<h4>Chapter 159: Adriennes Grübeleien (Kap.159)</h4>
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"Es ist dir nicht eubt, Hand an den Diener zu legen, Addie." betonte Lady Ke zum hundertsten Mal, kurz bevor sie sich verabschiedete.
Adrienne biss sich auf die Lippe, um das Schluchzen zurückzuhalten, das ihr im Hals stecken blieb.
"Ich verstehe nicht, Schwester, ich verstehe nicht, warum Sie so besorgt darüber sein müssen ... warum Sie mich deswegen belehren müssen ..." sagte Adrienne mit einer Stimme, die kaum über ein Flüstern hinausging.
Lady Ke stie? einen leisen Seufzer aus, als sie sich wieder an Adriennes Seite setzte.
"Ich wollte nicht darüber sprechen, da wir nicht über die Beratungen des Drachenrates sprechen sollen, aber ich muss es wohl sagen, damit du es verstehst." sagte Lady Ke und ein weiterer schwerer Seufzer entrang sich ihr.
"Wir sind Schwestern, gibt es irgendetwas, das du nicht mit mir teilen kannst?" fragte Adrienne,
"In der Tat, du bist meine kostbare Schwester. Ich werde dir nichts vorenthalten, vor allem dann nicht, wenn es dir die Augen ?ffnen wird, um die Gefahr auf deinem Weg zu erkennen." Zuletzt antwortete Ke mit einem Nicken.
"Addie, ich sage dir nicht, dass du Hand an den Diener legen sollst, nicht weil ich zornig auf dich bin. Es gibt einen wichtigeren Grund dafür ..." begann Lady Ke.
"Welchen denn? Welcher Grund macht sie so unantastbar? Ist es die Gunst von Lord Xenon? Auch das wei? ich ... aber trotzdem macht sie mich wütend und ruiniert alles ... Ich will, dass sie verschwindet..." Adrienne schluchzte leise.
"Du bist es gewohnt, deinen Willen zu bekommen, und so bist du verw?hnt und anspruchsvoll geworden. Eine einfache Meinungsverschiedenheit ist kein ausreichender Grund, einem anderen das Leben zu nehmen, Adrienne." sagte Lady Ke in einem entt?uschten Ton.
"Es ist meine Schuld, ich habe dich zu sehr verw?hnt." fuhr Lady Ke fort.
"Schwester..." sagte Adrienne ungl?ubig, sie konnte nicht uben, dass ihre Schwester nicht auf ihrer Seite stand, wie sie es immer tat.
"Was missf?llt dir so sehr? Die Tatsache, dass Lord Everon Gefallen an dem Diener gefunden hat und du hoffst, sein Nachfolger zu werden?"
"Oder ist es die Gunst Lord Xenons für sie und dass alle im Bergfried es nicht wagen, sie zu beleidigen? Oder fühlt sich meine liebe Schwester vielleicht unzul?nglich, weil es nun eine andere in diesem Bergfried gibt, die ebenso sch?n und anmutig ist wie Ihr?" fragte Lady Ke mit einem Kopfschütteln.
"Ich mag sie einfach nicht, mein Instinkt sagt mir, dass sie ?rger bedeutet. Sogar Ihr vergleicht sie mit mir ... Ihr wisst doch, was es mich gekostet hat, so weit zu kommen!" rief Adrienne aus.
"Beruhige dich Addie, niemand kann dir etwas wegnehmen. Du bist diejenige, die alles, was du hast, aufs Spiel setzt."
"Lass mich dir sagen, dass der Grund dafür nicht nur Lord Xenon ist... Ich warne dich vor dem Diener wegen meines Lehnsherrn ... der Drachenk?nig ist der Grund." verriet Lady Ke.
Adriennes Blick schnellte bei der Erw?hnung des Drachenk?nigs hoch.
"Seine Gnaden? Was hat der Diener mit ihm zu tun?" Adrienne fragte misstrauisch.
