<h4>Chapter 536: Nichts Sicheres (Kap.537)</h4>
"Mein Herr, seid Ihr Euch dessen wirklich sicher?" fragte Leon Azkar ungewiss, als sich das Portal vor ihnen mit Leben füllte. Der gro?e Spalt im Raum offenbarte ein Gel?nde, das in einen wirbelnden dunklen Nebel gehüllt war und v?llig verbarg, was dahinteg. Doch um ein Portal von solcher Pr?zision zu beschw?ren, musste dieses Ziel Azkar wohlvertraut sein.
Azkar sann über die Frage nach. Es gab nicht viele Dinge in seinemngen Leben, die er getan hatte, weil er sich ihrer v?llig sicher war. Und ebenso gab es viele Dinge, die Azkar getan hatte, die er nicht h?tte tun k?nnen, h?tte er auf Gewissheit gewartet. Es gab kaum etwas, das je sicher war... Es hatte eine Zeit gegeben, in der Azkar sicher gewesen war, dass seinesgleichen überlegen und allm?chtig, unbesiegbar waren. Er hatte geubt, dass ihre Herrschaft bis zum Ende aller Zeiten andauern würde, dass niemand es wagen würde, sich ihnen zu widersetzen... Azkar h?tte sein Leben darauf verwettet.
Vor dem Aufstand war das dunkle Imperium unangefochten, es h?tte immer so bleiben sollen... sie hatten alles richtig gemacht, zumindest hatte Azkar das angenommen.
Dann hatte Azkar erkennen müssen, wie falsch er gelegen hatte, als er mit ansehen musste, wie die Drachen jeden einzelnen der Seinen brutal niederschlugen, sie ausl?schten, bis kaum einer in der weiten Festung noch übrig war. Und die überlebenden waren im ganzen Bollwerk verstreut, für immer verdammt, im Schatten zu leben, immer im Verborgenen, denn ein Schritt ins Licht würde den Tod bedeuten.
Wie sicher war Gewissheit selbst? Alles im Leben war ein Risiko, jeder Schritt ein Wagnis, nichts war in Stein gemei?elt, selbst Schicksale konnten ver?ndert und neu geschrieben werden.
Es gab keinen sicheren Weg, kein versprochenes Ziel, das Leben war nicht vorhersagbar und alles, was begann, würde ein Ende haben. Alles, was man tun konnte, war, die Risiken so weit wie m?glich zu minimieren, indem man sich angemessen vorbereitete, und genau das hatte Azkar getan, seit Jahrhunderten hatte er nichts anderes getan.
"Man kann sich bei jedem Schritt nicht sicher sein. Jetzt, wo die Drachen Demevirlds Gegenwart entdeckt haben, werden sie versuchen, ihn zu extrahieren... die Drachen wissen, wie gef?hrlich Demevirld selbst für seinen Wirt ist."
"Und niemand wei? das besser als der Drachenk?nig selbst." behauptete Azkar.
"Er hat seinem Schicksal mit Demevirldnge entkommen, aber um ihretwillen... wird er Demevirld akzeptieren, selbst wenn es nur ist, um seine Verbündeten vor Demevirlds Qualen zu bewahren."
"Wenn Demevirld in die H?nde von K?nig Jian f?llt, wird all das, wofür wir so hart gearbeitet haben, umsonst sein." sagte Azkar, w?hrend sich seine Stirn in Sorgenfalten legte.
Jetzt, da Azkar zur Ruhe gekommen war, konnte er die Situation endlich sorgf?ltig und mit rem Verstand bewerten. Bei weiterem Nachdenken fand Azkar, dass das M?dchen jetzt noch faszinierender war... jetzt, da sie das Herz des edelsten aller Drachen in sich trug.
Der Drachenk?nig würde nun eine Schw?che haben, eine Schw?che, die in Azkars Reichweiteg. War dies nicht eine passende Wendung des Schicksals?Doch zun?chst musste Azkar sicherstellen, dass alle losen Enden fest verknotet wurden.
Demevirld war der Schlüssel, um ihre Position in der Festung zurückzuengen, und ohne Demevirld würde es Jahrhunderte dauern, eine andere L?sung zu finden.
Snge Demevirld in Neveahs H?nden war, war es in ihrer Reichweite. Doch wenn Neveah die Waffe ihrem wahren Herrn überlie?e, stünden sie auf verlorenem Posten.
"Wir dürfen nicht zssen, dass der Drachenk?nig die Macht von Demevirld ergreift... Mit Demevirld war Agardan unaufhaltbar. Magie in den H?nden von Drachen ist ein Fehler, den wir nie h?tten zssen dürfen..." sagte Azkar nachdenklich mit tiefer Stimme.
"Die Verbindung zu Demevirld wird st?rker, jedes Mal, wenn Neveah es führt. Jedes Mal, wenn sie seine verbotene Macht beschw?rt, vertieft sich sein Abdruck in ihrer Seele."
"Die Drachen werden ihren Gebrauch von Demevirld einschr?nken, um zu verhindern, dass es sich unwiderruflich verbindet und um eine Wiederholung vergangener Ereignisse zu vermeiden." fuhr Azkar fort.
"Aber wird sie in der Lage sein, im Angesicht der Gefahr wegzusehen? Wird sie es schaffen, dem Dr?ngen von Demevirld zu widerstehen?"
"Ich m?chte selbst sehen, welchen Weg sie w?hlt... Was wird wichtiger sein? Ihre eigene Sicherheit oder die der Festung?... Schlie?lich ist sie die Drachenk?nigin." murmelte Azkar mit einem leichten Grinsen.
"Dann müssen wir so viel Unruhe stiften, dass Demevirld entfesselt wird. Je enger die Bindung, desto gr??er das Risiko, sie zu durchtrennen... Wenn Demevirld tief mit ihrer Seele verwoben ist, wird der Drachenk?nig wagen, ihr Leben zu riskieren, um sie zu l?sen?" Leon murmelte ebenfalls verst?ndnisvoll.
"Es istnge her seit Fort zed und dem Trollgolem; es ist Zeit, die Drachen daran zu erinnern, dass wir immer noch hier sind... wartend, beobachtend... wir werden immer hier sein. Wo Licht ist, ist sicherlich auch Dunkelheit." sagte Azkar, seine Augen blitzten b?sartig.
"Aber du hast esnge vermieden, dorthin zurückzukehren. Wirst du es aushalten?" fragte Leon besorgt.
"Was auch immer daraus geworden ist, es ist mein Geburtsort... es ist meine Heimat, eine Tatsache, die sich nie ?ndern wird. Alles, was ich tue... tue ich für die Sache meines Volkes..."
"Damit ich eines Tages erhobenen Hauptes vor ihnen stehen und ihnen den Untergang unserer Feinde pr?sentieren kann." flüsterte Azkar.
"Was soll ich tun?" fragte Leon pflichtbewusst.
"Bleib zurück... behalte die Dinge im Auge. Dieses Mal... werde ich unser Heimand besuchen und meinem Volk meine Ehre erweisen." sagte Azkar und nickte Leon zu.
Azkar schritt durch das Portal, ohne eine Spur von Z?gern. Der Magieschub verging schnell, und bald war der Wald verschwunden. Azkar stand im Umschlingung des dunklen Nebels.
Ein leises Grollen erfüllte Azkars Brust, als er spürte, wie seine Magie in seinen Adern aufstieg und den Ort seiner Geburt anerkannte.
Azkar neigte den Kopf leicht zurück und schloss die Augen.
"Das Herz der dunklen Lande... es ist so sch?n wie eh und je." murmelte Azkar.