<h4>Chapter 671: Born To Die (Ch.672)</h4>
"Ich darf nicht so sterben..."
"Ich darf nicht so sterben..."
Neveah konnte die Worte h?ren - jene Worte, die bis eben noch als Mantra in ihrem Kopf waren, hallten nun als kaum h?rbares Flüstern von irgendwo ganz nah wider.
So nah, dass es Neveah einen unheimlichen Schauer über den Rücken jagte und einen tief sitzenden Schmerz in ihrem Herzen hervorrief, so schmerzhaft, dass Neveah h?tte schw?ren k?nnen, ihr Herz zerspringe eigenst?ndig bei jeder Wiederholung dieser qualvollen Worte, die in ihrem Geist widerhallten.
Diese Stimme... sie war angefüllt mit Schmerz und Ersch?pfung, es war kein Flehen, sondern die ge eines Menschen, der sein Schicksal kaum ertragen konnte.
Die Tiefe der Trauer und des Bedauerns in diesem Tonfall war so gewaltig, dass sie den Schmerz, den Neveah empfand, überw?ltigte und an ihren Herzensseiten zerrte. Neveah sorgte sich weniger um ihr eigenes Schicksal, stattdessen wollte sie verzweifelt erfahren,
’Wer spricht diese Worte? Warum klingen sie noch trauriger, als ich selbst sie eben gedacht habe?’ fragte sie sich.
’Wer ist diese Person und steckt sie vielleicht in derselben Lage wie ich, oder sogar in einer noch schlimmeren?’ schoss es ihr durch den Kopf.
Neveah k?mpfte sich durch den Nebel des Schmerzes, und durch pure Willenskraft allein wurde sie sich ihrer Umgebung wieder bewusst und starrte in den offenen Nachthimmel.
Der Himmel war übers?t mit hunderten leuchtenden Sternen, und der Mond stand hoch am Firmament, sein Schein strahlte herab als greife er direkt nach Neveah.
’Wo bin ich?’ wunderte Neveah sich.
’Was ist das für ein Ort?’ dachte sie.
Der Nachthimmel war wundersch?n und erweckte eine vertraute Empfindung in Neveah. Aus irgendeinem Grund fühlte es sich so an, als h?tte sie diesen tz schon einmal gesehen, als h?tte sie schon einmal in diese Sterne geblickt.
"Ich darf nicht so sterben..." kam es wieder, das qualvolle Keuchen.
Die Worte wurden so schwach gesprochen, als mmerten sie sich an den allerletzten Atemzug.
Dieses Mal ngen die Worte so nah, dass Neveah den Drang verspürte, nach deren Ursprung zu suchen. Als sie dies tat, drehte sich ihr Kopfngsam zur Seite, und sie fand sich Auge in Auge mit einer Frau, die ihr zum Verwechseln ?hnlich sah.
Ebenso wie Neveahg die Frau auf dem kalten, scmmigen Waldboden, ihr goldener Haarschopfg ausgebreitet unter ihr, befleckt mit Scmm, Dreck... und Blut.
’Blut... darunter hatte sich eine Lache gebildet.’ Neveah bemerkte, wie das Blut unter der Frau immer weiter floss und sich ausbreitete, in die Erde sickerte und sogar in Neveahs Richtung flo?.
Ein kleiner Wassertropfen berührte Neveahs Wange. Als sie zum Himmel blickte, erkannte sie, dass es ree... und das schon seit geraumer Zeit.
Neveahs Aufmerksamkeit wandte sich wieder der Frau neben ihr zu, als sie eine leise Stimme h?rte, die ein paar Worte flüsterte... dieselben Worte, die Neveah ausgesprochen hatte, als sie damals auf ihren Tod wartete.
"Lieber Sch?pfer, mein Name ist Neveah Omega Lothaire, aber alle nennen mich einfach Omega. Ich bin die Tochter von Lothaire Raul, dem Alphak?nig der Eclipse-Dom?ne."
