<h4>Chapter 510: Nicht heute (Kap.511)</h4>
Kaideon trommelte mit seinen Fingern auf den Tisch in der Mitte des Saales, seine Stirn war in Falten gelegt, w?hrend er bewusst seine Atmung steuerte, um seine Wut zu z?hmen. Doch seine Erregung war für alle sichtbar.
"Was war das eben mit Neveah? Wie konnte sie... woher kennt sie Magie?" fragte Coran verdutzt. Er war der erste der Dünenw?chter, der das Schweigen brach, denn die Ereignisse von zuvor hatten sie alle sprachlos gemacht.
"Ich habe es gesehen ... aber ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll," murmelte Garron leise.
"Wenn Veah Magie beherrschen würde, h?tten wir es alle gespürt. Magie hat einen unverkennbaren Geruch," bemerkte Rodvan.
"Und doch kennt sie Magie, denn das war Magie! Starke, uralte Magie! Die Art, die man nur bei den k?niglichen Fae oder den Nymphenorakeln oder erfahrenen Magiern findet," beharrte Coran.
"Was auch immer es war, es hat die gesamte Dünenstadt gerettet, Coran, und die Barriere auf ihre maximale St?rke gebracht, was die Lichthalle im letzten Jahr nicht erreichen konnte," erinnerte Orin.
"Genau das ist das Problem! Die Art von Magie, die die Barriere wiederherstellen konnte, etwas, das dutzenden Feen nicht gelungen ist?! Solche Magie existiert noch und befindet sich in Neveahs H?nden?! Ist das eine gute Nachricht für Veah... oder eine schlechte?!" fragte Coran.
"Die halbe Stadt hat das gesehen! Die andere H?lfte wird bald davon erfahren! Wir sind immer noch im Konflikt mit den Fae. Ist euch nicht r, wie gef?hrlich das für Veah werden k?nnte?!" rief Coran aus.
Die ganze Halle verstummte bei Corans Worten. So etwas wie heute hatte es in der Geschichte der Festung nie gegeben, und es gab nicht viele Menschen, die das, was sie nicht verstanden, guthei?en oder tolerieren konnten.
"Kaideon, sage etwas. Dies ist nicht der Moment, um zu schweigen," dr?ngte Garron.
Kaideons Blick schnappte hoch beim H?ren seines Namens.
"Ich wei? es nicht, ich habe keine Kenntnis davon und mich interessieren keine Theorien. Was ich wei?, ist, dass jeder, der meiner Tochter Schaden zufügt, sterben wird..."
"Genau nachdem ich verstanden habe, warum Seine Gnaden ubt, mich in meinem eigenen verdammten Schloss von meiner Tochter fernhalten zu k?nnen!" zischte Kaideon und schlug eine Hand auf den Tisch.
Kaideon war sich nicht sicher, ob er mehr über den Befehl des K?nigs Jian ver?rgert war, über all das, was seit Neveahs Verschwinden passiert war, oder vielleicht über seine eigene Unwissenheit.
Sie war seine eigene Tochter, sie hatten unter demselben Dach gelebt, wie konnte er nichts bemerkt haben? Wie konnte er zssen, dass sie mit dem, was sie zu bew?ltigen hatte, ganz allein fertig wurde?
Kaideon kam nicht dazu, weiter darüber nachzudenken, denn die Türen ?fen sich und K?nig Jian trat in die Halle, begleitet von Cassian.
Sein Blick schweifte einen Momentng über die Versammlung, bevor er sich auf Kaideon richtete.
"Weil deine Tochter mein Bonded ist, Kaideon. Ist das ein guter Grund für dich oder muss ich dich noch daran erinnern, dass ich dein K?nig bin und mich vor dir nicht rechtfertigen muss?" fragte K?nig Jian in einem nüchternen Ton.
