<h4>Chapter 272: Eine schwer zu beantwortende Frage (Kap.272)</h4>
Neveah war überrascht, als sie eine Antwort von K?nig Jian h?rte, die sie überhaupt nicht erwartet hatte.
"Nicht mal ein Portr?t?" fragte Neveah überrascht und suchte nach Resten eines Bildes, konnte aber keines finden.
Es war Neveah noch nie zu Ohren gekommen, dass ein Drachenlord von seiner eigenen Familie ignoriert wurde. In ihrem eigenen Rudel war es üblich, Ausgesto?ene und Untergebene zu haben. Aber sowas passierte bei den Drachen nicht.
Die Einheit und Liebe, die zwischen Asvars Tieren herrschte, war eine Eigenschaft, um die Neveah sie oft beneidet hatte.
Es war eine unerwartete überraschung zu erfahren, dass es tats?chlich einen Drachenlord gibt, der von seiner Familie nicht für würdig befunden wurde, einen Tribut zu leisten.
"Asrig wurde nur soviel zugestanden... nach unseren Gesetzen war das Gro?zügigkeit." antwortete K?nig Jian.
Neveah bückte sich, hob die herumliegenden sscherben auf und legte sie beiseite, damit sich niemand daran verletzte.
"Er muss nicht sehr sympathisch gewesen sein... Ich nehme an, ihr habt beide den selben Mentor gehabt." murmelte Neveah mehr zu sich selbst, die Worte kamen aus ihr heraus, bevor sie sie stoppen konnte.
Neveah h?rte ein leises Kichern und schaute überrascht hoch, um ein flüchtiges L?cheln auf den Lippen von K?nig Jian zu entdecken. Es verweilte nur einen Augenblick und war dann auch schon wieder verschwunden. Neveah fragte sich, ob sie es überhaupt gesehen hatte.
"Du hast recht, genau das haben wir. Alles, was mein Bruder und ich wussten, haben wir von unserem Vater gelernt." antwortete K?nig Jian und lehnte sich gegen die Wand, die Augen geschlossen.
’Sein Bruder?!’ dachte Neveah erschrocken.
’War das nicht der frühere Drachenk?nig, den Menarx genannt hatte... der, über den man nicht sprechen sollte?’ erinnerte sie Neveahs Wolf.
Neveahs Augen weiteten sich bei der Erkenntnis, dass sie gerade ein vom Drachenk?nig verbotenes Thema mit dem Drachenk?nig selbst besprach.
’Was bedenklich sein sollte, ist die Tatsache, dass wir überhaupt ein Gespr?ch mit ’ihm’ führen.’ dachte Neveahs Wolf, dabei betonte er das ’Ihn’.
’Ich spüre keine b?sen Absichten... du etwa?’ fügte Neveahs Wolf unsicher hinzu.
Es war selten, dass Neveahs Wolf unsicher war, aber wenn es um den Drachenk?nig ging, war es unm?glich, seine wahren Gedanken zu entschlüsseln.
’Abgesehen davon, dass er uns hier eingesperrt hat...nein, das wei? ich nicht.’ stimmte Neveah zu.
W?hrend Neveah abgelenkt war, schnitt die sscherbe, die sie aufgehoben hatte, in ihre Handfl?che und Neveah zischte vor Schmerz.
"Du machst deine Arbeit nicht besonders gut." murmelte K?nig Jian und ?fe die Augen, als er zu Neveah hinüberblickte, die ihre blutende Handfl?che ummmerte.
"Es ist nur ein Kratzer." erwiderte Neveah, in dem Wissen, dass der Drachenk?nig darauf anspielte, dass Neveah sich geschnitten hatte.
"Zeig es mir." befahl K?nig Jian, als er sich von der Wand abstie?, an der er lehnte.
"Oh...nein, es ist in Ordnung. Ich heile schnell, siehst du?" versicherte Neveah und hob ihre verletzte Handfl?che, damit K?nig Jian sie von dort aus sehen konnte.
