<h4>Chapter 583: Ein Risiko (Kap. 584)</h4>
"Veah... die Barriere direkt zu verst?rken ist ein Risiko, es wurde noch nie auf diese Weise gemacht."
"Die Barriere wurde nicht ohne Grund mit der Quarter-Folie errichtet. Kanalisierende Edelsteine verfeinern und verst?rken die Fae-Magie, ohne sie ist reine Fae-Magie naturzentriert und unzuverl?ssig. ubst du, es wird so funktionieren, wie wir es wollen?" fragte Everon Neveah leise.
Lord Eldowin war bereits gegangen, um seine Anweisungen auszuführen, und Neveah war nun ihren Gedanken übessen, allein mit Everon an ihrer Seite.
Neveah war sich bereits bewusst, dass reine Fae-Magiengfristig m?glicherweise negative Auswirkungen auf die Barriere haben k?nnte, aber über die Fernwirkung konnte man erst nachdenken, wenn diese Krise vorüber war.
Die Barriere verlorngsam ihr Leuchten, sie musste sich speisen, genau wie alles andere, das von Magie abh?ngig war. Wenn die direkte Einspeisung von Magie in die Barriere sie auch nur einen Moment l?nger aufrechterhalten konnte, dann war es das Risiko wert.
"Alles...ist jetzt ein Risiko, Everon. Alles..." murmelte Neveah leise, ihre zitternden H?nde zu festen F?usten ballend.
Neveahs Blick folgte der Gruppe von Feen, die zur Barriere hinausflogen. Ihre gespenstischen Flügel schimmerten, als sie sich trennten und verschiedene Positionen enng der Barriere einnahmen.
Am Himmel ffte noch immer ein Riss, doch der leere Raum war bereits zusammengebrochen, und ein stürmisches Wetter begannngsam, mit heulenden Winden und Blitzen.
Heftiges Donnergrollen hallte am Himmel, und zusammen mit dem Kreischen der Schattenbestien entstand eine schreckliche Kakophonie.
Der Canyon fra? sich noch tiefer in die Erde, w?hrend er gleichzeitig breiter wurde, und das Ger?usch der zersplitternden und brechenden Erde hallte in der Ferne wider.
Eine weitere Welle von Schockwellen stand bevor, entweder würde die Barriere zusammenbrechen oder sie würde halten.
Wenn die Barriere zusammenbrach, würde der Canyon die Erde bis zur Mauer der Lichthalle verschlingen, vielleicht würde die Mauer seinen Vormarsch stoppen, vielleicht würde sie einstürzen und der Canyon würde über die Lichthalle hinaus zur Stadtmauer gngen.
Wenn auch die Stadtmauer fiel, würde der Canyon Dünenstadt erreichen. Neveah hatte keinen Evakuierungsbefehl erteilt, alles hatte zu pl?tzlich begonnen, es blieb keine Zeit.
’Wird sie halten?’ fragte sich Neveah.
Obwohl Neveah nach au?en hin ruhig wirkte, kochte in ihr die Angst.
Hunderte, nein, Tausende von Leben standen auf dem Spiel. All diese Menschen hatte Neveah im vergangenen Jahr in Frieden leben sehen, ohne zu ahnen, dass ein solcher Tag jemals kommen würde.
’Wenn der Canyon Dünenstadt erreicht...wenn das passiert...dann wird das das Ende von allem sein, was Vater aufgebaut und wofür er so hart gearbeitet hat...’, dachte Neveah.
’Wir müssen tun, was immer n?tig ist’, dachte Neveah, ihre F?uste so fest geballt, dass ihre Kn?chel wei? wurden.
’Veah, was du in Erw?gung ziehst...’, begann Neveahs Wolf, brach dann aber ab.
’Gut, wenn es so weit kommt, tun wir, was wir tun müssen’, entschied sich Neveahs Wolf dagegen zu protestieren.
"Veah...sag mir nicht, dass du vorhast...", begann Everon.
Es dauerte einen Moment, bis Everon die doppelte Bedeutung in Neveahs Aussagen erkannte.
