<h4>Chapter 621: Ein dunkler Turm (Kap.622)</h4>
Ein schmerzvolles Grunzen entrang sich Xenons Kehle, als seine Augenngsam aufblinzelten. Er kneifte sie zusammen und brauchte einen Moment, um sich an das seltsame, d?mmrige rote Licht zu gew?hnen. Als seine Sicht sich kl?rte, fand er sich unter einer unbekannten Decke wieder.
Erg in einem Raum, dessen W?nde aus purem Stein gefertigt waren, nackte Steinmauern, die ihm vollkommen fremd erschienen. R?tlich glimmende Edelsteine sorgten für die unheimliche Beleuchtung und durchzogen die W?nde.
Xenon hatte es sich auf einem ungew?hnlich harten und unbequemen Lager gemütlich gemacht – es war offensichtlich ein Bett, denn eine unn?tig schwere Decke bedeckte ihn bis zum Kinn.
Leicht die Stirn runzelnd versuchte Xenon sich aufzurichten, doch ein scharfer Schmerz jagte durch seinen Rücken und nahm seinen Ursprung in der Wirbels?ule.
Xenon st?hnte leise und prüfte innerlich seine Verletzungen. "Ich muss heftig abgestürzt sein...", murmelte er und bemerkte, dass seine gesamte Wirbels?ule und seine Beine sich anfühlten, als w?ren sie in vielerlei seltsamen Winkeln gebrochen.
Auch andere K?rperstellen schmerzten und deuteten darauf hin, dass er an mehreren Orten verletzt war. Xenon bemerkte zudem, dass er bereits am Heilen war, und zwar erstaunlich schnell; er konnte fast spüren, wie Knochen und Sehnen sich abmühten, im Inneren wieder zusammenzuwachsen – diese Empfindsamkeit für seinen eigenen k?rperlichen Zustand fand er besonders ungew?hnlich.
Obwohl die Heilung bereits eingesetzt hatte, war sein Zustand immer noch ziemlich zerzaust. Als Xenon einen weiteren Versuch startete, sich aufzusetzen, presste er die Z?hne zusammen und zwang sich nach oben, sank jedoch wieder auf das Bett zurück, als seine Muskeln sich unter unertr?glichen Schmerzen verkrampften.
"Schuppen...", keuchte Xenon schmerzgegt, gerade als er einen weiteren Auf nahm.
In diesem Moment wurde er jedoch von einer Stimme unterbrochen:
"Was machst du da?!" Die Stimme drang an sein Ohr, gleich nachdem sich die Tür ge?f hatte.
"Du solltest dich noch nicht bewegen; du k?nntest dich noch mehr verletzen, wenn du es erzwingst", tadelte die Stimme in einem viel sanfteren Tonfall.
Xenon wandte den Kopf zur Tür, wo eine seltsam aussehende junge Frau auf ihn zukam. Sie trug ein einfaches schwarzes Kleid, das ihr ein wenig zu gro? schien.
Sie war eine Frau, dessen war man sich durch ihre Silhouette sicher. Aber Xenon wusste nicht, wie er die eisernen Vollgesichtsmaske, die ihre Züge verhüllte, anders bezeichnen sollte als befremdlich.
Xenon kannte keine Art oder ns innerhalb der Festung, die solch eigentümliche Trachten trugen, und schlimmer noch: Er konnte keinen Geruch an der Frau feststellen.
’Sie hat keinen Geruch...’, stellte Xenon fest, eine h?chst merkwürdige Tatsache, und das bedeutete auch, dass es unm?glich war, allein anhand ihrer k?rperlichen Merkmale zu sagen, zu welcher Spezies sie geh?rte.
Xenon zog die Stirn in Falten, als die seltsame Frau an seinem Bett innehielt. Sie streckte die Hand aus, um die Decke über ihm zurechtzurücken.
Ihre H?nde erstarrten jedoch mitten in der Bewegung, als sie Xenons kalten Blick begee, der wortlos herausforderte, ihn zu berühren, wenn sie des Lebens überdrüssig war.