"Ihr seht, nur wenige der Drachen wissen davon, denn mein Lehnsherr hat es so angeor. Aber Lodenworth hat mir erz?hlt, dass in der Lichthalle ein Anscg auf Meinen Lehnsherrn verübt wurde." verriet Lady Ke.
"Jemand hat versucht, Seine Gnaden zu verletzen?! Eine Fee?!" Adrienne keuchte entsetzt auf.
"In der Tat. Lodenworth hat wiederholt erkl?rt, dass ich dafür sorgen soll, dass unser n nicht in die Sache hineingezogen wird. Es ist schon gut genug, dass mein Lehnsherr nicht versucht, unsere k?nigliche Familie für dieses Ereignis verantwortlich zu machen." erkl?rte Lady Ke mit einem Nicken.
"Die drei Feen, die das Verbrechen begangen haben, wurden in die Kerker unterhalb des Bergfrieds geworfen ... in Lord Menarx’ Bezirk!" fuhr Lady Ke in ernstem Ton fort.
"Lord Menarx selbst führt das Verh?r durch... ein Anscg auf das Leben Seiner Gnaden kann niemandem sonst übessen werden. Aber Lord Menarx’ Bezirk gilt als ein schlimmeres Schicksal als der Tod..." murmelte Adrienne in leisem Ton.
"Es ist gut, dass du den Ernst der Lage verstehst. Sogar der Feenfürst der Lichthalle wurde festgenommen und unter strenge Bewachung in den G?stequartieren der dritten Ebene untergebracht..."
"Dort befindet er sich auch jetzt noch, da mein Lehnsherr noch eine Entscheidung treffen muss." fuhr Lady Ke fort.
"Aber der Elfenlord ist ein Drachenreiter!" rief Adrienne erstaunt aus.
"Es geht um das Leben meines Lehnsherrn. Der Lorddrache des Feenfürsten kniet am Ahnenschrein nieder, um Bu?e zu tun, weil er es vers?umt hat, Meinen Lehnsherrn in seinem Territorium zu beschützen."
"Der Feenfürst und sein Drachenfürst k?nnen sich der Verantwortung nicht entziehen, sie bekennen sich zu ihrer Schuld und wollen bestraft werden. Mein Lehnsherr muss noch ein Dekret essen." Lady Ke fuhr fort.
"Wir alle wissen, wie sehr Mein Lehnsherr den Feenfürsten und seinen Drachenfürsten sch?tzt, ihre Verbindung war eine, die Mein Lehnsherr selbst geleitet hat."
"Wenn man bedenkt, dass Mein Lehnsherr den einen eingesperrt und den anderen in der Ahnenhalle kniend zurückl?sst ... über seinen Zorn muss nicht viel gesagt werden." sagte Lady Ke mit einem sichtbaren Schaudern.
"So etwas ist passiert?" fragte Adrienne erstaunt.
"In der Tat." Lady Ke bejahte.
"Aber was hat das mit dem Diener zu tun?" fragte Adrienne verwirrt.
"Addie ... derjenige, der den vergifteten Wein anstelle Meines Lehnsherrn getrunken hat, war dieser Diener." enthüllte Lady Ke.
"Was?!" fragte Adrienne schockiert.
"Die Dienerin hat ihr Leben riskiert, um Meinen Lehnsherrn zu retten und w?re dabei fast gestorben. Seine Eminenz hat ihr nur knapp das Leben gerettet!"
"Ihr versteht, was das bedeutet, richtig? Der Diener, den ihr Schaden wollt, ist der Wohlt?ter meines Herrn." enthüllte Lady Ke.
"Der Wohlt?ter Seiner Gnaden..." murmelte Adrienne vor sich hin, ihre Lippen zitterten vor Wut.
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"Eine Wohlt?terin... und jetzt wird Seiner Gnaden ihr einen Wunsch erfüllen?" murmelte Adrienne vor sich hin, als die Erinnerung in ihrem Kopf versste.
"Für eine niedrig stehende Dame... welchen Wunsch würde sie wohl ?u?ern?" mutma?te Adrienne und die H?nde zitterten vor Panik.
