<h4>Chapter 512: Impasse (Ch.513)</h4>
"Ich kann nicht erkl?ren, was ich gefühlt habe oder wie ich es gefühlt habe. Ich kann nur sagen, es hat gereicht, um mich bis jetzt bei Bewusstsein zu halten", murmelte Xenon leise.
Auf Xenons Worte folgte ein freudloses Kichern, als er an die unbeschreibliche Gewissheit zurückdachte, die ihm kam: Was zwischen Neveah und Jian bestand, war von Anfang an eine echte Verbindung.
Es war immer eine harte Pille gewesen, die zu schlucken war, und das war sie immer noch. Xenon wusste, dass niemand schuld war; niemand hatte diese Wendung der Ereignisse vorhersehen k?nnen. Also, wer konnte schuld sein?
Er selbst? Weil er die Verbindung seines Bruders nachgegangen war? Oderg die Schuld bei Jian, der seine wahre Bindung zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt entdeckt hatte?
Das Schicksal war grotesk, das war es schon immer gewesen.
Xenon wandte seinen Blick von Jian ab und starrte ins Leere.
Auch Jian lehnte sich in seinem Stuhl zurück und schaute ins Nichts, w?hrend zwischen ihnen ein Moment des Schweigens eintrat.
"Ist das nicht eine seltsame Ironie? Mein Bruder, den ich so sehr sch?tze... Ich habe mir für dich die gr??te und ehrlichste Verbindung gewünscht, damit du nie den Schmerz ertragen musst, den ich erlebt habe."
"Und es ist genauso geschehen, wie ich es mir erhofft hatte... die kostbarste Frau der Welt geh?rt dir", durchbrach Xenon die Stille nach einer kurzen Weile.
"Doch ihr Herz geh?rt einem anderen", gestand Jian ein.
Xenon warf einen Blick zu Jian herüber und zuckte l?ssig mit den Schultern.
"Es ist schwer, nicht hingerissen von einem Mann wie mir zu sein... das wei?t du ja", stimmte Xenon zu.
Jian spottete leise und wandte sein Gesicht ab, da er keine Lust hatte, Xenons Arroganz zu schüren.
"Es muss für sie hart sein...", murmelte Xenon mit einem tiefen Seufzer.
"Ja, das ist es. Sie fühlt sich dir gegenüber schuldig... vor allem wegen des Malzeichens", verriet Jian.
Unbewusst hob Xenon eine Hand an seinen Nacken, und sein Mundwinkel zuckte kurz zu einem L?cheln.
Xenon hatte nicht erwartet, dass Neveah Ansprüche an ihn stellen würde, doch noch nie in seinem Leben hatte er sich so zufrieden gefühlt.
"Ich werde sie nicht aufgeben, Jian", machte Xenon seine Position deutlich.
"Du warst nie ein Mann, der zurückweicht, das ist mir bekannt", entgee Jian mit einem Nicken.
"Und du auch nicht", erwiderte Xenon wissend.
"In der Tat", stimmte Jian zu.
"Daher befinden wir uns in einer Pattsituation", verkündete Xenon.
Jian kicherte leise über Xenons Wortwahl, die eher zu Everon oder einem der anderen Brüder gepasst h?tte.
"Veah... wo ist sie?" fragte Xenon unvermittelt.
"In ihrem Quartier mit Kaideon", antwortete Jian.
"Ist sie das? Ich konnte ihre Pr?senz vorhin noch schwach spüren... aber jetzt spüre ich sie nicht mehr", murmelte Xenon, die Stirn in Falten gelegt.
Jian runzelte besorgt die Stirn und erhob sich von seinem Stuhl.
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Die ruhige und besinnliche Atmosph?re des Waldes war genau das, was Neveah brauchte, um ihre Gedanken zu ordnen, und sie hatte einenngen Weg hinter sich gebracht, um diese Zuflucht zu finden.Nach den Ereignissen von zuvor war Neveah sicher, dass die Dünenstadt noch immer unruhig war und das Gerücht über ihr Handeln sich wom?glich verbreitet hatte.