Kaideons H?nde ballten sich zu F?usten, als er aufstand und seinen Kopf zu einer Verbeugung senkte.Mit allem gebührenden Respekt, Eure Gnaden, das ist eine Behauptung, die Ihr nicht einfach so aufstellen k?nnt. Nein, diese Behauptung werde ich nicht akzeptieren... nicht, bevor Neveah sie best?tigt hat." konterte Kaideon entschlossen.
Kaideon war sich durchaus im ren darüber, dass K?nig Jians Worte unanfechtbar waren - er hatte aus eigener Erfahrung gelernt, wie sie St?rke und Magie geteilt hatten, ein Kunststück, das nur durch eine wahre Bindung m?glich war... es war von allen bezeugt worden.
Aber was bedeutete es wirklich, mit dem Drachenk?nig verbunden zu sein? Was hie? es für seine Tochter, die gerade erst ihr Glück und ihre Freiheit fernab der Schrecken der Drachenfeste gefunden hatte? Kaideon konnte es sich kaum vorstellen.
"Kaideon... Das ist allein Sache zwischen Neveah und mir, es steht dir nicht zu, dich einzumischen." mahnte K?nig Jian mit einem tiefen, warnenden Knurren.
"Eure Gnaden, das Leben und die Dinge meiner Tochter betreffen mich, seit sie zur Welt kam, und werden mich betreffen, snge ich lebe und atme." stellte Kaideon r.
"Ist Euch bewusst, dass Veah sich um Xenon sorgt? Dass sie das schon seit geraumer Zeit tut?" führte Kaideon weiter aus.
K?nig Jians Augenbrauen zuckten sichtlich unter der direkten Konfrontation.
Kaideon war auf alles vorbereitet, was der Drachenk?nig auf ihn werfen würde; er würde nicht nachgeben, nicht, wenn es um Neveah ging.
"Wenn Ihr die Absicht habt, es ihr vorzuhalten oder sie gegen ihren Willen zu einer Entscheidung zu zwingen, werdet Ihr feststellen, dass meine Treue zu Euch zwar absolut ist, aber ihr Wohlbefinden für mich oberste Priorit?t hat." stellte Kaideon deutlich heraus.
"Kaideon, das genügt." wies K?nig Jian ihn zurecht.
"Eure Gnaden..." begann Kaideon, doch K?nig Jian unterbrach ihn.
"Erinnerst du dich, als du zum ersten Mal Eira, deine Gef?hrtin, gefunden hast... warst du da imstande, an etwas anderes als das Bedürfnis zu denken, bei ihr zu sein? Konntest du irgendeinen Gedanken fassen, der sie verletzen k?nnte?"
"Würdest du auch nur einen Momentng daran denken wollen, von ihr getrennt zu sein?" fragte K?nig Jian nüchtern.
Kaideon schwieg daraufhin; er hatte nicht erwartet, dass K?nig Jian Eira erw?hnen würde. Er war nie jemand, der mehr Worte als unbedingt n?tig machte... und so hatte K?nig Jian seitdem Kaideon das Sprechen eingestellt hatte, Eira nie wieder erw?hnt.
Kaideons Argumente steckten ihm im Hals; er erinnerte sich lebhaft an den ersten Blick auf seine Gef?hrtin, wie sich seine Welt zum allerersten Mal in seinem gesamten Dasein richtig einfügte.
Kaideon war sich sicher, dass er es niemals ertragen h?tte, wenn damals jemand ihm gegenüber die Worte ge?u?ert h?tte, die er eben an K?nig Jian gerichtet hatte.
"Ich habe gerade erst meine Gef?hrtin gefunden, und ich wei? sehr wohl, dass der bevorstehende Weg nicht leicht sein wird... aber trotz allem bin ich überglücklich... Ich habe heute mehr Glück verspürt als jemals zuvor in Jahrhunderten."
"Diesen Augenblick, diesen kostbaren Moment... m?chte ich genie?en, wenn auch nur für einen Tag." sagte K?nig Jian leise.
"Also Kaideon, wir werden dieses Gespr?ch heute nicht führen. Geh zu Neveah... sie m?chte dich sehen." K?nig Jian lie? die Sache auf sich beruhen.