"Mein Vater hat das Band der Gef?hrten verraten, er liebte eine menschliche Frau, und sie schenkte ihm ein Kind, dieses Kind war ich."’"Als Sohn einer menschlichen Mutter sollte ich eigentlich als Mensch zur Welt kommen, das dachten alle, doch die Wahrheit ist, mit fünf Jahren erlebte ich meine erste Verwandlung."
"Ich habe einen Wolf und nicht irgendeinen Wolf, mein Wolf ist ein Alpha-K?nig."
"Die Gef?hrtin meines Vaters, die Alpha-K?nigin des Eclipse-Territoriums, hat einen Sohn; er ist der zukünftige Alpha-K?nig und mein Stiefbruder. Der Alpha-K?nigswolf steht ihm zu Recht zu, also warum wurde er auch mir zuteil?"
"Ich verstehe es überhaupt nicht, ich habe nicht darum gebeten, geboren zu werden, ich wei? nicht, warum ich für die Fehler meiner Eltern verantwortlich gemacht werde, ich wei? nicht, warum ich mit meinem eigenen Stiefbruder verbunden bin...ich wei? nicht, warum ich sterben muss."
"Ich wei? nur, dass das Schicksal mir übel mitgespielt hat, weil es herausfand... dass ich mit dem geboren wurde, was ihm zustand, und so... hat er mich umgebracht."
Am Ende ihrer Worte verebbte ihre Stimme und Neveah h?rte das heftige Husten, das folgte, als die Frau an ihrem Blut erstickte.
’Das ist nicht eine Frau, die wie ich aussieht, das bin ich...’ erkannte Neveah.
Pl?tzlich wurde Neveah r, warum ihr der Himmel so bekannt vorkam, der Himmel, den sie in den letzten Momenten ihres Lebens angestarrt hatte.
Irgendwie war Neveah wieder in jenem Moment. In dem Moment, als die eiskalten H?nde des Todes ihre Seele ergriffen und ihrem bitteren Leben ein Ende bereiteten.
’Aber wie?! Ich bin diesem Schicksal entkommen! Ich habe gelebt! Ich habe überlebt!’ Neveah geriet in Panik, als sie sah, wie das Leben die Augen der sterbenden Frau verlie?... ihre Augen verlie?.
’Ich habe damals überlebt... aber jetzt sterbe ich schon wieder...’ wurde Neveah r.
’Geseer Sch?pfer, selbst bis zum Ende erweist du mir keine Gnade... jemand wie ich ist zum Sterben geboren, das ist mein unausweichliches Schicksal...’ kam der Gedanke erneut.
Derselbe Gedanke, der Neveah in ihren letzten Momenten vor songer Zeit durch den Kopf gegangen war, kam ihr jetzt wieder in den Sinn.
"Ich sterbe bereits zum zweiten Mal... und endlich erlebe ich den Moment, in dem mein Leben vor meinen Augen abl?uft, all meine Tode sind zu einem einzigen geworden... ein letztes Ende..." murmelte Neveah und blickte zum Mond hinauf.
Siechte ironisch, trotz des Schmerzes, den sie fühlte, und des Kummers, der ihr Herz ergriff.
Doch Neveahs Lachen verstummte, als ein herzzerrei?endes Gebrüll voller Schmerz und Verzweiflung den Wald erschütterte.
Es erschütterte Neveah bis ins Mark, und sie spürte, wie sich ihr sowieso schon schmerzendes Herz zusammenzog.
Dieser Laut... er konnte nicht von ihr sein, Neveah war bereits tot. Doch von wem dann?
Neveah zwang sich, trotz ihrer Schmerzen aufzusetzen, und taumelte auf die Beine. Ihr Blick wanderte suchend umher, bis sie die Quelle der Stimme fand... ihn.
In der Ferne hockte eine vertraute Gestalt, ihr Rücken war Neveah zugewandt. Sein pechschwarzes Haar wehte im Wind, als er seinen Kopf zurückwarf und ein weiteres erdschütterndes Brüllen ausstie?.
Diese Silhouette würde Neveah überall erkennen.
"Xenon?" fragte Neveah v?llig verwundert.