<h4>Chapter 430: Eine neue Pr?senz (Kap.431)</h4>
Rosalie eilte den Gang hinunter und hielt dabei ihr Kleid hoch, um nicht darüber zu stolpern, w?hrend sie hastig voranschritt und sich immer wieder umsah, um sicherzustellen, dass sie keine Aufmerksamkeit erregte.
Die Burg war in diesen Tagen sehr belebt, ganz besonders heute, da sie mehr G?ste beherbergte als seit Langem und es schwierig war, sich unbemerkt zu bewegen – doch Rosalie hatte kaum eine andere Wahl.
In ihrer rechten Hand hielt sie ein zusammengeknülltes Stück Papier, eine Notiz, die sie von einem unbekannten Sender erhalten hatte; der Inhalt hatte Rosalie in Panik versetzt.
?Eine Nachricht an deinen Vater ist alles, was es braucht, Duncans Leben und das der anderen liegt in deinen H?nden. Ich werde im hinteren Garten der Burg auf dich warten, komm allein." Soutete die Nachricht.
Die Notiz war knapp, aber Rosalie, an die sie gerichtet war, verstand die darin verborgene Drohung nur zu gut.
Duncan war ebenso wie sie ein Heilerlehrling, doch im Gegensatz zu Rosalie und vielen anderen stammte er aus einem einfachen sterblichen Hintergrund.
Sie geh?rten nicht einmal der asvarischen Blutlinie an, es waren schlichtweg gew?hnliche Sterbliche, und obwohl sie als wichtiger Teil der Gesellschaft galten, gab es doch einen unübersehbaren ssenunterschied.
Die Drachen st?rte das überhaupt nicht, sie waren noble Wesen, die sich über solche Kleinlichkeiten nicht den Kopf zerbrachen. Die Drachen waren strikt gegen diese Diskriminierung und duldete nicht, dass ihnen solche Vorf?lle zu Ohren kamen.
Aber einige der asvarischen Adligen zogen dennoch eine re Trennlinie in der Rangordnung.
Sie waren alle Sterbliche, doch es war ein unausgesprochenes Wissen, dass die Sterblichen mit asvarischer Abstammung sich im Vergleich zu gew?hnlichen Sterblichen ohne einen Hauch von Drachenblut als adlig betrachteten.
Unter allen Adeligen war ein Hochadliger mit asvarischem Blut, Lord Myrtle, Rosalies Vater, der dafür bekannt war, sterbliche ohne asvarisches Blut regelrecht zu verachten.
Die Zwistigkeiten zwischen dem Myrtle-n und den Sterblichen ohne asvarisches Blut hatten einenge Tradition und trotz Geheimhaltung wusste Rosalie, dass sich nichts ge?ndert hatte.
Duncan geh?rte genau zu der Blutlinie, die Rosalies Familie so sehr verabscheute. Er war der Heiler, den Rosalie und ihre engen Freundinnen Adrienne und Celia stets ver?chtlich behandelten, isolierten und schikanierten, obwohl er begabter war als sie alle.
Derselbe Duncan war der Vater des Kindes, das Rosalie in sich trug, ein Geheimnis, das sie bis an ihr Grab bewahren wollte.
Denn Rosalie wusste, dass ihr Vater und ihr n, sollten sie davon erfahren, nichts unversuchtssen würden, um Vater und Kind zu t?ten.
Au?er Duncan und Celia wusste niemand von diesem Geheimnis, dachte Rosalie jedenfalls, bis sie diese Notiz erhielt.
Als Rosalie den dritten Aufzugsraum erreichte, musste sie feststellen, dass auch dieser besetzt war.
?Bitte! Nur jetzt bitte!", rief Rosalie in ihrer Dringlichkeit, als sie an dem Hebel zog in der Hoffnung, dass der Aufzugsraum zu ihr hochkommen würde, aber er fuhr einfach weiter nach unten.
Rosalie wandte sich ab und eilte zum Treppenhaus. Der Weg ins Erdgeschoss war weit, aber er schien ihr besser als das Warten auf den Aufzugsraum.
Sie eilte die Treppe hinunter, w?hrend alle anderen zu der Gro?veranstaltung in die Halle hinaufstrebten – Rosalie war praktisch die einzige Adlige, die zu dieser Stunde in die entgegengesetzte Richtung unterwegs war.
Schlie?lich fand sie eine Ebene, auf der der Aufzugsraum frei war, und sie nahm ihn hinunter ins Erdgeschoss.
Von dort aus begab Rosalie sich in den hinteren Garten.
Es war schon dunkel, als Rosalie die Burg verlie? – der hintere Garten war abgeschieden, da die meisten G?ste durch die Vordertüren der Burg ein- und ausgingen.
Niemand verweilte gerne im Dunkeln des hinteren Gartens, au?er natürlich die Person, die Rosalie die Notiz geschickt hatte.
Rosalie vengsamte ihre Schritte und blickte sich vorsichtig im Garten um.
