<h4>Chapter 619: Nicht immer eine Aufgabe (Kap.620)</h4>
"Meinst du damit...den... Asrig?" fragte Neveah erstaunt angesichts von Jians Bitte.
Jian nickte und seufzte leise. In diesem einen Seufzer erkannte Neveah die vielen widersprüchlichen Emotionen, die Jian seinem Bruder gegenüber empfand.
Schmerz, Liebe, Entt?uschung... Bedauern – die Gefühle waren zu zahlreich und zu komplex, als dass Neveah sie alle h?tte erfassen k?nnen.
Aber die wenigen, die sie erfasst hatte, konnte sie deutlich spüren... War es ihre Wahrnehmung dieser Emotionen oder fühlte sie sie etwa selbst?
Neveahs Stirn runzelte sich bei diesem Gedanken leicht. In diesem Moment war es schwer festzustellen, da Jians Fassung sich sofort wieder einstellte und jede Emotion verschwand, sodass sein üblicher leerer, undurchdringlicher Ausdruck zurückblieb.
’Er hat sich daran gew?hnt, seine wahren Gefühle zu verbergen... es geschieht sogar, ohne dass er es bemerkt, indem er seine Emotionen begr?bt, sich selbst nicht die M?glichkeit gebend, sie wahrhaftig zu fühlen.’ dachte Neveah.
"Asrig, mein Vorg?nger... und mein Bruder. Ja, Veah... der Asrig", best?tigte Jian leise.
Neveah wusste, dass Jian nicht viel über seinen Bruder sprach. Nicht nur Jian vermied es, sondern praktisch niemand sprach darüber.
H?tte Menarx ihr nicht davon erz?hlt, h?tte sie bis zu diesem Zeitpunkt nichts von der Existenz Asrigs gewusst.
Neveah verstand, warum Asrig ein Name war, der nicht ausgesprochen wurde. Niemand wollte ihr genau erz?hlen, was damals passiert war, niemand wagte es auch nur anzusprechen.
Auch wenn sie nicht alles wusste, was vor dem Sturz geschehen war, war ihr bewusst, dass Asrigs Herrschaft die Festung beinahe von innen zerst?rt hatte... sie in viele Teile gespalten hatte.
Doch nicht nur die Festung wurde erschüttert, sondern auch Jian selbst. Menarx hatte r gemacht, dass niemand mehr als Jian selbst unter dieser Herrschaft gelitten hatte.
’Er muss furchtbar gelitten haben, als er mit ansehen musste, wie sein eigener Bruder die Welt zerst?rte, die ihm und ihrem Vater so am Herzeng... keine Wahl habend, seinen Bruder zum Feind zu machen, um die Festung und ihr Volk zu schützen... unf?hig, um einen Verwandten zu trauern, der zum Sünder geworden war...’ dachte Neveah.
Neveah erinnerte sich daran, dass sie Zeugin geworden war, wie Jian die Kontrolle über seine mmen an Asrigs unbemarkter Gedenkst?tte verlor.
’Welche Schmerzen verbirgt er nur?’ dachte Neveah.
Sie wünschte sich einen Tag herbei, an dem Jian ihr genug vertrauen würde, um diese Dunkelheit mit ihr zu teilen... aber andererseits, wie viel ihrer eigenen Dunkelheit hatte sie mit ihm geteilt?
Es war ein qu?lender Gedanke, der einen Stachel in seinem Pfad zurücklie?.
"Der Rat der Reiter darf hiervon nichts erfahren, sie werden dir den Zugang zu den Aufzeichnungen ohne k?niglichen Ess erschweren... Asrigs Aufzeichnungen und Schriften sind... bei meinen Leuten verp?nt", offenbarte Jian Neveah z?gerlich.
"Ich verstehe. Wenn das ist, was du brauchst, werde ich selbst zur Drachenfestung gehen und es holen", versicherte Neveah Jian mit entschlossenem Ton.
Jians Blick wandte sich Neveah zu, ein kleines L?cheln zeice sich auf seinen Lippen ab. Er drehte sich zu Neveah und nahm auch ihre andere Hand.
"Ich muss dir noch eine Krone aufsetzen und bste dich dabei so sehr... mit Dune City, der Festung, der Seuche und jetzt auch noch, ein Risiko einzugehen gegen den Reiterrat... In diesem Moment kann ich dir nicht einmal Xenon bringen, ich wei? nicht, was ich überhaupt für dich tun kann...", begann Jian gequ?lt.
