<h4>Chapter 480: Gef?lschter Bericht (Ch.481)</h4>
Jians Augen rissen auf und für einenngen Augenblick rührte er sich nicht, er sa? einfach weiter in seiner Position, angelehnt an einen Baum, mit starrem Blick nach vorn.
Der Schmerz, den er gerade erlebt hatte, hallte noch immer in seinem Kopf wider und sein Herz fühlte sich an, als w?re es in einem Knoten gefangen, der sich einfach nicht l?sen wollte.
Jian wirkte ruhig, doch sein Herzscg war stark beschleunigt und er konnte das Keuchen, das sich Bahn brechen wollte, seit er erwacht war, kaum unterdrücken.
Auf der Lichtung, auf der Jian sa?, stand Cassian einige Schritte entfernt. Seine Aufmerksamkeit galt Jian in dem Moment, als dieser erwachte.
"Mein Herr... geht es Euch gut?" fragte Cassian besorgt und n?herte sich Jian.
Jian antwortete nicht, doch Cassian hatte ohnehin keine Antwort erwartet. Er hockte sich neben Jian und legte zwei Finger an seinen Hals, um seinen Puls zu fühlen.
"Beim Drachenschuppen!" rief Cassian aus, als er bemerkte, wie hoch Jians Herzscg war.
"Jian... Jian... Hey, du bist bei mir...", versuchte Cassian Jians Aufmerksamkeit zu engen und umfasste fest seine Schultern.
Cassian neigte Jians Kopf, so dass sie einander direkt in die Augen blickten, und der abwesende Ausdruck in Jians Augen beunruhigte ihn zutiefst.
"Jian... konzentrier dich!" zischte Cassian.
Jian blinzelte, seine Brauen zuckten leicht und das reichte aus, um Cassian zu signalisieren, dass Jian wieder bei ihm war.
"Es war wieder dieser Traum...", sagte Cassian, wohlwissend, dass er nicht zu fragen brauchte, was Jian derart in die Ferne schweifen lie?, sobald er erwachte.
’Ein Traum...’ dachte Jian bei sich.
Ja, das war es. Nur ein Traum, nicht wahr? Doch warum hatte er sich so real angefühlt? Warum verfolgte ihn das Entsetzen bis in die wachen Momente?
Warum fühlte sich sein Herz nach jedem dieser Trickspiele seines Verstandes noch immer so von Trauer ummmert? Warum verspürte er eine brennende Wut in seinen Adern und einen bitteren Durst nach Rache?
Wie konnte ein blo?er Traum ihn derart verwirren und ohne fremde Hilfe fassungslos zurücssen?
Jian schlief selten, und wenn er Scf fand, war das für all seine Brüder eine Erleichterung.
Doch nun war es nicht mehr wie früher. Seit einem Jahr wurde Jian von einem wiederkehrenden Traum heimgesucht, so oft er die Augen schloss - im Scf oder auch w?hrend der Meditation.
Dieser realistische Traum zog ihn in seinen Bann und hinterlie? ihn benommen, auch wenn er ihn schlie?lich abschüttelte.
Anfangs behielt Jian es für sich, so dass seine Brüder nicht genau wussten, wann es begonnen hatte. Doch sie hatten es bald bemerkt.
Seither durfte der Drachenk?nig nicht mehr alleine scfen. Stets wachte einer seiner Brüder über ihn, bereit, ihn zu wecken, sollte es n?tig sein.Es geschah auf eine so diskrete Art und Weise, dass au?er Everon und der k?niglichen Wache niemand von dem Zustand wusste, der den Drachenk?nig nun gte; sie wussten ebenso wenig von seiner chronischen Scflosigkeit.
Noch schlimmer, es war für den Drachenk?nig nicht einfacher geworden zu scfen. In einer der seltenen N?chte, in denen Jian tats?chlich zur Ruhe kam, wurde er die ganze Nacht von diesem Traum gequ?lt.
Das Einscfen war nun noch schwieriger geworden, da Jian den Scf mittlerweile verabscheute.
Nachdem Jian begonnen hatte, den Scf absichtlich zu meiden, begann der Traum, seine Momente der anhaltenden Stille und Ruhe zu gen, sodass selbst die Meditation zu einer Herausforderung wurde.
"Jian... das kann so nicht weitergehen," behauptete Cassian.
"Mir geht es gut," wies Jian mit seinem gewohnten Monoton zurück.
"Hast du dich selbst im Spiegel gesehen? Wienge hast du nicht mehr richtig gescfen? Ein Jahr? Du bist der Einzige, der immer noch ubt, es gehe dir gut," kommentierte Cassian nüchtern.
Jian warf Cassian einen finsteren Blick zu, worauf Cassian leise seufzte.
"H?r zu, Bruder, wir k?nnen das nicht l?nger verbergen. Es war noch in Ordnung, als du die Scflosigkeit verbergen konntest, und eine Nacht Scf pro Woche genügte, und Meditation war ein Ersatz für Scf."
"Aber jetzt kannst du nicht mehr in Ruhe meditieren. So stark du auch sein magst, es gibt nur eine gewisse Zeit, in der du auf eine grundlegende Lebensnotwendigkeit verzichten kannst. Deine Augen zeigen, dass du schonnge nicht mehr gescfen hast...sehrnge," erkl?rte Cassian.
Jian verstand, worüber sich Cassian Sorgen machte. Anfangs ubten sie alle, es sei nur eine Phase, etwas, das bald vorübergehen würde.
Doch es war bereits ein Jahr vergangen und es war immer noch nicht vorbei. Everon hatte alles versucht und jede M?glichkeit ausgesch?pft, jedoch konnte er keine L?sung für das finden, was den Drachenk?nig qu?lte.
Everon war allerdings kein Mensch, der aufgab, und so hatte er einen kühnen Vorscg gemacht, einen Vorscg, den Jian v?llig abgelehnt hatte, ohne ihn auch nur einen Augenblick in Erw?gung zu ziehen.
Jetzt, da er Cassian in die Augen sah, wusste Jian genau, worauf Cassian hinauswollte, und das missfiel ihm.
"Jian... wir sind nur ein kleines Stück südlich der Wei?en Dünen. Das bedeutet, wir sind bereits einen Tagesflug vom Myriadenwald entfernt... wir sollten das Nymphenorakel des Myriadenwaldes aufsuchen, wie Everon vorschlug," überlegte Cassian.
"Ich habe bereits gesagt, ich habe kein Interesse daran, dass jemand in meine Gedanken eindringt und meine Zukunft vorhersagt! Wir sind nur hier, um die Sichtung eines weiteren Golems zu best?tigen... nichts weiter," entgee Jian entschieden und blickte Cassian direkt an.
Cassian zuckte zusammen bei Jians Worten und wandte seinen Blick von Jians intensivem Starren ab, was für Jian ausreichend war, um Cassian zu durchschauen.
"Der Bericht... er wurde erfunden... um mich hierher zu locken..." erkannte Jian anhand des Blicks in Cassians Augen.
"Mein Herr..." begann Cassian zu erkl?ren, doch Jian unterbrach ihn.
"Wer hat sich das ausgedacht und wie viele von euch sind daran beteiligt?" forderte Jian in einem eiskalten Ton.