Sie hatte sich entschlossen, die Stadt ganz zu meiden und auch jeden anderen Ort, wo sie auf bekannte Gesichter treffen k?nnte.
Stattdessen war sie in den Wald am Rand der Dünenstadt gegangen, ein tz, von dem sie wusste, dass er selten besucht wurde, au?er von Jagdgruppen.
Und wer würde nach einem so ereignisreichen Tag noch auf die Jagd gehen?
Neveah atmete leise aus, als sie von ihrem Pferd stieg und die Zügel an einem Baum festband.
Der Pfad endete hier, und Neveah musste zu Fu? weitergehen.
Das war gut so, denn das Gehen lenkte sie ab.
Neveah stapfte durch den Wald und zog ihren Mantel enger um sich, als die D?mmerung begann.
Sie wusste nicht genau, wienge sie gescfen hatte, aber es musste bereits Mittag gewesen sein, als sie dem Todessturm gegenüberstanden.
Vielleicht war es immer noch derselbe Tag oder l?ngst ein anderer; Neveah war es gleichgültig.
Das Wissen um den Tag würde sie nicht aus ihrer Lage befreien, nichts konnte das.
Nachdem Neveah eine Weile ziellos durch den Wald gegangen war,
sah sie tief im Wald eine Person, die gekrümmt vor ihr hockte – ein sehr ungew?hnlicher Anblick zu dieser Tageszeit.
Misstrauisch verengte Neveah die Augenbrauen, als sie sich dem Mannngsam n?herte,
Gerade als sie fast bei ihm war, drehte er sich um. überrascht, jemanden zu sehen, stolperte er rückw?rts, verlor im rutschigen Scmm den Halt und fiel in ein Blumenbeet.
?Verzeihung! Ich wollte dich nicht erschrecken", entschuldigte sich Neveah sofort, als sie sah, wie der Mann von Scmm und Dreck bedeckt war und sein Mantel v?llig ruiniert.
?Treffen wir uns nicht immer unter den ungew?hnlichsten Umst?nden?", fragte er.
Neveah hob eine Augenbraue, aber ihr Gesichtsausdruck ?nderte sich, als der junge Mann seine Kapuze zurückzog und sie schmutzig anblickte.
überrascht erkannte Neveah ein vertrautes Gesicht.
?Kaz?" sagte Neveah, als sie den Mann erkannte, den sie schon oft in der meist besuchten B?ckerei der Stadt gesehen hatte.
Sie hatten sich zum ersten Mal in der Stadtklinik getroffen, als Neveah seinen verrenkten Kn?chel behandelte, und dann hatten sich ihre Wege noch ein paar Mal gekreuzt, haupts?chlich in der B?ckerei.
Er war auch einige Male von der Stadtwache verhaftet worden wegen diverser Gesetzesübertretungen, und Neveah gab ihm Recht, dass sie sich unter ungew?hnlichen Umst?nden bege waren.
?Was machst du hier drau?en, so gekrümmt, als ob du nichts Gutes im Sinn hast?", fragte Neveah mit hochgezogener Augenbraue.
?Und was machst du hier drau?en und schleichst dich an Leute ran? Dürfen Dünenpolizisten das überhaupt?", erwiderte Kaz.
Amüsiert zuckten Neveahs Lippen, als sie ihm die Hand reichte und ihm half, aus dem Blumenbeet aufzustehen.
?Ein Jahr harte Arbeit, alles ruiniert, und du bist schuld", beschuldigte Kaz und deutete auf die zertretenen Blumen, die durch seinen Fall besch?digt wurden.
Neveah verzog das Gesicht, Entschuldigung stand in ihrem L?cheln.
?Nicht weit von hier gibt es einen Bach, vielleicht solltest du dich erst mal vom Scmm befreien, bevor du weiterrichtest", schlug Neveah vor.
Kaz grummelte leise vor sich hin, hob einen Bogen und einen K?cher mit Pfeilen auf und deutete dann Neveah an, den Weg zu zeigen.