich verengten. Seine Drachengestalt war eine geisterhafte, durchscheinende Version des riesigen schwarzen Drachens, und Xenon starrte mit einer Spur von Entsetzen auf seine eigenen uen.
"In diesem Reich ist alles zerbrechlicher. Unsere Magie wird dir für eine begrenzte Zeit euben, die Ebene der Realit?t dieses Reichs zu beeinflussen... aber nur für eine begrenzte Zeit", stellte die erste Spektralstimme r. "Falls du nicht rechtzeitig den Weg zurück in deine eigene Realit?t findest, k?nnte deine Seele diesen Weg vielleicht nie zurückfinden."
Xenon hatte bereits geahnt, dass es einen Preis geben würde; Magie hatte stets Konsequenzen. Es war die Art der Natur, einer sonst erschreckenden Macht Grenzen zu setzen.
Wie dem auch sei, Xenon konnte niemals zusehen, wie Cassian fiel.
Jians Augen flogen auf. Er war wieder in seinem Arbeitszimmer, dort, wo der Traumspaziergang begonnen hatte. Er holte tief Luft, gerade als die Türen aufsprangen. Er stand bereits auf den Beinen und ging zum Balkon. Ohne darauf zu warten, von Lord Starron zu h?ren, schoss er in die Lüfte und war im Nu wieder an der Stadtmauer. Doch dieses Mal hielt er sich nicht an der Mauer auf, sondern flog darüber hinweg.
Der Kampfkreisg vor ihm und verbreitete eine unheilvolle Aura. Jian war noch nie so nah dran gewesen, da er nie gek?mpft hatte ... nicht bis jetzt. Es war schwer zu erkennen, dass eine magische Barriere vorhanden war, wenn man den rot, schwach leuchtenden Kreis in den Wolken nicht bemerkte.Aus dieser N?he konnte Jian das Blut Cassians riechen und Zorn wallte in ihm auf, als er beiseite flog, gerade aus dem Weg eines Blitzeinscgs, der die Erde genau dort traf, wo er gestanden hatte. Die anderen Drachenlords wichen ebenfalls aus, w?hrend Jian die Barriere umkreiste und nach einem Schwachpunkt suchte, obwohl er nicht wirklich damit rece, einen zu finden.
Dann bemerkte Jian etwas. Ein Stück der Barriere schmolz pl?tzlich direkt vor seinen Augen und setzte sich rasch fort, breitete sich über die gesamte Barriere aus. Jian spürte eine vertraute Hitze, er konnte sogar den Geruch glimmender mmen wahrnehmen, aber sehen konnte er sie nicht.
"Ich werde dir Hilfe schicken", hatte Xenon gesagt.
Es gab keine Zeit, über das Ph?nomen nachzudenken. Jian stürzte vorw?rts und durchbrach die geschw?chte Barriere. Seine uen griffen direkt nach dem n?chsten Kopf der Hydra, schlitzten quer über die Schuppen und durch das darunterliegende Fleisch, und kappeten den Kopf, von wo er Cassian von hinten aufguert hatte. Die Hydra schrie auf, ihre drei K?pfe schnappten nach Jian, w?hrend s?urehaltiges Gift überallhin spritzte. Jian wich geschickt zur Seite, um dem s?urehaltigen Gift auszuweichen und stie? auch Cassian beiseite.
Mit Mühe gng es Cassian seinen Flug zu stabilisieren und er zog abermals eine scharfe Kurve, diesmal weg vom Schwanz der Hydra. "Wie bist du hierher gekommen?!" dachte er an Jian.
"Konzentrier dich darauf, am Leben zu bleiben", entgee Jian.
Der Kopf der Hydra l?ste sich auf, doch w?hrend das noch geschah, wuchs bereits neues Fleisch nach und das Ungeheuer zischte siegesgewiss.
’Das Ding wird nicht sterben!’ dachte Cassian frustriert an Jian.
’Verdammte Regeneration. Ich dachte, das sei nur ein Mythos’, erwiderte Jian. ’Wir dürfen es nicht heilenssen.’
Jian wich zurück und schaffte Abstand zwischen sich und der Hydra, w?hrend Cassian weiterhin den Angriff aufrechterhielt. Er griff tief in sich, sein Maul ?fe sich und eine Flut aus Eis prasselte auf die Hydra nieder, wodurch jeder berührte Teil sofort gefror.
Die Hydra brüllte vor Wut und spuckte Gift über sich selbst aus, um das Eis zu schmelzen und eine Ausbreitung zu verhindern. Doch Cassian war schneller, schwang sich herum und schlug mit seinem keulenartigen Schwanz direkt in den gefrorenen Teil der Hydra, sodass das Eis in Stücke zerbarst. Unmittelbar darauf schleuderte Jian eine mmenwalze, die die Eisteile zu Nichts schmolz.
Das Kreischen der Hydra hallte nicht mehr wider; zwei ihrer K?pfe waren im Eis gefangen und ein Teil ihres Arms, es würde ihr nicht gelingen, sich so schnell wie beim letzten Mal zu regenerieren. Aber ein Kopf war noch übrig, seine Augen funkelten vor Wut, als sein Schwanz nach Jian schoss, der nun auch vor seinem eigenen Eis auf der Hut war.
’Ein Kopf bleibt übrig. Schalte ihn aus, bevor die anderen beiden regeneriert sind und es ist ein für alle Mal tot’, dachte Jian an Cassian, als er dem giftigen Schwanz auswich.
’Es wei? das auch’, entgee Cassian. ’Es wird uns nicht n?herkommenssen.’
’Gut, dass ich nicht mit seiner Gro?zügigkeit gerec habe’, dachte Jian zurück.