’Alles ist ein Risiko’, das bedeutete, dass es jetzt keinen Grund mehr für Vorbehalte gab.
Es gab keinen Grund mehr, etwas zurückzuhalten, nicht wenn Tausende von Leben auf dem Spiel standen."Veah, das kannst du nicht!" rief Everon entsetzt.
Neveah reagierte nicht auf Everons Ausruf, ihr Blick war fest nach vorne gerichtet, auf der Suche nach dem entscheidenden Moment.
Everon trat vor, fasste Neveah an der Schulter und drehte sie zu sich herum.
"Veah, h?r mir zu... du wei?t, was das bedeutet und wie sehr man dich davor gewarnt hat, unüberlegt zu handeln... es k?nnte gef?hrlich werden!" rief Everon und schüttelte Neveahs Schultern leicht, um sie zur Vernunft zu bringen.
"Wenn die Dünenstadt f?llt... wenn ich es nicht schaffe, die Menschen in der kurzen Zeit zu schützen, wie es mein Vater von mir vengt hat, wie soll ich ihm dann gegenübertreten? Den Dünendrachen? Seiner Gnaden? Xenon?" fragte Neveah ratlos.
"Neveah!" rief Everon ungl?ubig.
Sanft l?ste Neveah seine H?nde von ihren Schultern.
"Everon, ich werde keine übereilte Entscheidung treffen. Ich werde nichts tun, es sei denn, es ist absolut notwendig... wenn es der einzige Weg ist, die Stadt zu schützen... nur dann werde ich diesen Schritt gehen."
"Ich hoffe auch... dass es nicht dazu kommen muss", murmelte Neveah leise.
Entt?uscht senkte Everon den Blick, wusste jedoch, dass Neveah Recht hatte – die Sicherheit der Stadt hatte Vorrang vor jeglichem Eigenschutz.
Die Feen waren an der Barriere angekommen und hatten ihre Position bezogen, gerade als die n?chste Serie von Schockwellen einsetzte und sich rasch ausbreitete.
Die Erde bebte heftig, die Erschütterungen erreichten sogar die Wand der Lichthalle.
Neveah mmerte sich an den Rand der Mauer, w?hrend die Schockwellen unaufh?rlich gegen die Barriere prallten.
Die Fae standen direkt auf der anderen Seite und kanalisierten Magie in die Barriere, um sie aufrechtzuerhalten.
Neveah war sich bewusst, dass sie alles tun würden, denn sie befanden sich im Zentrum der Gefahr. Sollte die Barriere einstürzen, würde der Canyon geradewegs auf sie zukommen, und die Flugkünste der Feen waren bei weitem nicht so ausgepr?gt wie die der Drachen;
ihre Flügel waren viel zu schwach für das turbulente Wetter, das der Canyon mit sich brachte.
Eine Welle nach der anderen rollte heran, die Erde bebte in kurzen Abst?nden heftig, doch schlie?lich lie?en die Beben nach und wurden schw?cher.
"Es schlie?t sich", sagte Everon zu Neveah und wies auf den Riss am Himmel.
Neveah atmete einen Atemzug aus, den sie gar nicht bemerkt hatte, dass sie angehalten hatte. Als der Riss sich schloss, h?rte das dr?hnende Donnergrollen auf, ebenso der sausende Wind, und selbst das Ger?usch des einstürzenden Erdreichs kam abrupt zum Erliegen.
Der Himmel war wieder r und deutlich sichtbar, und Neveah blickte in die Ferne, so weit ihr Blick reichen konnte, doch da war nichts.
"Ich sehe Coran und Garron nicht..." sagte Neveahngsam und drehte sich zu Everon.
Auch Everon hatte es bemerkt und zog besorgt die Stirn kraus.
"Die Dünendrachen an der Barriere haben sie ebenfalls aus den Augen verloren", berichtete Everon vorsichtig.
"Ich muss selbst dort hinaus", sagte Neveah und lie? keinen Widerspruch zu.