Adrienne hatte noch nicht ihren Zug gemacht, sie konnte es nicht zssen, dass jemand anderes sie zuvorkam... schon gar nicht ein einfacher Diener.
"Jetzt verstehe ich, warum ich von Anfang an so unzufrieden mit dir war... Du begehrst, was mein ist! Ich wusste es!" zischte Adrienne wütend.
Adrienne stand auf und warf den Kopf zurück, w?hrend sie versuchte, ihre Atmung zu kontrollieren um sich zu beruhigen.
"Gut dann...ss mal sehen, wie hoch du klettern kannst." dachte Adrienne still für sich.
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"Lady Adrienne?" Eine Stimme rief von Adriennes Tür.
Adrienne blickte vom Bett auf, auf dem sieg, zusammengerollt und die Arme um sich g.
"Wer ist das?" fragte Adrienne.
"Ich bin’s, Davina, Mdy." kam die Antwort.
"Oh, die Tür ist offen. Komm rein." eubte Lady Adrienne.
Die Tür ?fe sich und Davina trat ein, gerade als Lady Adrienne sich auf ihrem Bett aufsetzte.
"Du kommst genau richtig, ich wollte gerade zu Bett gehen." sagte Lady Adrienne und winkte Davina in ihr Scfzimmer.
"Entschuldige die Versp?tung. Ich habe einige neue Stoffe von der Schneiderin geholt, damit du sie dir ansehen und eine Auswahl treffen kannst." erwiderte Davina mit einem L?cheln.
"Ah, wirklich? Ich dachte schon, du hast unseren Termin vergessen." antwortete Lady Adrienne l?chelnd.
"Wie k?nnte ich?"chte Davina leise.
"Dann gib sie mir." sagte Lady Adrienne und streckte ihre H?nde aus.
Davina reichte ihr das Bündel mit den verschiedenen Stoffen.
"Sie sind wirklich wundersch?n." murmelte Adrienne ehrfürchtig, w?hrend sie die Stoffe betrachtete und einen nach dem anderen ausw?hlte.
"Sag mir, welcher Stoff meinst du würde besser aussehen?" fragte Adrienne und hob einen helluen und einen pfirsichfarbenen Stoff hoch.
"Der letztere, er passt zu deinen Augen." antwortete Davina nach kurzem überlegen.
"So ist es?" fragte Adrienne mit einem warmen L?cheln, w?hrend sie die zwei Stoffe betrachtete.
"Gut dann, ich vertraue deinem Urteil und nehme das." entschied Adrienne.
"Ich bin sehr dankbar." sagte Davina mit einer Verbeugung.
"Oh, bitte, nicht schon wieder eine Verbeugung. Lass bitte die F?rmlichkeiten weg, ja? Sie sind eher erdrückend und wir kennen uns schonnge genug."
"Ich würde sagen, wir sind über dieses Stadium hinaus." neckte Adrienne, als sie aufstand.
"Ja, das ist wohl wahr." erwiderte Davina undchte leise.
"K?nntest du jetzt die Ma?e nehmen? Ich denke, viel hat sich nicht ver?ndert, seitdem ich das letzte Mal vermessen wurde." bemerkte Adrienne gssen.
"Dadurch, dass du in den letzten Jahren deine Kleidung von deinem n geliefert bekommen hast, ist sich die Schneiderin nicht sicher, ob sie die genauen Ma?e hat. Ich werde sie nur best?tigen." versprach Davina.
"Fang ruhig an, ich hoffe, ich bin nicht zu leicht bekleidet. Ich habe schon mein Nachthemd angezogen." murmelte Adrienne, w?hrend sie wartete.
"Ist es nicht ein bisschen zu früh dafür?" fragte Davina.
"Vielleicht." kicherte Adrienne.
Davina rückte n?her und Adrienne breitete ihre Arme aus, um Davina ihre Oberweite messen zussen.
Als Davina sich umdrehte, um die Ma?e zu notieren... bewegte Adrienne’s Hand zu dem Ring an ihrem Finger, drehte ihn ein wenig, um seine Kraft freizusetzen.