"Ich schw?re dir, meine Gef?hrtin zu sein, wird nicht immer so anspruchsvoll sein", sagte Jian und aus seinem Tonfall sprach die Schuld, die er für alles bisher Geschehene empfand.
’Du hast Recht... wir k?nnen nicht zssen, dass er herausfindet, dass Demevirld jetzt viel st?rker ist als früher... dass wir jeden Tag um die Kontrolle k?mpfen, das würde ihn nur zu sehr schmerzen...’, dachte Neveahs Wolf und sprach endlich aus, was sie dachte.
’Ich wei? es’, dachte Neveah zu ihrem Wolf zurück.Neveah l?chelte sanft bei Jians Worten und hob ihre Hand, um sie an seine Wange zu legen. "Du bist der letzte Mensch von dem ich erwartet h?tte, dass er mir je etwas bedeuten würde... Gott wei?, wie sehr ich dich verachtet habe...", murmelte Neveah und kicherte leise bei dem Gedanken.
Jian zuckte merklich zusammen bei Neveahs Worten, und obwohl er wusste, dass sie nicht darauf aus waren, ihm wehzutun, konnte er den stechenden Schmerz nicht unterdrücken.
"Aber Jian, jetzt... du und ich, wir sind unausweichlich, und es ist nicht eine Krone, die das beweist, nicht der nz oder die Titel, die damit einhergehen... es ist dies hier..." Neveahs Hand glitt hinunter und ruhte auf Jians Herz.
"Dies hier, das für mich schl?gt, ist das gr??te Geschenk. Ich war blind, aber jetzt sehe ich r... wie es sich anfühlt, dich zu verlieren..." Neveah brach ab.
"Ich habe es erlebt, es ist ein saurer und bitterer Schmerz, den ich nicht aushalten kann. Also wenn es bstend ist, dir anzugeh?ren, dann soll es so sein. Ich bin keine zerbrechliche Frau, Jian... Ich hei?e Neveah Vairheac, ich kann einiges ertragen... für mich seid ihr beide, du und Xenon, alles wert..." sagte Neveah, ihre Stimme erfüllt von Gefühl.
Jian legte seine Hand über ihre auf seiner Brust, sein Blick, der auf sie herabsah, war erfüllt von W?rme und Bewunderung für ihr aufrichtiges Gest?ndnis.
"Es schl?gt... tats?chlich für dich..." sagte Jian leise.
Neveah l?chelte, es war eine verwirrende Situation, so nah bei ihm zu sein und dennoch zu wissen, dass er noch weit entfernt war. Jeden Moment k?nnte sie in diese Wirklichkeit erwachen...
Als h?tte das Universum ihre Gedanken vernommen, hallte eine vertraute Stimme in Neveahs Kopf wider.
’Veah...’, rief Elle.
Neveah zuckte deutlich zusammen, als Elles Stimmeut in ihrem Kopf nachhallte.
"Was ist los? Geht es dir gut?", fragte Jian sofort besorgt.
"Ich... ich ube, Elle versucht mich zu wecken... aber mach dir keine Sorgen, es macht nichts, wenn ich noch ein bisschen l?nger scfe...", sagte Neveah zu Jian und schüttelte schnell den Kopf, um ihn zu beruhigen.
’Veah... es gab einen weiteren Todesfall... hier in Scabbard herrscht Chaos. Dante und sein Vater sind uneins, ich wei? nicht, was ich tun soll...’, hallte Elles Stimme nochmals wider,
Neveahs Blick wurde leicht düster bei Elles Worten.
"Sag es mir, Veah...", Jian konnte sehen, dass Neveah mehr wusste.
"Es scheint, es gab einen weiteren Tod durch die Seuche...", fuhr Neveah fort, den Teil mit den Unruhen wessend, weil sie noch nicht erkl?ren konnte, dass sie deren Ursache war.
"Dann musst du jetzt zurück. Sie werden dich brauchen. Die Tage dauern nichtnge auf den dimensionalen Ebenen... Ich werde darauf warten, dass du wieder zu mir kommst.", beschwichtigte Jian Neveah.
"Aber...", Neveah wollte widersprechen.
"Veah, sei jetzt vernünftig. Auch ich muss zurückkehren. Ich muss anfangen, Xenon durch unsere Verbundenheit zu suchen. Ich wei? nicht, ob ich ihn über die Dimensionen erreichen kann,",
"Aber wenn jemand aus der Garde meines K?nigs ist, den ich noch über unsere Gedankenverbindung erreichen kann, dann muss es Xenon sein.", erkl?rte Jian zu Neveah und nickte ihr zu.