"Wer bist du?", fragte Xenon in einem düsteren Tonfall, seine Augen verengten sich zu einem hasserfüllten Starren.
Xenon war nicht aufgelegt, Kontakte zu knüpfen. Er musste zu Jian und dann zurück zu Neveah, und er wusste nicht einmal, wo er sich befand oder wie er dorthin kommen sollte, wo er hin musste.
Erst in diesem Augenblick wurde ihm r, dass er wirklich nicht wusste, wo er war, denn alles, an was er sich erinnern konnte, waren die überall verstreuten Portalfragmente und das blendend helle Licht, als das Portal zum Leben erwachte.
’Verothrax!’, dachte Xenon und erinnerte sich, dass er nicht allein gewesen war.Xenon verengte misstrauisch seine Augen, als er Verothrax nicht mehr sehen konnte.
"Wo ist Verothrax?!" vengte Xenon barsch.
Die seltsam aussehende Frau zuckte zurück, als w?re sie sichtlich verletzt von Xenons Tonfall.
"Ich hei?e Ida. Keine Angst, ich habe keine b?sen Absichten... Ich habe euch beide schwer verletzt gefunden und konnte euch nicht drau?enssen, als sich die Nacht n?herte," erkl?rte die fremdartig aussehende Frau mit zitternder Stimme.
"Dein Name ist mir gleichgültig. Was bist du? Und wohin hast du Verothrax gebracht?" fragte Xenon kalt.
"Ich habe deinen Freund nirgendwo hingebracht und ich besitze nicht mal die F?higkeit dazu..." sagte Ida mit unsicherer Stimme.
"Au?er mir ist niemand hier drau?en, es ist unm?glich, dass ich deinen Freund woanders hingebracht h?tte. Er ist immer noch bewusstlos und liegt im Nebenzimmer," erl?uterte Ida.
Daraufhin verengte Xenon noch misstrauischer die Augen.
"Du hast die erste Frage nicht beantwortet. Was bist du?! Eine Fee? Angeh?rige des Meervolks?! Eine Nymphe?! Und warum riechst du nach nichts?!" zischte Xenon.
Erneut trat Ida einen Schritt zurück und zitterte merklich.
"Ich... ich kann darauf keine Antwort geben..." stammelte Ida ?ngstlich.
Xenons Blick wurde noch dunkler und er richtete sich j?hlings auf, wobei er den Schmerz in seiner Wirbels?ule ignorierte.
"Tu das nicht! Deine Wunden sind zu schwer, du solltest dich überhaupt nicht bewegen, sonst wird es nur schlimmer!" rief Ida entsetzt.
"Du hast nicht das Recht, dich jetzt um mein Wohlergehen zu sorgen," entgee Xenon nüchtern.
"Ich... ich kann nicht antworten, nicht weil ich nicht will, sondern weil ich selbst nicht wei?!" rief Ida eilig, gerade als Xenon sich erhob.
Sie sprang quer durch das Zimmer und kauerte sich in eine Ecke, weit genug von Xenon entfernt, lief jedoch nicht zur Tür.
"Du... du wei?t nicht, was du bist?" fragte Xenonngsam, unsicher, ob er richtig geh?rt hatte.
Allerdings konnte Xenon, aus welchem Grund auch immer, keine Lüge oder Unehrlichkeit in dem Tonfall der Frau erkennen.
"Wie ist das überhaupt m?glich?" fragte Xenon düster.
"Ich... ich bin mir nicht sicher..." stotterte sie, v?llig ver?ngstigt, w?hrend sie Xenon aufmerksam beobachtete.
"Wei?t du denn, was ich bin?" fragte Xenon misstrauisch.
Sie schütteltengsam den Kopf und Xenon zog eine Augenbraue hoch.
"Wo befinden wir uns überhaupt?" hakte Xenon nach.
"In einem... Turm... einem dunklen, schrecklichen Turm..." erwiderte Ida mit leiser, qu?lender Stimme.
"Ein dunkler Turm... Schattenturm..." erkannte Xenon mit finsterer Miene.