?Hallo? Ist da jemand?", rief Rosalie in die Dunkelheit, doch erwartungsgem?? erhielt sie keine Antwort.
Doch aus dem Augenwinkel nahm sie eine Bewegung weiter hinten im Garten wahr.
?Du hast mich hergebeten, jetzt bin ich hier! Zeig dich!", rief Rosalie, aber es kam kein Erfolg.
Rosalie runzelte die Stirn und gingngsamer in die Richtung, aus der die Bewegung gekommen war.
’"Was wollt ihr von mir?! Gold?! L?ndereien?! Sagt es einfach undsst es hinter euch!" schrie Rosalie in die Dunkelheit, doch wieder erhielt sie keine Antwort.
Sie blickte besorgt zum Himmel empor – sie war schon so sp?t für die Zeremonie und würde von ihrem Vater gewiss eine strenge Zurechtweisung bekommen.
Würde sie noch l?nger z?gern, würde er jemanden aussenden, um nach ihr zu suchen, und auch Duncan und Celia würden bald bemerken, dass etwas nicht stimmte und sich Sorgen machen.
"Ich kann nicht ohne Kl?rung der Angelegenheit zurückkehren." murmelte Rosalie entschlossen und legte eine Hand auf ihren Bauch, in dem sie das neue Leben spürte.
Tiefer in den Garten hineingehend, spürte sie pl?tzlich eine gewaltige Kraft, die sie am Hinterkopf traf.
Mit einem Schmerzenut fiel Rosalie bewusstlos zu Boden,
und unter dem Schutz der Dunkelheit zog eine Gestalt in einem schwarzen Mantel Rosalies K?rper durch den Garten, bis in eine verborgene Ecke, einen der wenigen Orte, die von den patrouillierenden Drachenfürsten von oben nicht einzusehen waren.
Kurze Zeit sp?ter kehrte eine Frau ins Schloss zurück, angekleidet in Rosalies Gew?nder und Schmuck, darunter ein juwelenbesetzter F?cher, den sie vor ihr Gesicht hielt, um es elegant und doch sicher zu verbergen.
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"Der Herr und die Herrin von Rubinschuppen treffen ein!" verkündeten die Wachen.
Menarx und Neveah traten in die gro?e Halle ein, begrü?t von hellem Licht und einer Menge elegant und luxuri?s gekleideter G?ste.
Die gro?e Halle war die gr??te im Drachenhort und beherbergte über dreihundert G?ste, bestehend aus dem Rat der Reiter, hohen Adligen und den angesehensten Pers?nlichkeiten von Himmelsburg und den umliegenden L?ndereien.
Auch der Einheitsrat war zugegen und alle Blicke wandten sich den Eintretenden zu, als Menarx und Neveah die Halle betraten.
"Sie bilden ein gutes Paar." schw?rmte eine Adlige.
"Ein Duo, so perfekt wie ein Rubin." Eine andere nickte zustimmend.
Viele weitere bekundeten ihre Zustimmung, indem sie ihre Bewunderung untereinander tuschelten.
"Endlich habe ich Ass zu der Annahme, dass die Adligen vernünftig sein k?nnen." flüsterte Menarx Neveah zu, wohl wissend, dass sie die bewundernden Flüstern ebenso h?rte wie er.
"Lokal gesehen vielleicht." flüsterte Neveah zurück.
Menarx unterdrückte ein Kichern und blieb ernst, w?hrend sie grazi?s zum vorderen Teil der Halle schritten, wo der Thron des Drachenk?nigs auf einem Podest stand.
Der K?nig thronte in seiner ganzen Pracht dort, sein Blick über den Saal schweifend, sein Auftreten kalt und gefasst wie immer.
K?nig Jian beobachtete sie und auch Neveah erwiderte seinen Blick, als sie n?her traten.
Es waren zwei Monate vergangen, seit sie den Drachenk?nig zuletzt gesehen hatte, und Neveah bemerkte, dass er nicht weniger imposant wirkte als zu der Zeit, als sie ihn vessen hatte.
Als sie die erste Stufe erreichten, hielten Menarx und Neveah inne und senkten ihre K?pfe in einer tiefen Verbeugung als Zeichen des Respekts.
"Erhebt euch." gebot K?nig Jian.
Menarx und Neveah richteten sich auf und K?nig Jian nickte dem ?ltesten zu, der an seiner Seite stand.
"Lord Menarx, gem?? unseren Traditionen sind wir auf Euren Ruf hin versammelt, um Zeugnis von Eurer erw?hlten Verbindung abzulegen. Wen führt Ihr an Eurer Seite?" fragte der ?ltesteut.
Menarx blickte zu Neveah, ein kleines L?cheln auf seinen Lippen. Bevor er etwas sagen konnte, wurde die Ankunft einer neuen Personutstark angekündigt.
"Lord Xenon von Onyxschuppen trifft ein!!!" hallte es durch den Raum.
In demselben Moment ?fen sich die Türen und eine bekannte Gestalt in tiefschwarzen Roben trat ein.