Der kleine Schnitt hatte ein bisschen geblutet, aber hatte schon angefangen zu heilen und K?nig Jian bemerkte das auch.
"Hmmm, Wolfswandler sind nicht v?llig nutzlos." kommentierte K?nig Jian und schloss wieder die Augen.
Neveah schüttelte ungl?ubig den Kopf, stand auf und schob die restlichen sscherben zur Seite.
"Ich habe keine Lust mehr zu helfen." murrte Neveah, als sie gehen wollte. Doch die Worte von K?nig Jian hielten sie auf.
"Ist es Menarx...oder Xenon...in deinem Herzen?" fragte K?nig Jian.
Neveah blieb stehen, ihr Herz sank tief in die Brust, als sie sichngsam umdrehte und wusste, dass dies der Moment war, in dem sie sich für das, was auf dem Berg Edar geschehen war, würde verantworten müssen.
"Ich...Wie viel hast du gesehen?" fragte Neveah unsicher.
Diese Frage hatte Neveah seit jener Nacht besch?ftigt, und da es nun so weit gekommen war, beschloss sie, dass es das Beste war, einfach zu fragen.
Die Anwesenheit des Drachenk?nigs auf dem Berg Edar in jener Nacht war etwas, das Neveah nicht vergessen konnte, ihr Glück war keines, das sie diese Nacht einfach h?tte vorbeiziehenssen.
Neveah hatte schon die ganze Zeit vermutet, dass der Drachenk?nig etwas gesehen hatte und wenn er es gesehen h?tte, w?re es schon gn?dig, dass er es noch nicht ?ffentlich gemacht hatte.
"Alles." antwortete K?nig Jian ausdruckslos.
Neveah schluckte h?rbar, die Augen des Drachenk?nigs waren immer noch geschlossen und so konnte Neveah seinen Gesichtsausdruck nicht lesen oder hoffen, seine Stimmung zu erahnen.
Sie gng es aber auch nicht, wenn sie ihm direkt in die kalten Augen sah.
"Ich... ich kann das nicht beantworten..." antwortete Neveah schlie?lich und erinnerte sich daran, dass sie nichts getan hatte, wofür sie sich sch?men musste.
"Mit anderen Worten: Sie wissen es nicht einmal." folgerte K?nig Jian.
Neveah h?tte gerne widersprochen, aber sie hatte keine Worte, um sich zu verteidigen, und so schwieg sie einfach.
"Ihr macht sicherlich ?rger... Ich muss noch entscheiden, ob Ihr ?rger es wert ist." murmelte K?nig Jian und stand auf.
Neveah versteifte sich, sie konnte nicht ahnen, was der Drachenk?nig als N?chstes tun oder sagen würde, aber sie hatte ganz sicher nicht erwartet, dass er beil?ufig das Thema wechseln würde.
"Der Trollgolem ist schwierig aufzuspüren, aber meine Drachen haben seine Spur aufgenommen und in kurzer Zeit werden sie ihn auch finden."
"Angesichts dessen, dass seine Spur ihn immer n?her an eine menschliche Siedlung führt, wird er bald über mein Volk herfallen... das werde ich nicht zssen." begann K?nig Jian.
"Ich führe die Drachen der Bergfestung in die ht gegen den Trollgolem bei Tagesanbruch und nach meiner Rückkehr gedenke ich, die verborgene Stadt zu unterjochen. Die Zwerge waren schon viel zunge sich selbst übessen."
"Sollten die Tributv?lker von meiner Abreise erfahren, k?nnten sie in meiner Abwesenheit für Unruhe sorgen. Bist Du dir bewusst, was das bedeutet?" fragte K?nig Jian.
"Krieg... es k?nnte Krieg geben, jenseits der verborgenen Stadt und jenseits des Trollgolems." erwiderte Neveah mit einem Nicken, aber sie wusste, dass mehr dahinter steckte.